Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung

Überblick zum PKV-GKV-Wechsel

Die Rückkehr aus der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung ist an bestimmte Voraussetzungen geknüpft. Der Gesetzgeber hat die Bedingungen für den Wechsel aus der PKV in die GKV im Sozialgesetzbuch geregelt. Bevor der Weg zurück in die Gesetzliche beschritten wird, sollten die Alternativen geprüft werden.

PKV Vergleich

Voraussetzungen zur Rückkehr in die GKV

Grundsätzlich gilt die Aussage "Einmal privat - immer privat". Die Rückkehrmöglichkeiten in die gesetzliche Krankenkasse hat der Gesetzgeber bewusst beschränkt. Damit soll verhindert werden, dass sich junge und gesunde Versicherte günstig in der PKV versichern und später in die GKV zurückkehren, wenn der Beitrag für die private Krankenversicherung möglichweise zu hoch ist.

Grundsätzlich gilt, dass Beamte, Freiberufler und Selbständige nicht in die GKV zurück dürfen. Sie gelten als versicherungsfreie Mitglieder in der Krankenversicherung. Eine Rückkehr für diesen Personenkreis ist ausgeschlossen, sofern sich der Versichertenstatus nicht ändert. Anders sieht es bei Arbeitnehmern aus. Sie können zurück in die PKV wechseln, wenn sie versicherungspflichtig werden.Dazu muss das Jahresbruttoeinkommen unterhalb der Versicherungspflichtgrenze liegen.

Gleiches gilt bei Eintritt von Arbeitslosigkeit. Auch hier eine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenkasse. Selbständige können in die GKV zurückkehren, sofern sie eine versicherungspflichtige Beschäftigung aufnehmen.

Sonderregelungen zur Rückkehr in die GKV

Die Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung ist gesetzlich vorgegeben. Nur in bestimmten Ausnahmefällen erlaubt der Gesetzgeber den Weg aus der PKV in die gesetzliche Kasse. Bei Personen über 55 Jahren ist die Rückkehrmöglichkeit ausgeschlossen, auch wenn das Einkommen unterhalb der Einkommensgrenze liegt oder wenn Arbeitslosigkeit eintritt.Damit soll verhindert werden, dass kurz vor der Rente der Wechsel in eine günstigere gesetzliche Krankenkasse vorgenommen wird. Die einzige Wechselmöglichkeit für diesen Personenkreis besteht über die Familienversicherung des Ehepartners, wenn kein Einkommen bzw. kein Einkommen von weniger als 365 Euro pro Monat erzielt wird.

Privat krankenversicherte Freiberufler und Selbständige können nur Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse werden, wenn sie ihre freiberufliche bzw. selbständige Tätigkeit aufgeben und das Gewerbe abmelden. Nehmen sie anschließend eine Arbeitnehmertätigkeit mit einem Gehalt unterhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze auf, sind sie automatisch in der GKV versichert. Sofern nach Aufgabe der Selbständigkeit kein eigenes Einkommen erzielt wird, besteht die Möglichkeit, einen Wechsel in die Familienversicherung des Ehegatten vorzunehmen.

Grundsätzlich gilt eine Befreiung von der Versicherungspflicht unwiderruflich. Solange also ein Arbeitnehmer mit seinem Einkommen oberhalb der Einkommensgrenze verdient, ist der Weg zurück in die GKV versperrt. Nur bei einer Statusänderung, d.h. dem Vorliegen eines versicherungspflichtigen Tatbestandes, ist dies möglich.

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Alternativen zur GKV-Rückkehr

Der Eintritt für die private Krankenversicherung stellt eine Lebensentscheidung dar. Der Wechsel in die PKV wird vor allem aufgrund der günstigen Beiträge in jungen Jahren vollzogen. Viel bedeutender sind jedoch die vertraglich garantierten Versicherungsleistungen - ein Leben lang! Die PKV bietet Leistungspakete, deren Umfang deutlich oberhalb der gesetzlichen Krankenkassen liegt. So besteht z.B. die freie Wahl zwischen allen Ärzten und Krankenhäusern bei Versicherung in einem Wahlleistungstarif. Wer sich also für eine GKV-Rückkehr interessiert, sollte zunächst prüfen, ob die geringeren Leistungen in der Gesetzlichen überhaupt ausreichen.

In der PKV gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Versicherungsschutz anzupassen und die monatliche Prämie zu senken. Folgende Optionen bieten alle Unternehmen an:

  • Erhöhung der Selbstbeteiligung,
  • Wechsel in einen anderen Tarif,
  • Umstellung in den Basistarif,
  • Anbieterwechsel.

Der einfachste Weg, den PKV-Beitrag zu verringern, ist die Erhöhung der tariflichen Eigenbeteiligung. Durch die Anrechnung der angesammelten Altersrückstellungen ist die Beitragsersparnis für langjährig Versicherte überproportional. Wenn sich gewünschte Einsparung nicht einstellt oder bereits die höchste Stufe bei der Selbstbeteiligung gewählt wurde, besteht die Option, in einen anderen Tarif beim gleichen Unternehmen zu wechseln. Zuvor sollten jedoch die Leistungen von Alt- und Neutarif verglichen werden. In der Regel beinhalten jüngere Tarife Leistungseinschränkungen.

Eine weitere Option ist der Wechsel in den PKV-Basistarif. Bei diesem Sozialtarif ist der Höchstbeitrag gesetzlich vorgeschrieben. Die Leistungen entsprechen dem Umfang der gesetzlichen Krankenkassen. Der Leistungsvorteil der PKV ist beim Basistarif nicht mehr gegeben.

Als Ultima Ratio bleibt der Wechsel zu einer anderen privaten Krankenversicherung. Zwar droht der Verlust der Rückstellungen, jedoch kann der Umstieg sinnvoll sein, wenn die Beitragsentwicklung der Versicherungstarife des neuen Anbieters stabiler ist.

Weitere Informationen

Vergleich zur privaten Krankenversicherung