Riester-Rente in Steuererklärung

Mit Riester Steuern sparen: Sonderausgabenabzug nach § 10 EStG

Neben den Zulagen sorgt der Sonderausgabenabzug bei der Riester-Rente für eine zusätzliche Steuerersparnis. Im Rahmen der Steuererklärung können 2.100 Euro abzüglich der Zulagen steuerlich abgesetzt werden. Tipps und Tricks zur Anlage AV.

 

Die Beiträge für einen Riester-Vertrag können das zu versteuernde Einkommen verringern. Der Staat bietet Vorsorgesparern Steuervorteile. Im Rahmen einer sogenannten Günstigerprüfung prüft das Finanzamt, ob Sie über die Zulagen hinaus noch eine Steuererstattung erhalten. Je nach Einkommen, Familienstand und Anzahl der Kinder ergibt sich eine steuerliche Ersparnis.

Wie erhalte ich die Steuerersparnis?

Die jährlichen Aufwendungen für die Riester-Rente müssen in der Steuererklärung in der Anlage AV eingetragen werden. Andernfalls erfolgt keine Berücksichtigung durch das Finanzamt. Die Steuerbehörde klärt dann, ob die Zulagen oder die Steuerersparnis für Sie günstiger sind. Im letzten Fall erhalten Sie zusätzlich zur staatlichen Zulage eine Steuererstattung.

Wichtig: Gegenüber Ihrem Anbieter müssen Sie einwilligen, dass die Höhe der gezahlten Beiträge an das zuständige Finanzamt elektronisch übermittelt werden darf.

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Wie viel kann man steuerlich absetzen?

Maximal können 2.100 Euro im Jahr steuerlich geltend gemacht werden.  Davon werden im Rahmen der Steuerberechnung noch die erhaltenen Zulagen abgezogen. So kann die Förderquote bei einem Besserverdiener inklusive der Zulagen bis zu 40 Prozent betragen. Damit lohnt sich die Riester-Rente praktisch für jeden.

Bei Ehepaaren muss für jeden der Ehegatten die Anlage AV beigefügt werden. Zusätzlich zu der Anlage muss noch die Anbieterbescheinigung nach § 10a Abs. 5 EStG der Steuererklärung beigefügt werden. Diese Bescheinigung erhält der Riester-Sparer von seinem Anbieter jeweils nach Ablauf des Kalenderjahres.

Hohe Steuerersparnis für Top-Verdiener

Geld vom Finanzamt für die private Altersvorsorge? Wer als Besserverdiener „riestert“, erhält einen Großteil des investierten Betrages vom Staat zurück. Wer z.B. im Jahr 2014 ein Bruttogehalt von 71.400 Euro erzielt hat, erhält eine staatliche Förderung von 43 Prozent.

Bei einem Eigenbeitrag von 1.946 Euro gibt es Zulagen von 154 Euro und eine zusätzliche Steuerersparnis von 768 Euro vom Staat. Der effektive Aufwand liegt bei lediglich 1.178 Euro, also weniger als 100 Euro im Monat. Oder anders ausgedrückt: 43 Prozent der Beiträge zahlt der Staat, nur 57 Prozent müssen selbst aufgewendet werden.

Steuerbescheinigung Riester Rente für das Finanzamt

Der Riester-Anbieter stellt Ihnen jährlich eine Bescheinigung aus, die Sie im Rahmen der Einkommensteuererklärung dem Finanzamt einreichen können. Darin sind folgende Daten enthalten: 

  • die Höhe der im abgelaufenen Jahr geleisteten Beiträge zur Riester-Rente,
  • die im abgelaufenen Jahr getroffenen, aufgehobenen oder geänderten Ermittlungs- bzw. Berechnungsergebnisse für die Zulagen,
  • die Summe der Zulagen, die bis zum Ende des abgelaufenen Jahres dem Riester-Vertrag gutgeschrieben wurden,
  • die Summe der bis dahin geleisteten Altersvorsorgebeiträge,
  • den Stand Ihres Altersvorsorgevermögens.
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Besonderheit bei Ehegatten

Bei Ehegatten, die steuerlich zusammen veranlagt sind und die beide unmittelbar zulagenberechtigt sind, ist der abzugsfähige Betrag für jeden Ehepartner gesondert zu berechnen. Jedem Ehegatten steht der maximale Sonderausgabenabzug in der Steuererklärung zu. Die Anrechnung von Beiträgen oder Zulagen des einen Ehegatten beim Partner ist ausgeschlossen.

Wenn nur ein Ehegatte zulagenberechtigt für die Riester-Rente ist, kann das Ehepaar nur einmal den maximalen Sonderausgabenabzug nutzen. In diesem Fall werden jedoch die gezahlten Beiträge beider Ehegatten und die insgesamt geflossenen Zulagen berücksichtigt.