Risikostreuung (Diversifikation)

Aufteilung des Vermögens auf Anlageklassen

Hat man als Anleger Kapital als Geldanlage zur Verfügung, ist die Risikostreuung des Kapitals sehr wichtig. Man bezeichnet die Verteilung des Kapitals auf unterschiedliche Anlageformen und Finanzprodukte auch als Diversifikation. Im Vordergrund steht das Vermindern des Risikos der Kapitalanlage in ihrer Gesamtheit, was durch die Verteilung des Kapitals auf unterschiedliche Finanzprodukte erreicht werden soll.

Wenn man also beispielsweise eine Anlagesumme von insgesamt 100.000 Euro zur Verfügung hat, dann investiert man diese Summe nicht ausschließlich in Aktien, sondern zum Beispiel auch in Anleihen, Termingelder, Fonds und Tagesgeld. Diese Verteilung wird auch als horizontale Risikostreuung bezeichnet. Von der vertikalen Diversifikation spricht man hingegen, wenn innerhalb einer Anlageart noch eine weitere Streuung vorgenommen wird. Dieses ist zum Beispiel der Fall, wenn man in unterschiedliche Aktien investiert.

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Was bedeutet Asset Allocation bei der Geldanlage?

Im Bereich Vermögensberatung und im Rahmen der Vermögensverwaltung wird die Aufteilung des Kapitals auf unterschiedliche Geldanlagen auch als Asset Allocation bezeichnet. Man teilt das vorhandene Investitionskapital also auf verschiedene Anlageformen auf und hat somit die Möglichkeit, die Gesamtrendite und das Risikostreuung zu steuern.

Üblich ist beispielsweise im Rahmen der Asset Allocation eine Aufteilung des Kapitals in verschiedene Anlageklassen (Risikoklassen). Je nachdem, welche Gewichtung man für die Produkte aus einer bestimmten Anlageklasse vornimmt, kann das Gesamtinvestment sicherer oder mit einer Chance auf eine höhere Rendite ausgestaltet werden. Zu den wichtigsten Anlageklassen, die man im Bereich Asset Allocation vorfindet, zählen die Aktien, die Rohstoffe (Gold, Öl etc.), die Anleihen (Rentenpapiere), die Immobilien (inkl. Immobilienfonds) und die liquiden Mittel (Tages- und Termingelder). Jede Anlageklasse hat eine bestimmte Risikostufe und davon abhängend auch eine durchschnittliche Rendite, die man durch das Investment erzielen kann.

Das Ziel der Asset Allocation besteht nun darin , den „Mix“ aus den verschiedenen Anlageklassen und Anlageformen in der Art und Weise herzustellen, dass eine optimale Mischung aus Sicherheit und guter Rendite erfolgen kann. Daher muss die Zusammensetzung natürlich stets auf den einzelnen Kunden genau zugeschnitten werden. Denn ein sicherheitsorientierter Kunde wird sinnvollerweise einen deutlich geringeren Teil seines Gesamtkapitals in Aktien oder Rohstoffe investieren als ein Anleger, der vor allen Dingen eine relativ hohe Rendite als Anlageziel hat. Aber auch beim Ziel sehr hohe Rendite wird im Rahmen der Asset Allocation durch die „Beimischung“ von Anlageformen aus einer Anlageklasse mit wenig Risiko darauf geachtet, dass eine Risikostreuung und Diversifikation stattfindet.

Anlageklassen sorgen für Risikostreuung

Wie man anhand der wichtigen Anlageklassen bereits erkennen kann, teilt man die verschiedenen Arten von Geldanlagen nach ihrem Anlagerisiko ein. Nur auf dieser Basis kann im Folgenden eine sinnvolle Risikostreuung erreicht werden. Man muss also wissen, in welche Risikoklasse zum Beispiel Aktien oder Immobilienfonds gehören, denn ansonsten würde man mitunter Produkte wählen, welche der gleichen Risikoklasse angehören und somit sicherlich keine gute Diversifikation erreichen.

Nimmt man die Anlage in Aktien als Beispiel, so gelten diese grundsätzlich als eher risikoreichere Art des Investments. Zudem muss man aber unterscheiden, um welche Art von Aktien es sich handelt. Europäische Standardwerte, die im Eurostoxx50 Index vertreten sind, weisen mit Sicherheit im Durchschnitt ein geringeres Risiko auf, als wenn man in Aktien aus Ländern wie Brasilien oder Indien investiert (so genannte Schwellenländer). Eine Risikostreuung kann man also bereits innerhalb einer Geldanlage vornehmen, indem man zum Beispiel in verschiedene Aktien investiert.

Während Aktien im Bereich der Diversifikation eher in die spekulativere Anlageklasse fallen, gelten Rentenpapiere (Anleihen) als relativ sicher. Somit werden Anleihen einem Depot auch in der Regel deshalb beigemischt, um die Sicherheit des Gesamtinvestments zu erhöhen. Dennoch muss man auch bei den Anleihen sehr detailliert schauen, in welches Papier man genau investiert. Denn eine brasilianische Staatsanleihe zum Beispiel kann nicht als sicheres Investment bezeichnet werden und fällt daher sogar in den Bereich der Produkte in den erhöhten Risikoklassen.

Liquide Mittel, zu denen im Anlagebereich vor allen Dingen das Tagesgeld und die Geldmarktfonds zählen, gelten hingegen ohne weitere Einschränkungen als sicher. Diese Produkte dienen im Rahmen der Risikostreuung stets dazu, die Sicherheit des Engagements zu erhöhen. Den sehr spekulativen und risikoreichen Part nehmen hingegen die Rohstoffe ein, mit denen man zum Beispiel im Rahmen von CFDs (Contracts For Difference) handeln kann. Diese Produkte werden dann auch nicht zur eigentlichen Streuung des Risikos verwendet, sondern sind dafür zuständig, dass eine gewünschte Rendite erzielt werden kann bzw. zumindest eine Chance auf die gewünschte Gesamtrendite besteht.

Gibt es die optimale Risikostreuung?

Jeder Anleger hat unterschiedliche Präferenzen hinsichtlich Rendite und Risiko. Somit gibt es keine einheitliche optimale Risikostreuung. Für jeden Anleger muss die optimale Kombination aus "spekulativen" und "sicheren" Anlagen individuell ermittelt werden.

Wichtig ist vor allem, dass die Positionen bei der Geldanlage regelmäßig überprüft werden. Durch unterschiedliche Kursentwicklungen an den Aktien- und Rentenmärkten können in einem Anlageportfolio Ungleichgewichte entstehen. Nur wenn diese angepasst werden, kann je nach Anlagementalität eine optimale Streuung erzielt werden.

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