Rente mit 67

Neue Altersgrenzen fr die gesetzliche Rente

Die Rente mit 67 wird ab Januar 2012 schrittweise eingefhrt. Neurentner des Jahrgangs 1947 mssen einen Monat lnger arbeiten um die Rente ohne Abschlag zu erhalten. Durch die schrittweise Anhebung der Altersgrenze wird die Rente mit 67 erst ab 2029 vollstndig umgesetzt sein.

Rente mit 67: Fakten und Grnde

Die Rente mit 67 wurde beschlossen, das gesetzliche Renteneintrittsalter steigt von 65 auf 67 Jahre. Dies bedeutet einen historischen Schritt, gilt doch seit 1913 das 65. Lebensjahr als Renteneintrittsalter. Der demografische Wandel mit der Folge steigender Beitragsstze bei der Rente haben den Gesetzgeber jedoch zum Handeln gezwungen.

Die Rente mit 67 wurde wirkungsgleich auf das Beamtenrecht bertragen. Das Gesetz sieht jedoch auch Ausnahmen z.B. fr besonders langjhrig Versicherte mit 45 Beitragsjahren vor. Besonderen Vertrauensschutz genieen Angehrige der Geburtsjahrgnge 1954 und lter. Dies gilt fr den Fall, dass sie bis zum 31. Dezember 2006 verbindlich Altersteilzeit mit ihrem Arbeitgeber vereinbart haben.

Die Folgen der demographischen Entwicklung schlagen sich in den Zahlen der gesetzlichen Rentenversicherung nieder. Mit dem spteren Rentenbeginn soll die Finanzierung der Rentenkassen gesichert und der Beitragssatz stabil gehalten werden. Das ist die Konsequenz aus der zu erwartenden beralterung der Gesellschaft: Immer mehr Ruhestandsgehlter mssen von immer weniger Erwerbsttigen finanziert werden.

Eine gute gesundheitliche Versorgung sowie eine gesunde und reichliche Ernhrung fhrten in den vergangenen Jahren statistisch zu einem Anstieg der Rentenbezugsdauer um rund 2,5 Jahre. Die gesetzliche Rente wird daher in Zukunft kaum noch mehr als eine Grundversorgung bieten knnen.

Lngere Lebenserwartung durch bessere medizinische Versorgung und hherwertiges Essen sowie weniger Junge und mehr Alte zeigen die Grenzen der Finanzierbarkeit der gesetzlichen Rente. Nur durch eine Verlngerung der Lebensarbeitszeit lsst sich dieses System aufrecht erhalten.

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Wer ist von der Rente mit 67 betroffen?

Die Anhebung beginnt im Jahr 2012 fr die ab 1947 Geborenen. Die Regelaltersgrenze fr den Jahrgang 1947 betrgt 65 Jahre und 1 Monat, fr den Jahrgang 1948 65 Jahre und 2 Monate usw., so dass fr die 1958 Geborenen die Regelaltersgrenze 66 gilt. Ab dem Jahrgang 1959 erfolgt die Anhebung des Renteneintrittsalters dann in Zweimonatsschritten. Jahrgang 1959 kann also erst mit 66 Jahren und zwei Monaten ohne Abzge in den Ruhestand, Jahrgang 1960 mit 66 Jahren und vier Monaten. Ab dem Jahrgang 1964 heit es dann fr alle: Rente erst mit 67!

Wer trotz der nderung mit 65 Jahren aussteigen will, muss mit einem Abschlag von 0,3 Prozent der Rente rechnen und zwar fr jeden Monat, den er frher in Rente geht. Dies bedeutet bei einem Renteneintritt mit 65 einen Rentenabschlag von 7,2 Prozent, und zwar fr die gesamte Rentenbezugszeit. Entwarnung gilt nur fr Arbeitnehmer mit 45 Jahren Beitragsjahren in die gesetzliche Rentenversicherung. Sie drfen mit 65 ohne Abzge ihr Rentendasein genieen. Fr Menschen, die heute bereits 60 Jahre und lter sind, ndert sich an den Zugangsvoraussetzungen fr die Rente nichts. Der bisher gewhrte Zuschlag fr den Renteneintritt nach 65 Jahren (0,4 Prozent pro Monat) fllt ersatzlos weg.

Letztendlich bedeutet dies fr den Brger in Zukunft eine effektive Rentenkrzung um knapp 10 Prozent. Die Rentenzahlungen knnen dabei frhestens 5 Jahre vor dem Rentenalter beantragt werden, also zuknftig frhestens mit 62 statt mit 60 Jahren. Bei der Altersrente wegen Arbeitslosigkeit und nach Altersteilzeit ist die frheste Inanspruchnahme mit 63 Jahren mglich. Die bisher praktizierten Altersteilzeitregelungen sollen bis zum Jahr 2009 auslaufen.

Auch Beamte sind von dem neuen Gesetz betroffen. Das Pensionsalter wird ab 2012 von derzeit 65 schrittweise auf 67 Jahre heraufgesetzt. Im Jahr 2029 wird die neue Pensionsgrenze erreicht sein. Beamte, die dann frher in Pension gehen wollen, erhalten dann ebenfalls Abschlge von 0,3 Prozent pro Monat. Eine Ausnahme gilt fr jene Beamte, die schon 45 Berufsjahre hinter sich haben: Sie sollen auch weiterhin abschlagsfrei mit 65 in Pension gehen drfen.

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Was ist mit anderen Rentenarten?

Generell gilt: Wer nicht auf die 45 Jahre kommen kann, weil er nach 35 Pflichtbeitragsjahren (ab 2024: 40 Pflichtbeitragsjahre) erwerbsgemindert wird, fr den bleibt es beim heute geltenden abschlagsfreien Renteneintritt mit 63 Jahren.

Die Inanspruchnahme der vorgezogenen Altersrente ab 63 Jahre - knftig also vier Jahre vor der Mglichkeit des abschlagfreien Bezugs - wird mit einem Rentenabschlag von 14,4 Prozent verbunden sein (je Monat 0,3 Prozent). Der Korridor des Renteneintritts wird also zwischen 63 und 67 Jahren liegen, statt zwischen 60 und 65 Jahren wie bisher.

Darber hinaus wird das Rentenzugangsalter auch bei den anderen Rentenarten angehoben. Zum Beispiel wird die Altersgrenze fr eine abschlagsfreie Altersrente fr schwerbehinderte Menschen stufenweise von heute 63 auf 65 Jahre angehoben. Die Altersgrenze fr die frheste vorzeitige Inanspruchnahme dieser Rente wird von 60 auf 62 Jahre angehoben. Damit verbleibt es bei einem maximalen Abschlag in Hhe von 10,8 Prozent bei einer frhestmglichen Inanspruchnahme drei Jahre vor dem abschlagfreien Bezug.

Welche Vorsorge muss ich wegen der Rente mit 67 treffen?

Die gesetzliche Rente wird in Zukunft lediglich eine Grundsicherung darstellen. Wer den Lebensstandard aufrecht erhalten mchte, muss auf private Vorsorgeinstrumente zurckgreifen. Dazu hat der Gesetzgeber mit der Basis-Rente und der Riester-Rente ebenfalls Instrumente geschaffen, die es einem ermglichen, steuerbegnstigt und zulagengefrdert eine kapitalgedeckte Vorsorge zu betreiben.

Die hohen Frderungen des Staates machen es dem Einzelnen jedoch leichter, sich fr eine zustzliche Altersvorsorge zu entscheiden. Entscheidend ist auch hier der langfristige Zeithorizont, um den Zinseszinseffekt optimal zu nutzen.

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