Steuern auf gesetzliche Rente

Ab dieser Rente müssen Steuern gezahlt werden

Gesetzliche Renten unterliegen der Besteuerung. Erst ab einer gewissen Höhe der Altersbezüge fällt Einkommensteuer an. Bereits jeder fünfte der rund 20 Millionen Rentner muss Steuern auf seine Renteneinkünfte zahlen. Warum das so ist, zeigen wir im nachfolgenden Artikel.

Für gesetzliche Renteneinkünfte gilt das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung. Dies besagt, dass Einnahmen aus der Rentenkasse im Rentenbezug der Einkommensteuer unterliegen. Allerdings sorgen bestimmte Freibeträge und Regelungen dafür, dass ein Teil der Rente steuerbefreit ist.

Welcher Anteil der Rente der Besteuerung unterliegt, hängt vom Rentenbeginn ab. Rentner, die ab dem Jahr 2040 in Ruhestand gehen, müssen die Rente voll versteuern. Für jeden Rentnerjahrgang dafür bleibt ein bestimmter Anteil der Rente steuerfrei.

Wie Renten besteuert werden

Wie viel von der gesetzlichen Rente steuerfrei bleiben, hängt vom erstmaligen Rentenbeginn ab. Wer 2016 erstmalig Rente bezieht, muss einen Anteil von 72 Prozent versteuern. Die restlichen 28 Prozent bleiben dauerhaft steuerfrei. Bis ins Jahr 2040 wird der Steueranteil auf die Rente bis zum Jahr 2020 in 2-Prozent-Schritten und danach in 1-Prozent-Schritten pro Jahr angehoben, so dass ab 2040 die Rente voll der Besteuerung unterliegt.

Steueranteil auf Rente (in Prozentsätzen)

Jahr des Rentenbeginns Steueranteil Rentenfreibetrag  
2016 72 28  
2017 74 26  
2018 76 24  
2019 78 22  
2020 80 20  
2025 85 15  
2030 90 10  
2035 95  
2039 99  
2040 100  

Achtung: Der sogenannte Rentenfreibetrag wird als Euro-Cent-Betrag festgehalten. Dadurch zählen künftige Rentenerhöhungen immer voll zum steuerpflichtigen Anteil! Trotzdem muss der überwiegende Anteil der Rentner aktuell keine Steuern zahlen. Von den rund 20 Millionen Ruheständlern müssen ca. 4,4 Millionen tatsächlich Einkommensteuer abführen.

Einkünfte bis zum Grundfreibetrag müssen nicht versteuert werden. Aktuell sind das 8.652 Euro für Alleinstehende. Doch Vorsicht: Selbst wenn man zu Rentenbeginn keine Steuern zahlen muss, kann sich dies durch Rentenanpassungen ändern.

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Die Rentenbesteuerung seit 2005

Das Bundesverfassungsgericht hat den Gesetzgeber im Jahr 2002 dazu aufgefordert, die steuerliche Ungleichbehandlung von Beamtenpensionen und gesetzlichen Renten neu zu regeln. Dies führte mit dem Alterseinkünftegesetz zu einer Neuregelung der Rentenbesteuerung. Seitdem gilt das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung. Bestimmte Aufwendungen für die Altersvorsorge können steuermindernd abgesetzt werden. Die Ruhestandsbezüge sind im Rentenalter zu einem bestimmten Satz zu versteuern.

Folgende Renten müssen seit 2005 versteuert werden:

Für private Rentenversicherungen und Bezüge aus der betrieblichen Versorgung gelten die bereits bestehenden Regelungen. Die Höhe des Besteuerungsanteils bei der gesetzlichen und der Basisrente richtet sich nach dem Renteneintrittsdatum. So liegt der steuerpflichtige Anteil im Jahr 2015 bei 70 Prozent. Im Gegenzug können 30 Prozent der Rente steuerfrei vereinnahmt werden. Dieser Anteil wird für die komplette Dauer des Rentenbezugs als Absolutbetrag festgeschrieben. Künftige Rentenerhöhungen müssen also immer voll versteuert werden.

