Rentenerhöhung

Rentenerhöhung 2014: Wie hoch ist der Rentenanstieg?

Bei der gesetzlichen Rente wird es 2014 eine leichte Rentenerhöhung geben. Trotzdem sind die Anpassungen der Rentenbezüge in den letzten unterhalb der Inflationsrate geblieben. Für Ruheständler verbleibt unter dem Strich jedoch ein Minus. Informationen und Fakten zu den Rentenanpassungen.

Die rund 20,5 Millionen Rentner können sich zum 1. Juli 2014 über eine Rentenanpassung freuen. Allerdings fällt die Rentenerhöhung unterschiedlich aus. Während die Bezüge der Rentner im Osten um 2,53 Prozent angehoben werden, werden die Renten im Westen um 1,67 Prozent heraufgesetzt.

Der tatsächliche Rentenanstieg fällt u.a. durch die Beitragsbelastung zur gesetzlichen Krankenversicherung und den Steuerabzug jedoch geringer aus.

Hintergründe zur Rentenerhöhung

Bereits 2013 wurden die Altersbezüge angehoben - mit derselben Tendenz wie 2014: Kräftige Anhebung im Osten und geringe Anpassung in den West-Bundesländern. Die Erhöhungen der Renten in den letzten Jahren im Überblick:

  • 2004 bis 2006: keine Rentenerhöhungen
  • 2007: 0,54% in Ost und West
  • 2008: 1,1% in Ost und West
  • 2009: 3,38% Osten / 2,41% Westen
  • 2010: keine Rentenerhöhung
  • 2011: 0,99% in Ost und West
  • 2012: 2,26% Osten / 2,18% Westen
  • 2013: 3,29% Osten / 0,25% Westen
  • 2014: 2,53% Osten / 1,67% Westen

Hintergrund der höheren Anpassung in den östlichen Ländern ist die Angleichung des Rentenniveaus an das Westniveau. Noch erreichen die Renten im Osten nicht das Westniveau, liegen allerdings mit 99,2 Prozent des Wetswertes nun fast auf dem Zielvievau. Zudem sind die Löhne im Osten deutlich stärker gestiegen als im Westen. Zudem dämpft die Rentengarantie den Anstieg der West-Renten. Die Rentenerhöhung erfolgt zum 1. Juli 2013 vorgenommen.

Zum ersten Mal hatten 2011 bei der Rentenerhöhung die Schutzklauseln des Gesetzebers gegriffen. Die theoretisch höhere Anpassung wurde dadurch abgemildert. Damit werden die Rentenminderungen, die es in den letzten Jahren aufgrund der Wirtschaftsentwicklung hätte geben müssen, nachgeholt. Dies gilt auch für die aktuelle Erhöhung.

Zudem verhindert eine Schutzklausel, dass die Rentenerhöhung im Osten geringer ausfällt als im Westen. Eigentlich hätte der Anstieg im Osten bei lediglich 0,71 Prozent liegen dürfen. Aufgrund der besagten Klausel gilt jedoch, dass die Renten im Osten mindestens im gleichen Maße angehoben werden wie im Westen.

Diese Faktoren bremsen den Rentenanstieg

Die Entwicklung der Renten hängt nicht nur von der Lohnentwicklung der Beschäftigten ab. Drei Schutzklauseln bremsen den Rentenanstieg und sollen für Generationengerechtigkeit sorgen.

Riester-Faktor

Seit 2003 müssen die abhängig Beschäftigten privat vorsorgen, um die Kürzungen der gesetzlichen Rente aufzufangen. Der Staat hat dafür die Riester-Rente eingeführt. Um die volle staatliche Förderung zu erhalten, müssen vier Prozent des Bruttoeinkommens in den Riester-Vertrag eingezahlt werden. Diesen Mehrbelastungen trägt der Riester-Faktor Rechnung, damit die aktuellen Ruheständler indirekt beteiligt werden.

Nachhaltigkeitsfaktor

Durch den demographischen Wandel verschiebt sich das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentenbeziehern zu Lasten der arbeitenden Bevölkerung. Durch den Nachhaltigkeitsfaktor fällt der Rentenanstieg geringer aus, wenn die Zahl der Rentenbezieher im Verhältnis zu den Beitragszahlern steigt.

Rentengarantie

Seit 2009 besteht als Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise eine "erweiterte Rentenschutzklausel". Eigentlich müssten die Rentenbezüge gekürzt werden, wenn das Lohnniveau sinkt. Durch die Rentengarantie wird dies allerdings ausgeschlossen.

Geringe Rentenerhöhung wegen Wirtschaftskrise?

Das Bundesarbeitsministerium hat sich festgelegt: In 2011 wird die gesetzliche Rente um lediglich 0,99 Prozent angehoben. Eigentlich hätte es zu einer stärkeren Anhebung der Renten kommen müssen, weil die Bruttolöhne im vergangenen Jahr um 3,10 Prozent im Westen und um 2,55 Prozent im Osten gestiegen sind. Aufgrund der gesetzlich verankerten Rentengarantie wird die eigentlich möglich Anpassung gekürzt. Zudem wirkt sich das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentenempfängern dämpfend auf den Rentenanstieg aus.

Der Rentenwert ergibt sich aus den Bruttolöhnen des Vorjahres. Steigen diese an, wie bisher in jedem Jahr seit Gründung der Bundesrepublik, wird auch dieser Wert angehoben. Allerdings wurden in den letzten Jahren durch zahlreiche Rentenreformen die Rentenerhöhungen abgemildert. Diese Tatsache ist auch dem demografischen Wandel geschuldet. Die gesetzliche Rente wird auch künftig nur noch für das Existenzminimum ausreichen und nicht mehr den Lebensstandard sichern können.

Die Wirtschafts- und Finanzkrise sorgte in den letzten Jahren dafür, dass die Rentengarantie des Bundes greifen musste. Künftig werden die Rentenerhöhungen durch weitere Eingriffe in die Rentenformel geringer ausfallen. Die 20 Millionen Ruheständler müssen sich damit abfinden, dass die Nettorente, also nach Abzug von Steuern und Inflation, in Zukunft eher sinken als steigen wird.

Weitere Ratgeber

Welche Faktoren bremsen die Rentenerhöhungen?

Bereits in den letzten zehn Jahren sind die Rentenerhöhungen im Vergleich zum Jahrzehnt davor deutlich geringer ausgefallen. Da es in 2008 und 2009 außerplanmäßige Erhöhungen gegeben hat, müssen diese Vorschussleistungen in späteren Jahren nachgeholt werden. Auch die Rentengarantie bremst künftige Rentenerhöhungen. Folgende Faktoren werden auch in den kommenden Jahren eine spürbare Erhöhung des Rentenwerts verhindern:

  • Nachhaltigkeitsfaktor,
  • Riester-Faktor.

Mit dem Nachhaltigkeitsfaktor wird das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentenempfängern berücksichtigt. Wenn sich diese Verhältniszahl zu Lasten der Beitragszahler verschiebt, wird die Rentenerhöhung um den Faktor gekürzt. Im Extremfall kann dies dazu führen, dass die Renten überhaupt nicht mehr angehoben werden.

Der Riester-Faktor berücksichtigt die zusätzliche Belastung der arbeitenden Bevölkerung durch die private Vorsorge. Der Faktor bremst die Rentenerhöhung um 0,6 Prozent.

Weitere Artikel