Rentenversicherungsbeitrag

Aktueller Beitragssatz ab Januar 2016

Gute Nachrichten für Arbeitgeber und Arbeitnehmer: Seit 1.1.2015 liegt der Rentenversicherungsbeitrag bei 18,7 Prozent des Bruttoeinkommens. Trotz der Rentenanpassung zum Juli 2016 soll der Beitragssatz unverändert bleiben und auch in den nächsten Jahren auf diesem Niveau verharren. Die aktuellen Prozentsätze im Überblick.

In 2015 liegt der Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung bei 18,7 Prozent. Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen jeweils 9,35 Prozent des Bruttoeinkommens in die Rentenkasse ein. Damit ergibt sich eine leichte Senkung des Rentenbeitrags im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozentpunkte.

Die Einnahmen der Rentenversicherung liegen bei rund 250 Milliarden Euro, die Ausgaben bei 245 Milliarden Euro. Insgesamt sind mehr als 52 Millionen Bürger in der Rentenkasse versichert. Die sogenannte Standardrente liegt bei knapp 1.100 Euro im Monat.

Aktuelle Werte im Überblick

Gesetzliche Rentenversicherung West Ost
Beitragsbemessungsgrenze 74.400 €/Jahr bzw. 6.200 €/Monat 64.800 €/ Jahr bzw. 5.400 €/Monat
Beitragssatz 18,70%. 18,70%.
Höchstbeitrag 1.159,40 € 1.009,80 €
Regelbeitrag für Selbständige / Handwerker 543,24 € 471,24 €
Mindestbeitrag 84,15 € 84,15 €
Knappschaftl. Rentenversicherung West Ost
Beitragsbemessungsgrenze 91.800 €/Jahr bzw. 7.650 €/Monat 79.800 €/ Jahr bzw. 6.650 €/Monat
Beitragssatz 24,80%. 24,80%.
Beitragssatz Arbeitnehmer 9,35% 9,35%
Beitragssatz Arbeitgeber 15,45% 15,45%
Private Rentenversicherungen Vergleich anfordern

Was ist der Rentenversicherungsbeitrag?

Arbeitnehmer und Personen, die in eine gesetzliche oder freiwillige Rentenversicherung einzahlen, sorgen mit ihrem Rentenversicherungsbeitrag durch den sogenannten Generationenvertrag dafür, um später auch einen eigenen Anspruch auf Rente zu erhalten. Neben den pflichtversicherten unselbstständigen Erwerbstätigen wird dieser Beitrag auch durch die freiwillig Versicherten einbezahlt. Sobald Anspruch auf die Rente besteht, wird der Versicherungsbetrag allerdings nicht auf einmal ausbezahlt, sondern als monatliche Rente. Dadurch kann die Erhaltung des Lebensstandards auch nach der aktiven Arbeitszeit gewährleistet werden.

Durch die Bezahlung der Rentenversicherungsbeiträge während der Arbeitszeit erwirbt man auch das Recht auf die monatliche Rente, wobei es unerheblich ist, welches man erreicht. So erhält man die Rente vom Eintritt in den Ruhestand bis zum Tod, egal, ob man nur 70 oder 110 Jahre alt wird. Die Rentenversicherung stellt somit eine wichtige, gesetzliche Altersvorsorge dar, die zusätzlich durch private, freiwillige Maßnahmen und Zusatzversicherungen erhöht werden kann.

Prozentsatz für Arbeitnehmer

Der gesamte Rentenversicherungsbeitrag beträgt im Jahr 2016 18,7 Prozent vom sozialversicherungspflichtigen Einkommen. Maximal werden die Rentenbeiträge jedoch bis zur aktuellen Beitragsbemessungsgrenze erhoben. In der knappschaftlichen Rentenversicherung liegt der Beitragssatz bei 24,8 Prozent. Arbeitnehmer zahlen in der allgemeinen Rentenversicherung den hälftigen Beitragssatz. Dieser Prozentsatz von 9,35 gilt auch in der knappschaftlichen Versorgung.

Nach Berechnungen der Bundesregierung soll der Beitragssatz bis 2018 unverändert bleiben. Im Jahr 2020 wird jedoch mit einer Anhebung auf 19,5 Prozent und bis 2028 sogar auf 21,4 Prozent gerechnet.

Ohne private Vorsorge droht Rentenlücke

Der Rentenversicherungsbericht enthält darüber hinaus die Aufforderung, private Altersvorsorge zu betreiben. Zwar bleibe die gesetzliche Rente die zentrale Säule, doch könne ohne privates Sparen der Lebensstandard im Alter nicht aufrecht erhalten werden. Denn künftig macht die Standardrente gemessen am Durchschnittsgehalt der Arbeitnehmer nur noch knapp 45 Prozent aus. Aktuell liegt das sogenannte Sicherungsniveau vor Steuern bei ca. 48 Prozent.

Für die Zusatzvorsorge bieten sich vor allem die staatlich geförderten Produkte wie Riester-, Rürup-Rente oder auch die betriebliche Vorsorge an.

Rentenversicherungsbeitrag und Generationenvertrag

Der Generationenvertrag stellt eine wichtige wirtschaftliche Grundlage für die gesetzliche Rentenversicherung dar. Der Rentenversicherungsbeitrag wird berechnet und von den pflichtversicherten und freiwillig versicherten Personen einbezahlt. Aus der Summe dieser Einzahlungen werden durch ein Umlageverfahren die Leistungen für die Rentenversicherungen ausbezahlt. Während früher viele Einzahler wenigen Empfängern der Rente gegenüberstanden, gibt es mittlerweile beinahe mehr Rentenempfänger als Versicherte, die einen Rentenversicherungsbeitrag leisten. Dies führt auch dazu, dass die Beiträge regelmäßig erhöht werden, während die ausbezahlten Renten nicht weit über der Teuerungsrate angehoben werden können.

Dahingehend ist es auch für viele Arbeitnehmer notwendig, zusätzlich zur gesetzlichen Rentenversicherung eine weitere freiwillige Versicherung abzuschließen, um über eine ausreichende Absicherung für den Lebensabend zu verfügen. Mit dem Generationenvertrag kann die Rentenversicherung zumindest zum Großteil sichergestellt werden. Allerdings handelt es sich hierbei um keinen schriftlichen Vertrag, sondern um ein allgemeines, gesellschaftliches Übereinkommen. Die jeweils jüngere Generation finanziert dadurch für die ältere Generation die Rente.

Weitere Artikel