Der steuerpflichtige Rentenanteil steigt in jährlichen 2-Prozent-Schritten auf 80 Prozent im Jahr 2020 an und wird ab dann in Schritten von 1 Prozent bis 2040 angehoben. Ab dann muss die Rente zu 100 Prozent versteuert werden.

Die Besteuerung anderer Renten

Zu den anderen Rentenarten zählen die Einkünfte aus einer privaten Rentenversicherung oder der betrieblichen Altersvorsorge. Für private Rentenverträge als auch für Direktversicherungen nach § 40 EStG gilt die sogenannte Ertragsanteilsbesteuerung. Die Höhe des zu versteuernden Anteils hängt vom Eintrittsalter bei der erstmaligen Rentenzahlung und der Art der Rente ab. Wer z.B. mit dem 65. Lebensjahr in den Ruhestand geht, unterliegt ein Anteil von 18 Prozent der Steuerpflicht. Grundsätzlich gilt: Je höher das Renteneintrittsalter ist, desto geringer ist der steuerpflichtige Anteil.

Für Direktversicherungen nach § 3 Nr. 63 EStG gilt die volle steuerliche Absetzbarkeit der Beiträge. Aus diesem Grund erfolgt beim Rentenbezug die nachgelagerte Besteuerung. Bei betrieblichen Direktversicherungen mit Datum nach dem 1. Januar 2005 handelt es sich um derartige Verträge.

Bereits jetzt müssen Zahlungen aus der Riester-Rente voll versteuert werden. Dies hängt damit zusammen, dass die Beiträge im Rahmen der Steuererklärung zu 100 Prozent steuermindernd abgesetzt werden können.

Wie hoch ist die Rentenbesteuerung?

Für die Ermittlung der Steuerlast wird der herkömmliche Steuertarif der Grund- und Splittingtabelle herangezogen. Wie bei allen Einkunftsarten, können Rentner Werbungskosten geltend machen. Durch die Umstellung auf die nachgelagerte Besteuerung gilt, dass die Rentenbesteuerung bis 2040 jedes Jahr zunimmt. Dies erfolgt durch den schrittweisen Abbau des Altersentlastungsbetrags. Auf der anderen Seite kann ein immer höherer Anteil der Beiträge zur Altersvorsorge als Sonderausgabe vom steuerpflichtigen Einkommen abgezogen werden. Als steuerfreies Existenzminimum gilt der Grundfreibetrag.

Wer bereits vor dem 31.12.2004 gesetzliche Ruhebezüge erhalten hat, muss seit 2005 die Hälfte der Rente versteuern. Der Rest bleibt steuerfrei. Wichtig ist jedoch, dass bei der Rentenbesteuerung kein Prozentsatz festgeschrieben, sondern ein Freibetrag ermittelt wird. Dieser Wert ist für die gesamte Dauer des Rentenbezugs steuerfrei. Dies bedeutet allerdings auch, dass Rentenerhöhungen voll versteuert werden müssen. Die genaue Steuerlast eines Rentners hängt von zahlreichen Faktoren ab. So mindern die Krankenversicherungsbeiträge die Steuerlast. Als Faustformel lässt sich jedoch sagen, dass bis zu einer Bruttorente von 19.000 Euro für Ledige keine Steuern anfallen.

Für Rentner, die seit dem 1. Januar 2005 in Rente gehen, sieht die Situation anders aus. Je nach Renteneintrittsdatum wird der steuerfreie Betrag für die Restlaufzeit ermittelt. Ab 2020 müssen z.B. bereits 80 Prozent der gesetzlichen Rentenleistungen versteuert werden. Weil vor allem jüngere Jahrgänge einen höheren Anteil ihrer Ruhegehälter aus privaten Vorsorgeformen erhalten und der Besteuerungsanteil steigt, ist davon auszugehen, dass ein immer größerer Teil der Rentner Steuern zahlen muss.

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