Rentenabschlag

Kürzung der Rente bei vorzeitigem Rentenbeginn

Wer vorzeitig in Ruhestand geht, muss einen Rentenabschlag in Kauf nehmen. Der Gesetzgeber will verhindern, dass das Rentensystem durch Frührente zu stark beansprucht wird. Der Abschlag gilt für die gesamte Rentenbezugszeit.

Die gesetzliche Rente wird je nach Rentenart erst ab einem bestimmten Alter ohne Rentenabschlag ausgezahlt. Dadurch wird derjenige belohnt, der länger in das Rentensystem eingezahlt hat. Der Abschlag gilt Erwerbsminderungsrenten, bei Renten wegen Todes, bei Versorgungsausgleich und bei der vorzeitigen Altersrente.

Wie hoch ist der Rentenabschlag?

Viele Arbeitnehmer wünschen sich einen vorzeitgen Renteneintritt (Frührente), um den Lebensabend zu genießen. Dadurch, dass die Rente früher bezogen wird und weniger Beiträge in das System eingezahlt wurden, verlangt der Gesetzgeber einen Rentenabschlag.

Für jeden Monat des vorzeitigen Rentenbeginns wird ein Abschlag von 0,3 Prozent veranschlagt. Für jedes Jahre des früheren Renteneintritts erhalten Versicherte also eine Reduzierung der Rente um 3,6 Prozent. Der maximale Abschlag bei der Altersrente beläuft sich auf 18 Prozent. Die Kürzung der Rente für die gesamte Laufzeit, also auch über die Regelaltersgrenze hinaus.

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Gibt es die Rentenabschläge auch bei anderen Rentenarten?

Ein Rentenabschlag wird ebenfalls bei der Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit vor dem 63. Lebensjahr verlangt. Für jeden Kalendermonat, für den die Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit vor Vollendung des 63. Lebensjahres beansprucht wird, beträgt der Rentenabschlag 0,3 Prozent, höchstens jedoch 10,8 Prozent. Dieser maximale Abschlag gilt ebenso für die Altersrente für schwerbehinderte Menschen.

Bei der Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder Altersteilzeit sowie bei der Altersrente für Frauen liegt der maximale Abschlag bei 18 Prozent. Bei Erziehungsrenten, Witwen- und Waisenrenten muss für jeden Monat des Bezugs vor dem 63. Lebensjahr auch ein Abschlag berücksichtigt werden. Hier beläuft sich die maximale Reduktion auf 10,8 Prozent.

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Welche Besonderheiten gibt es?

Der Rentenabschlag kann durch eine freiwillige Zahlung von Beiträgen an die gesetzliche Rentenversicherung zum Teil oder vollständig ausgeglichen Werden. Der Versicherte muss dazu mindestens 54 Jahre alt sein und die Frührente beantragen.

Mit der Rentenreform im Jahr 2007 wurde die Rente mit 67 eingeführt. Danach können die Jahrgänge ab 1964 erst im 67 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen. Ausnahmen gelten für Versicherte, die 45 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben.

Angesichts der demographischen Entwicklung fordern Experten bei vorzeitiger Inanspruchnahme einen Rentenabschlag von bis zu 30 Prozent - oder eine weitere Verlängerung der Lebensarbeitszeit.

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