Rentenerhöhung
Rentenerhöhung 2012: Wie hoch ist der Rentenanstieg?
Hintergründe zur Rentenerhöhung
Keine rosigen Zeiten für die Rentner: Die Bundesregierung hat bekannt gegeben, dass zum 1. Juli lediglich eine Mini-Rentenerhöhung von 0,99 Prozent geben wird. im vergangenen Jahr mussten die Rentner eine Nullrunde hinnehmen. Bereits in den Jahren 2004 bis 2006 wurden die Bezüge der 20 Millionen Ruheständler nicht angehoben.
Zum ersten Mal greifen bei der Rentenerhöhung die Schutzklauseln des Gesetzebers. Die theoretisch höhere Anpassung wird dadurch abgemildert. Damit werden die Rentenminderungen, die es in den letzten Jahren aufgrund der Wirtschaftsentwicklung hätte geben müssen, nachgeholt.
Zudem verhindert eine Schutzklausel, dass die Rentenerhöhung im Osten geringer ausfällt als im Westen. Eigentlich hätte der Anstieg im Osten bei lediglich 0,71 Prozent liegen dürfen. Aufgrund der besagten Klausel gilt jedoch, dass die Renten im Osten mindestens im gleichen Maße angehoben werden wie im Westen.
Geringe Rentenerhöhung wegen Wirtschaftskrise?
Das Bundesarbeitsministerium hat sich festgelegt: In 2011 wird die gesetzliche Rente um lediglich 0,99 Prozent angehoben. Eigentlich hätte es zu einer stärkeren Anhebung der Renten kommen müssen, weil die Bruttolöhne im vergangenen Jahr um 3,10 Prozent im Westen und um 2,55 Prozent im Osten gestiegen sind. Aufgrund der gesetzlich verankerten Rentengarantie wird die eigentlich möglich Anpassung gekürzt. Zudem wirkt sich das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentenempfängern dämpfend auf den Rentenanstieg aus.
Der Rentenwert ergibt sich aus den Bruttolöhnen des Vorjahres. Steigen diese an, wie bisher in jedem Jahr seit Gründung der Bundesrepublik, wird auch dieser Wert angehoben. Allerdings wurden in den letzten Jahren durch zahlreiche Rentenreformen die Rentenerhöhungen abgemildert. Diese Tatsache ist auch dem demografischen Wandel geschuldet. Die gesetzliche Rente wird auch künftig nur noch für das Existenzminimum ausreichen und nicht mehr den Lebensstandard sichern können.
Die Wirtschafts- und Finanzkrise sorgte in den letzten Jahren dafür, dass die Rentengarantie des Bundes greifen musste. Künftig werden die Rentenerhöhungen durch weitere Eingriffe in die Rentenformel geringer ausfallen. Die 20 Millionen Ruheständler müssen sich damit abfinden, dass die Nettorente, also nach Abzug von Steuern und Inflation, in Zukunft eher sinken als steigen wird.
Welche Faktoren bremsen die Rentenerhöhungen?
Bereits in den letzten zehn Jahren sind die Rentenerhöhungen im Vergleich zum Jahrzehnt davor deutlich geringer ausgefallen. Da es in 2008 und 2009 außerplanmäßige Erhöhungen gegeben hat, müssen diese Vorschussleistungen in späteren Jahren nachgeholt werden. Auch die Rentengarantie bremst künftige Rentenerhöhungen. Folgende Faktoren werden auch in den kommenden Jahren eine spürbare Erhöhung des Rentenwerts verhindern:
- Nachhaltigkeitsfaktor,
- Riester-Faktor.
Mit dem Nachhaltigkeitsfaktor wird das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentenempfängern berücksichtigt. Wenn sich diese Verhältniszahl zu Lasten der Beitragszahler verschiebt, wird die Rentenerhöhung um den Faktor gekürzt. Im Extremfall kann dies dazu führen, dass die Renten überhaupt nicht mehr angehoben werden.
Der Riester-Faktor berücksichtigt die zusätzliche Belastung der arbeitenden Bevölkerung durch die private Vorsorge. Der Faktor bremst die Rentenerhöhung um 0,6 Prozent.
Weitere Informationen
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