Private Krankenversicherung Ratgeber
Worauf man beim Abschluss achten muss
Die private Krankenversicherung (PKV) bietet im Gegensatz zu den gesetzlichen Krankenkassen individuelle Leistungen. Der Vergleich der PKV ist dadurch jedoch schwieriger. Der Ratgeber zur privaten Krankenversicherung soll Hinweise und Tipps bei der Auswahl des Versicherers geben.
Über 40 private Krankenversicherer buhlen in Deutschland um neue Kunden. Wer die Tarife oberflächlich vergleicht, wird sich meist für den günstigsten Anbieter entscheiden. Doch auch die Annahmepolitik und die Beitragsstabilität sind wichtige Kriterien. Mit dem PKV-Ratgeber erhalten Sie Hintergrundinformationen, die Ihnen eine Hilfestellung bei der Suche nach einer privaten Krankenversicherung geben sollen.
Der Leistungsumfang der PKV
In der privaten Krankenversicherung bestimmt der Versicherungsnehmer selbst, welche Leistungen versichert werden sollen. Zu den Leistungsbereichen zählen:
- Ambulante Leistungen, z.B. Hausarzt, Arzneimittel, Heil- und Hilfsmittel, Brillen, Vorsorgeuntersuchungen.
- Stationäre Leistungen, z.B. Behandlung im Krankenhaus durch den Beleg- oder Chefarzt, Entbindung, Unfallbehandlung.
- Zahnleistungen, z.B. Vorsorgeuntersuchung, Zahnersatz.
- Krankentagegeld, d.h. die Lohnfortzahlung bei Krankheit ab einem bestimmten Tag.
- Pflegeversicherung, d.h. als Pflicht- und Zusatzversicherung.
Jeder Versicherer bietet in den jeweiligen Leistungsbereichen unterschiedliche Versicherungsleistungen an. Maßgebend sind stets die Versicherungsbedingungen des entsprechenden Tarifs. Wenn ein Unternehmen mehrere Tarife anbietet, so ist darauf zu achten, dass sogenannte Einsteigertarife lediglich einen Grundschutz bieten. Die Leistungen entsprechen dann weitgehend der gesetzlichen Krankenversicherung.
Im Gegensatz dazu erstatten Toptarife auch Leistungen, welche von den Krankenkassen nicht übernommen werden (u.a. Heilpraktiker und Brillen). Als Kunde muss man jedoch wissen, dass ein höherwertiger Versicherungsschutz seinen Preis hat. Man sollte also davon ausgehen, dass man für die besseren Leistungen langfristig mehr bezahlt als bei den gesetzlichen Kassen.
Die Selbstbeteiligung ist ein geeignetes Mittel, um den monatlichen Beitrag zu reduzieren. Allerdings beteiligt sich der Arbeitgeber nicht an den Kosten, sondern zahlt den Arbeitgeberzuschuss nur auf den tatsächlich zu zahlenden Beitrag. Grundsätzlich gilt: Angestellte vereinbaren Tarife ohne oder mit geringer Selbstbeteiligung, Selbständige wählen Tarife mit höheren Zuzahlungen.
Risikoselektion in der privaten Krankenversicherung
Jede private Krankenversicherung legt die Richtlinien für die Aufnahme neuer Kunden fest. Dies sind die Annahmerichtlinien. So bieten einige Versicherer Personen bestimmter Berufe keinen Versicherungsschutz an. Auch der Beurteilung des versicherungsmedizinischen Risikos gibt es unternehmensspezifische Unterschiede. Jeder Versicherer prüft bei Antragstellung den Gesundheitszustand des Kunden mit den Gesundheitsfragen. Dazu muss der Kunde die Angaben wahrheitsgemäß beantworten.
Stellt sich bei der Risikoprüfung heraus, dass Vorerkrankungen vorliegen, kann das PKV-Unternehmen Zuschläge verlangen oder einen Leistungsauschluss vereinbaren. Im Extremfall führt die Risikoprüfung zu einer Ablehnung. Mit der Selektion der Neukunden kann der Versicherer seinen Bestand regulieren und verhindern, dass negative Risiken aufgenommen werden. Dies dient dem Schutz der Bestandsversicherten.
Grundsätzlich ist es bei Vorerkrankungen zu empfehlen, Anträge bei mehreren Gesellschaften gleichzeitig zu stellen. Zudem bietet es sich an, im Vorfeld mit dem eigenen Hausarzt Kontakt aufnehmen, um eine Auflistung der Erkrankungen der letzten fünf Jahre zu erhalten. Dadurch wird der Antragsprozess vereinfacht.
Finanzielle Solidität des Versicherers
Nur ein finanziell gesundes Unternehmen wird in der Lage sein, auch künftig stabile Beiträge zu halten. Zu den wichtigsten Kennzahlen der privaten Krankenversicherung zählen:
- Schadenquote,
- Versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote,
- RfB-Quote,
- RfB-Zuführungsquote,
- Nettoverzinsung.
Jede dieser Kennzahlen darf jedoch nicht einzeln, sondern nur im Zusammenhang mit den anderen Größen betrachtet werden. Zudem ist es zu empfehlen, die Werte im Zeitablauf zu betrachten. Wer nur ein einzelnes Jahr herausgreift, erhält mitunter falsche Signale.