Rentenbeitrag

Rentenbeitrag 2013 bei 18,9 Prozent

Die gesetzliche Rentenversicherung wird zu gleichen Teilen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern finanziert. Zum 1. Januar 2013 erfolgt eine Absenkung vom Rentenbeitrag von 19,6 auf 18,9 Prozent. Hintergrund ist die positive wirtschaftliche Entwicklung, die zu einer vollen Rentenkasse führt. Erfahren Sie mehr über die Entwicklung des Beitragssatzes und die Hintergründe zur Finanzierung.

Rentenbeitrag: Finanzierung und Höhe

Die gesetzliche Rente wird zu großen Teilen aus Beiträgen finanziert. Arbeitgeber und versicherungspflichtige Arbeitnehmer teilen sich den Rentenbeitrag paritätisch. Dies bedeutet, dass jede Partei vom aktuellen Beitragssatz jeweils die Hälfte übernimmt. Die Beitragsbelastung wird als Prozentsatz vom Bruttoeinkommen erhoben. Die Maximalbelastung wird bei der Beitragsbemessungsgrenze für die Rentenversicherung erreicht.

Der Beitragssatz hat sich in den letzten Jahrzehnten folgendermaßen entwickelt:

  • 01.04.1991 – 31.12.1992: 17,7 Prozent,
  • 01.01.1993 – 31.12.1993: 17,5 Prozent,
  • 01.01.1994 – 31.12.1994: 19,2 Prozent,
  • 01.01.1995 – 31.12.1995: 18,6 Prozent,
  • 01.01.1996 – 31.12.1996: 19,2 Prozent,
  • 01.01.1997 – 31.03.1999: 20,3 Prozent,
  • 01.04.1999 – 31.12.1999: 19,5 Porzent,
  • 01.01.2000 – 31.12.2000: 19,3 Prozent,
  • 01.01.2001 – 31.12.2002: 19,1 Prozent,
  • 01.01.2003 – 31.12.2006: 19,5 Prozent,
  • seit 01.01.2007: 19,9 Prozent,
  • 01.01.2013: 18,9 Prozent.

Zur Einführung der gesetzlichen Rente im Jahr 1891 lag der Beitragssatz bei 1,7 Prozent. Eine Ausnahme von der paritätischen Finanzierung bildet die knappschaftliche Rentenversicherung. Hier gilt ein Rentenbeitrag von 26,4 Prozent, von dem der Arbeitgeber den höheren Anteil übernimmt.

Die Rentenkasse wird jedoch nicht ausschließlich über Beitragsgelder finanziert. Der aus Steuermitteln finanzierte Bundeszuschuss sorgt dafür, dass zusätzlich versicherungsfremde Leistungen der Rentenversicherung bezahlt werden können. Dazu zählen z.B. die Berücksichtigungs- oder Kindererziehungszeiten, Renten wegen Todes oder die Integration von Vertriebenen und Aussiedlern.

Insgesamt liegt der Steuerzuschuss bei knapp 56 Milliarden Euro pro Jahr - mit steigender Tendenz. Experten rechnen mit aufgrund des demografischen Wandels und der Umlagefinanzierung mit einem weiteren Anstieg der Steuerzuschüsse. Andernfalls müsste der Beitragssatz angehoben und/oder die Rentenleistungen gekürzt werden. Beim Umlageverfahren werden die laufenden Beitragseinnahmen direkt als Renten ausgezahlt. Außer einer gesetzlich vorgeschriebenen Nachhaltigkeitsrücklage werden keine Rückstellungen gebildet.

Rentenbeitrag für Selbständige

Selbständige zahlen ja nach beruflicher Situation unterschiedlich in die Rentenkasse ein. Grundsätzlich ist zu unterscheiden, ob freiwillige oder Pflichtbeiträge geleistet werden. Arbeitnehmerähnliche Selbständige mit nur einem Auftraggeber als auch zahlreiche Handwerksbetriebe sind in der Regel versicherungspflichtig. Dieser Personenkreis muss Beiträge an die Rentenkasse abführen. Jeder nicht von der Versicherungspflicht erfasste Selbständige kann frei entscheiden, ob Beiträge in die gesetzliche Rente gezahlt werden.

Der Rentenbeitrag für Selbständige orientiert sich grundsätzlich nicht am Arbeitseinkommen. In diesem Fall wird die aktuelle Bezugsgröße herangezogen und der monatliche Regelbeitrag ermittelt. Für Existenzgründer besteht die Möglichkeit, den halben Regelsatz zu zahlen. Wer den Nachweis eines geringeren oder höheren Einkommens erbringt, kann einkommensgerechte Beiträge zahlen. In jedem Fall bildet der Mindestbeitrag die Untergrenze und der Höchstbeitrag die Maximalbelastung. Durch die jährliche Anpassung von Beitragsbemessungsgrenze und Bezugsgröße ändern sich auch die Beitragswerte.

Rentenbeiträge in der Steuererklärung

Durch das Alterseinkünftegesetz gelten neue Regeln bei der Altersvorsorge. Gesetzliche Renteneinkünfte werden nachgelagert besteuert, während die Rentenbeiträge schrittweise steuerlich entlastet werden. Da der Umbau des Rentensystems in Schritten vollzogen wird, können die Beiträge im Jahr 2011 erst zu 72 Prozent als Sonderausgaben abgesetzt werden. Vom Jahr 2025 an wirken sich die Beitragszahlungen zu 100 Prozent steuermindernd aus.Maximal können Ledige 20.000 Euro pro Jahr absetzen. Für zusammen Veranlagte gilt ein Höchstwert von 40.000 Euro.

Die Steuerersparnis bei den Rentenbeiträgen steigt somit in den nächsten Jahren sukzessive an. Doch Vorsicht: Es handelt sich um kein Steuergeschenk des Staates, sondern vielmehr um eine Verlagerung der Steuerzahlung nach hinten. Da das zu versteuernde Einkommen in der Rente im Regelfall geringer als während des Erwerbslebens ausfällt, müssen Beschäftigte insgesamt weniger an den Fiskus abführen. Da jedoch durch die nachgelagerte Besteuerung die Rentenauszahlung für kommende Rentnergenerationen geringer ausfallen wird, sollte die Lücke durch eine ergänzende private Vorsorge geschlossen werden.

Dafür hat der Gesetzgeber zahlreiche Varianten installiert, für welche die Beitragszahlungen wiederum von der Steuer abgesetzt werden können. Dazu zählen. z.B. Basis-Rente, Riester-Rente und die Formen der betrieblichen Altersvorsorge.

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