Riester-Rente bei Kindererziehungszeit

Riester-Rente: Förderung während Kindererziehungszeit

Förderberechtigung für Riester-Rente bei Kindererziehung
Die Erziehung von Kindern wirkt sich bei der gesetzlichen Rente rentensteigernd aus. Wer zuvor nicht berufstätig war, ist nach Geburt eines Kindes versicherungspflichtiges Mitglied. Bei der Riester-Rente muss die Förderberechtigung während der Kindererziehungszeit gemeldet werden.

Kindererziehungszeiten in der Rente

Die Kindererziehungszeit ist eine gesetzliche Schutzzeit, während der besondere Regelungen für die Rente gelten. Die Erziehung eines Kindes führt in den ersten drei Lebensjahren zu einer Erhöhung der Rentenansprüche in der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) und in der Beamtenversorgung. Bei der Geburt eines weiteren Kinders während dieses Dreijahreszeitraums wird die Kindererziehungszeit an den bestehenden Zeitraum "angehängt". Bei zwei Kindern schlagen folglich sechs Jahre als Pflichtbeitragszeit für die Rentenkasse zu Buche.

Versicherte in einem berufsständischen Versorgungswerk erhalten die Kindererziehungszeiten nur auf Antrag in der gesetzlichen Rentenversicherung, wenn die Zeiten im Versorgungswerk nicht berücksichtigt werden. Grundsätzlich startet die Schutzfrist zum 1. des Monats, der der Geburt folgt. Dazu ein Beispiel:

Kind 1 wurde am 20.04.2006 geboren, Kind 2 am 05.06.2007. Die Kindererziehungszeit beginnt am 01.05.2006 und endet am 30.04.2012. Insgesamt erkennt der Gesetzgeber sechs Jahre für die Rentenkasse an. 

Riester-Förderung bei Kindererziehung

Bei der Riester-Rente wird zwischen den unmittelbar und den mittelbar Förderberechtigten unterschieden. Unmittelbar förderberechtigt sind Personen, die in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherungspflichtig sind sowie Beamte. Die mittelbare Zulagenberechtigung gilt für Personen, die entweder kein Einkommen beziehen oder nicht zum förderberechtigten Personenkreis (z.B. Mitglieder eines Versorgungswerks). Dieser Personenkreis erhält die Zulagen nur, wenn sie mit einem unmittelbar Förderberechtigten verheiratet sind.

Ein Beispiel soll die Problematik der Riester-Förderung während der Kindererziehungszeit verdeutlichen. Die Ehefrau ist nicht berufstätig und verfügt über einen sogenannten Zulagenvertrag bei der Riester-Rente. Sie erhält die vollen Zulagen, wenn der Ehemann den Mindesteigenbeitrag in den Riester-Vertrag einzahlt. Eine eigene Beitragszahlung der Ehefrau ist für den Erhalt von Grund- und Kinderzulage nicht erforderlich. Durch die Geburt eines Kindes ändert sich nun der Status der Ehefrau. Da die Kindererziehungszeit in der Regel auf die Mutter angerechnet wird, liegt eine unmittelbare Förderberechtigung vor.

Die Mutter muss daher Eigenbeiträge zahlen, um die vollen Zulagen zu erhalten. Die abgeleitete Ehegattenförderung über einen Zulagenvertrag ist während der Kindererziehungszeit nicht möglich. Der Gesetzgeber verlangt die Zahlung des einheitlichen Sockelbetrags von 60 Euro pro Jahr. Wird der Vertrag der Ehefrau weiterhin beitragsfrei fortgeführt, entfällt die Zulagenberechtigung.

Rechenbeispiel: Vater von Kind 1 und Kind 2 erzielte 2010 ein sozialversicherungspflichtiges Einkommen von 40.000 Euro. Die Ehefrau ist nicht berufstätig und ist ohne Einkünfte. Durch die Kindererziehungszeit besteht eine Pflichtmitgliedschaft in der gesetzlichen Rente. Für den Erhalt von Grund- und Kinderzulagen muss der einheitliche Sockelbetrag von 60 Euro pro Jahr gezahlt werden.

 Mann Frau 
Mindesteigenbeitrag 1.446 EUR 60 EUR 
Grundzulage 154 EUR 154 EUR 
Kinderzulage  370 EUR * 
Sparbeitrag 1.600 EUR 584 EUR 

* Die Kinderzulage beträgt je Kind 185 Euro pro Jahr. Für ab 2008 geborene Kinder gibt es eine Kinderzulage von 300 Euro pro Jahr.

Kindererzeihung führt zu Förderberechtigung

Bei der Geburt eines Kindes muss unter Umständen die Riester-Rente angepasst werden. Die Inanspruchnahme einer Kindererziehungszeit bewirkt die unmittelbare Förderberechtigung, weil Versicherungspflicht bei der gesetzlichen Rente vorliegt. Wenn ein Ehepartner vorher nicht berufstätig und lediglich abgeleitet förderberechtigt war, muss daher ein Eigenbeitrag in den Riester-Vertrag gezahlt werden. Der Gesetzgeber hat dazu den einheitlichen Sockelbetrag von 60 Euro pro Jahr eingeführt.

Der Gesetzgeber hat inzwischen erkannt, dass die bestehende Regelung zu nachteiligen Effekten für besonders Förderfähige (i.d.R. Mütter) führt. Die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) hat bei den Betroffenen, die während der Kindererziehung keinen Eigenbeitrag entrichtet haben, die Zulagen wieder abgezogen. Per Antrag und Nachzahlung der Sockelbeträge soll dies rückgängig gemacht werden.

Private Rentenversicherungen Vergleich anfordern

Weitere Informationen