Rentenbescheid

Berechnung und Überprüfung vom Rentenbescheid

Der Rentenbescheid ist die Grundlage für die monatliche ausgezahlte Alters-, Hinterbliebenen- beziehungsweise Erwerbsminderungsrente. Er wird dem Rentenempfänger vor Erhalt der ersten Rentenzahlung zugeschickt. Nachweislich sind jedoch nicht alle Berechnungen korrekt. Wir sagen Ihnen, wie Sie Ihren Anspruch überprüfen können.

Grundlagen zum Rentenbescheid

Jeder gesetzlich Versicherte erhält vor dem ersten Rentenbezug sowie bei jeder notwendigen Änderung, beispielsweise aufgrund eines geänderten Beitragsatzes zur Krankenversicherung, einen Rentenbescheid zugesandt. In diesen befinden sich neben der berechneten monatlichen Rente sowie dem Zeitpunkt des Rentenbeginns auch die Angaben über den Versicherungsverlauf, also über die rentenrechtlich relevanten Zeiten. Auf der Grundlage dieser Angaben in Verbindung mit den eingezahlten Beiträgen wird der Rentenanspruch ermittelt.

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Bei einem eindeutigen Versicherungsverlauf ist diese Anspruchsermittlung zwar komplex, aber nachvollziehbar. In der Praxis liegt der Idealfall des Versicherten mit einer ununterbrochenen Beitragseinzahlung im Rahmen einer Arbeitnehmertätigkeit beziehungsweise einer freiwilligen Versicherung jedoch nur selten vor. Häufig müssen bei der Rentenberechnung auch beitragsfreie Zeiten, also wo der Versicherte selbst keine Beträge in die gesetzliche Rentenversicherung abgeführt hat, berücksichtigt werden. Als Beispiele für solche Zeiten sind die Zeiten der Kindererziehung, der Ausbildung, des Wehr- und Zivildienstes aber auch die Zeit der politischen Gefangenschaft zu nennen.

Zudem gibt es neben diesen rentenrechtlich zu berücksichtigten Zeiten auch noch viele Sonderregelungen für Bürger der ehemaligen DDR. Aufgrund dieser vielen verschiedenen Faktoren unterlaufen den Rententrägern bei der Erstellung von einem Rentenbescheid regelmäßig Fehler. So ist es beispielsweise denkbar, dass die rentenrechtlichen Zeiten nicht oder nicht richtig berücksichtigt wurden. Dies führt dann dazu, dass der Versicherte zu wenig Rente erhält.

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Der Ratgeber der Stiftung Warentest erklärt einfach und übersichtlich die Situationen, in denen Sie Fehler machen und Rente verschenken könnten, und er rät frühzeitig zu planen.

Fehlerquote beim Rentenbescheid ist ungewiss

Es ist allgemein bekannt, dass nicht jeder Rentenbescheid korrekt berechnet wird. Je nach Quellenangabe wird vermutetet, dass jeder zweite bis fünfte Bescheid falsch ist. Vor allem in diversen volksnahen Tageszeitungen sorgen regelmäßig Schlagzeilen über die fehlerhaften Rentenberechnungen für Aufsehen. Als Beispiel für das Medieninteresse ist eine Untersuchung aus dem Freistaat Sachsen zu nennen. Bei dieser Untersuchung wurde eine Fehlerquote von rund 25 Prozent festgestellt. Sicherlich wirkt diese Fehlerquote auf den ersten Blick zu hoch. Bei einer genauen Betrachtung der Zahlen fällt jedoch auf, dass in Sachsen im Jahr 2008 nur 3019 Bescheide nach dem Einlegen von einem Widerspruch neu berechnet werden mussten. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass in Sachsen aber rund 1,25 Millionen Bürger eine Rente beziehen, scheint diese angenommene Fehlerquote bezogen auf den geringen Anteil der Widersprüche sehr hoch angesetzt.

Aus diesem Grund nehmen die deutschen Rentenversicherungsträger bei der Berechnung des Rentenanspruchs selbst nur eine Fehlerquote von rund 3 Prozent an. Diese Quote stützt sich jedoch auf den Anteil der erfolgreichen Widersprüche im Bezug auf alle Bescheide. Da aber nicht jeder Versicherte einen vermeintlichen Fehler beim Rentenbescheid erkennt, ist anzunehmen, dass die Dunkelziffer höher liegt. Die jedoch oftmals publizierte Annahme, dass sich die Fehlerquote der Widerspruchsverfahren auf alle Bescheide umlegen lässt, wird von den Experten zumeist als falsch angesehen.

Überprüfung vom Rentenbescheid

Bei einer Überprüfung von einem Rentenbescheid sollte der Versicherungsnehmer neben der rechnerischen Prüfung eine inhaltliche Prüfung vornehmen. Oftmals ist es jedoch für den Bürger schwierig, einen möglichen Anspruch festzustellen. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, ein Beratungsangebot in Anspruch zu nehmen.

Bei dieser Beratung ist der Versicherungsverlauf auf die Vollständigkeit zu überprüfen, da bestehende Lücken oftmals versicherungsrelevant sind und berücksichtigt werden müssen. Ein weiterer Fehlerschwerpunkt stellt neben dem Versicherungsverlauf bei der Ermittlung des Rentenanspruchs die Höhe der Abzüge dar. Nicht immer ist der erhobene Abschlag rechtens. Gerade bei Frauen aber auch Schwerbehinderten gelten zum Teil Sonderregelungen, die einen früheren abschlagsfreien Renteneintritt ermöglichen. Da diese Regelungen aufgrund von diversen Reformen im hohen Maß vom Geburtsjahr und dem Versicherungsverlauf des Bürgers abhängig sind, gelten oftmals individuelle Regelungen, die wiederum aufgrund ihrer Komplexität eine hohe Fehlerquote bewirken können. Deshalb empfiehlt bei einem solchen Rentenbescheid eine Rücksprache mit einem Experten.

Grundsätzlich können alle Fragen zur Rentenberechnung mit einem Sachbearbeiter des Rentenversicherungsträgers geklärt werden. In der Praxis empfiehlt sich jedoch, einen unabhängigen Berater zu kontaktieren. Diese sind in der Regel mehr darin interessiert den Versicherten zu beraten und neigen nicht dazu, eigene Fehler zu vertuschen.

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