Riester Zulagen

Grund- und Kinderzulage bei der Riester-Rente

Wer privat für das Alter vorsorgt, wird vom Staat belohnt. Bei der Riester-Rente gibt es Zulagen. Diese werden für den Sparer selbst und je Kind gezahlt. Um die volle Zulage zu erhalten, müssen Sie einen Antrag stellen und den Mindesteigenbeitrag in den Riester-Vertrag einzahlen. Worauf Sie sonst noch achten müssen und warum es manchmal zu einer Rückforderung von Zulagen kommt, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Was könnte einen mehr motivieren, etwas für die Rente zu tun, als staatliche Zuschüsse. Wer eine Riester-Police abschließt - ganz gleich, ob als Banksparplan, Rentenversicherung oder Wohn-Riester - erhält eine Zulage. Die Zulagen fließen direkt in den Vertrag und erhöhen somit die späteren Rentenleistungen.

Zusätzlich können Sie noch eine Steuererstattung erhalten. Dies wird im Rahmen der jährlichen Steuererklärung durch das örtliche Finanzamt überprüft.

Wie hoch sind die Riester-Zulagen?

Die staatliche Zulage besteht aus 3 Elementen:

  • Grundzulage in Höhe von 154 Euro pro Person für jedes Jahr.
  • Kinderzulage(n) in Höhe von 185 Euro je kindergeldberechtigtem Kind für jedes Jahr, maximal bis zum 25. Lebensjahr. Für ab 2008 geborene Kinder werden sogar 300 Euro als Zulage gezahlt. Die Kinderzulage erhält in der Regel diejenige Person, die das Kindergeld erhält.
  • Berufseinsteigerbonus: Wer jünger als 25 Jahre und unmittelbar zulagenberechtigt ist, erhält vom Staat einmalig eine um 200 Euro erhöhte Grundzulage.

Wer erhält die staatliche Förderung?

Einen Anspruch auf Riester-Förderung haben Personen, die direkt (unmittelbar) oder indirekt (mittelbar) förderberechtigt sind. Dazu zählen Arbeitnehmer und Beamte sowie deren Ehepartner. Aber auch Auszubildende, pflichtversicherte Selbständige und Landwirte sowie Bezieher von Arbeitslosengeld I und II können in den Genuss der Zulagen kommen. Geringfügig Beschäftigte müssen auf ihre Sozialversicherungsfreiheit verzichtet haben, um Riester-Zulagen zu erhalten.

Nicht gefördert bei Riester werden z.B. Selbständige, die nicht in der gesetzlichen Rentenkasse pflichtversichert sind, Freiberufler oder Studenten. Wenn Sie diesem Personenkreis angehören, können Sie nur dann „riestern“, wenn Sie mit einer förderberechtigten Person verheiratet sind.

Voraussetzungen und Zulagenberechnung

Um die volle Förderung zu bekommen, müssen Sie vier Prozent des sozialversicherungspflichtigen Einkommens bzw. der Beamtenbezüge des Vorjahres einzahlen. Davon werden die Zulagen abgezogen. Der maximale Förderbetrag liegt bei 2.100 Euro im Jahr. Unter bestimmten Umständen kann der Maximalbetrag auf 2.160 Euro ansteigen.

Dazu ein Beispiel:

  • Mann: Alleinverdiener, Bruttogehalt 2014: 52.500 Euro.
  • Frau: Hausfrau, 2 Kinder (9 und 11 Jahre alt).

Berechnung des Mindesteigenbeitrags:

  • Mann: 52.500 Euro x 4% = 2.100 Euro
  • abzgl. Grundzulage Mann = 154 Euro
  • abzgl. Grundzulage Frau  = 154 Euro
  • abzg. Kinderzulagen        = 370 Euro
  • Mindesteigenbeitrag         = 1.422 Euro

In den Vertrag des Mannes fließen insgesamt 1.576 Euro im Jahr (Mindesteigenbeitrag plus Grundzulage). Die Frau als mittelbar Zulagenberechtigte zahlt den Sockelbeitrag von 60 Euro und erhält die Grundzulage sowie beide Kinderzulagen. Insgesamt liegt der Jahresbeitrag für ihren Vertrag bei 584 Euro, davon 524 Euro an staatlicher Förderung!

Wie erhalte ich die Zulagen?

Die Zulagen werden stets im Folgejahr des Beitragsjahres gewährt, d..h die Zulagen für 2014 werden im März 2015 dem Riester-Vertrag gutgeschrieben.

Für die Berücksichtigung der Zulagen ist es jedoch erforderlich, dass bei der Gesellschaft, bei der Sie die Riester-Rente abgeschlossen haben, ein Antrag auf Zulage vorliegt. Dort müssen die relevanten Informationen zum Antragsteller (u.a. Steuernummer, Finanzamt, Familienkasse) hinterlegt sein. Durch den Dauerzulagenantrag, der einmalig bei Vertragsbeginn gestellt wird, kann der Anbieter die Zulage automatisch bei der Zentralen Zulagenstellen für Altersvermögen (ZfA) abrufen. Die ZfA überweist die Zulagen direkt in Ihren Vertrag.

Achtung: Geht der Zulagenantrag nicht rechtzeitig beim Riester-Anbieter ein, geht der Anspruch auf Zulagen für das entsprechende Jahr verloren. Dies betrifft auch den Sonderausgabenabzug.

Und: Jede Änderung des Einkommens, des Sozialversicherungsstatus oder Änderungen beim Kindergeld (z.B. Wegfall) sind dem Riester-Anbieter unverzüglich mitzuteilen, so dass der Vertrag angepasst werden kann. 

Ohne Beitrag gibt es keine Zulage

Jeder Sparer muss einen Beitrag in die Riester-Rente einzahlen, um Anspruch auf Zulagen zu haben. Der Beitrag liegt bei 60 Euro jährlich. Dieser Mindestbeitrag ist also auch von mittelbar Zulagenberechtigten ohne eigenes Einkommen mindestens zu zahlen. Die Höhe der Zulagen für diesen Personenkreis hängt jedoch weiterhin von der Beitragshöhe des unmittelbar Förderberechtigten ab.

Der Sockelbetrag für unmittelbar Zulagenberechtigte ohne Einkommen (z.B. aufgrund von Kindererziehung) und für Personen, bei denen der Eigenbeitrag nach Abzug aller Zulagen unter 60 Euro im Jahr liegt, beträgt 60 Euro jährlich.

Wann kommt es zur Rückforderung von Zulagen?

Die ZfA prüft jedes Riester-Konto, ob die Zulagen zurecht gezahlt wurden. Bei bestimmten Konstellationen besteht jedoch kein Anspruch auf Riester-Förderung. In diesen Fällen müssen die Zulagen an den Staat zurücküberwiesen werden. Dies erfolgt ebenfalls durch die ZfA.

In diesen Konstellationen fordert die ZfA Zulagen zurück:

  • Keine Zulagenberechtigung durch Wechsel in die Selbständigkeit: Wer aus einem Angestelltenverhältnis in eine selbständige Tätigkeit wechselt, verliert den unmittelbaren Zulagenanspruch.
  • Höheres Gehalt: Wer mehr verdient, muss auch mehr Geld in den Vertrag einzahlen, um die vollen Zulagen zu erhalten. Vergisst man bei einem Gehaltssprung die Anpassung, droht die Rückzahlung von bereits erhaltenen Fördergeldern.
  • Keine Aktualisierung des Dauerzulagenantrags: Der Zulagenantrag ist der Schlüssel zur Förderung. Auf ihm sind sämtliche Informationen zu Familienstand, Steuernummer, Familienkasse etc. aufgeführt. Fehlerhafte Angaben können die Zulagen gefährden.
  • Scheidung: Mittelbar Zulagenberechtigte verlieren durch die Scheidung den Anspruch auf Förderung. Zudem muss geklärt werden, wer die Kinderzulagen erhält.
  • Umzug: In der Regel führt ein Umzug zur Änderung der Familienkasse. Dies sollte dem Riester-Anbieter umgehend mitgeteilt werden.
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Können Zulagen nachträglich zurückgefordert werden?

Inzwischen mehren sich die Berichte über nachträgliche Rückbuchungen von bereits gewährten Zulagen. Allein im Jahr 2012 hat die ZfA 700 Millionen Euro von den Riester-Sparguthaben wieder zurückgebucht. Grundsätzlich darf die staatliche Zulagenstelle Zulagen zurückholen, wenn die Fördervoraussetzungen nicht erfüllt werden. Allerdings liegt die Frist für die Rückforderung bei vier Jahren. Die Frist beginnt mit Ablauf des Jahres, in dem die Zulage beantragt wurde.

Das heißt, dass Zulagen des Jahres 2010, die 2011 beantragt wurden, maximal bis 31.12.2015 zurückgefordert werden dürfen. In der Praxis gibt es Meldungen, dass sich die ZfA nicht in allen Fällen an diese Frist hält. Daher: Überprüfen Sie den jährlichen Kontoauszug Ihres Anbieters. Dort sind alle erhaltenen und zurückgezahlten Zulagen aufgelistet.