Kündigung für PKV-Versicherte im Jahr 2016

Wie Sie Ihre Versicherung richtig kündigen

Die ordentliche Kündigung einer privaten Krankenversicherung ist grundsätzlich mit einer Drei-Monats-Frist zum Ende des Kalender- oder Versicherungsjahres möglich (§ 205 Abs. 1 VVG). Erhöht der Versicherer seine Beiträge, kann der Kunde außerordentlich mit einer Frist von einem Monat kündigen (§ 205 Abs. 4 VVG). 

Seit Einführung der Versicherungspflicht in der Krankenversicherung zum 1.1.2009 kann eine Gesellschaft einen PKV-Vertrag bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr kündigen. Nur der Versicherte selbst darf kündigen, um den Anbieter zu wechseln. Die Kündigung wird jedoch nur wirksam, wenn der alten Krankenkasse das Bestehen einer neuen Mitgliedschaft bei einer anderen Kasse nachgewiesen wird. Bleibt dies aus, ist die Kündigung unwirksam und der alte Vertrag läuft unverändert weiter.

Außerordentliche Kündigung - Fristen und Grundlagen

Die rechtlichen Grundlagen für die außerordentliche Kündigung einer PKV befinden sich in § 205 Abs. 2 und 4 VVG. Folgende Fristen gelten:

  • 3 Monate rückwirkend nach der Eintritt der Versicherungspflicht, z.B. wegen Unterschreitung der Einkommensgrenze für die PKV. Eine spätere Kündigung ist nur zum Ende des Monats möglich, in dem der Nachweis der Versicherungspflicht gemeldet wird. Der Nachweis muss spätestens 2 Monate nach Eintritt bei der PKV angezeigt werden.
  • Die Frist von 2 Monaten gilt auch bei Anspruch auf Familienversicherung oder Heilfürsorge.
  • 1 Monat nach Zugang einer Beitragserhöhung oder Verminderung der Leistung mit Wirkung zum Änderungstermin.

Im letzten Fall ist das Datum des Eintreffens der Post beim Kunden entscheidend. Um den genauen Termin im Zweifel nachweisen zu können, sollte man den Briefumschlag mit der Beitragserhöhung aufbewahren. In jedem Fall kann man einen PKV-Vertrag nur kündigen, wenn man den Abschluss einer Nachfolge-Krankenversicherung nachweist. Der Vertragsbeginn bei der neuen Krankenkasse muss sich unmittelbar an den Kündigungstermin der alten Kasse anschließen. Der Nachweis ist innerhalb der Kündigungsfrist zu erbringen.

Die Mindesvertragslaufzeit wird im Fall der Beitragserhöhung aufgehoben. Zu beachten ist, dass die außerordentliche Kündigung immer nur für die Personen und Tarife möglich ist, bei denen die Beiträge erhöht werden. Wenn also mehrere Personen (z.B. Kinder) versichert sind, setzt dies voraus, dass für jede Person der Beitrag erhöht wurde.

Ordentliche Kündigung eines PKV-Vertrags

Den rechtlichen Hintergrund für die ordentliche Kündigung in der privaten Krankenversicherung liefert § 205 Abs 1 VVG. Grundsätzlich kann die PKV mit einer Frist von drei Monaten zum Ende des Kalender - oder Versicherungsjahres gekündigt werden. Zu beachten sind die Mindestvertragslaufzeiten, die je nach Anbieter zwischen 1 bis 3 Jahren betragen kann. Während dieser Laufzeit kann der Vertrag nicht gekündigt werden.

Sollte der letzte Tag der Kündigungsfrist auf das Wochenende oder einen Feiertag fallen, so wird die Frist auch dann gewahrt, wenn das Kündigungsschreiben erst am nächsten Werktag danach beim Versicherer eintrifft. Wenn das Versicherungsjahr mit dem Kalenderjahr übereinstimmt, ist der 30.09. der letztmögliche Kündigungszeitpunkt. Eine Begründung für die ordentliche Kündigung ist nicht erforderlich.

PKV Tarifrechner

PKV-Kündigung: Das sollten Sie beachten

Die folgenden Kündigungsmodalitäten sollten eingehalten werden:

  • Eine Kündigung muss stets schriftlich erfolgen.
  • Zur Einhaltung der Kündigungsfrist muss das Schreiben beim Versicherer eingegangen sein. 
  • Eine außerordentliche Kündigung muss begründet werden, z.B. "Kündigung aufgrund der Beitragsanpassung".
  • Wird nur ein Teilbereich der Vollkostenversicherung teurer, so kann der gesamte Vertrag gekündigt werden. 
  • Wird nur das Krankentagegeld erhöht, darf nur dieser Tarif gekündigt werden, nicht aber die Vollkostenversicherung.
  • Anstelle einer Kündigung ist für langjährige Privatversicherte ein Tarifwechsel in Erwägung zu ziehen. Kunden verlieren bisherige Rechte und Rückstellungen.
  • Eine Beihilfereduzierung bzw. der Wegfall der Beihilfe berechtigen nicht zur Sonderkündigung.
  • Die Sonderkündigung für Kinder greift auch, wenn eine Umstufung vom Kinder- in den Jugendlichen-Tarif vorgenommen wird. Die gesetzlich Frist beträgt zwei Monate.

Kündigungsfristen der PKV-Unternehmen

  • Allianz (früher: Vereinte): Mindestvertragsdauer 2 Jahre, Kündigung zum Ende des Kalenderjahres
  • Alte Oldenburger: Mindestvertragsdauer 2 Jahre, Kündigung zum Ende des Versicherungsjahres
  • ARAG: Mindestvertragsdauer 2 Jahre, Kündigung zum Ende des Kalenderjahres
  • Axa (inkl. DBV): Mindestvertragsdauer 2 Jahre, Kündigung zum Ende des Kalenderjahres
  • Barmenia: Mindestvertragsdauer 2 Jahre, Kündigung zum Ende des Versicherungsjahres
  • Bayerische Beamten-KK: Mindestvertragsdauer 2 Jahre, Kündigung zum Ende des Versicherungsjahres
  • Central: Mindestvertragsdauer 2 Jahre, Kündigung zum Ende des Kalenderjahres seit 01/1998; für Verträge davor gilt das Versicherungsjahr.
  • Concordia: Mindestvertragsdauer 2 Jahre, Kündigung zum Ende des Kalenderjahres
  • Continentale / Europa: Mindestvertragsdauer 1 Jahr, Kündigung zum Ende des Versicherungsjahres
  • Debeka: Mindestvertragsdauer 1 Jahr, Kündigung zum Ende des Versicherungsjahres
  • Deutscher Ring: Mindestvertragsdauer 2 Jahre, Kündigung zum Ende des Kalenderjahres
  • DEVK: Mindestvertragsdauer 1 Jahr, Kündigung zum Ende des Kalenderjahres
  • DKV (inkl. Victoria): Mindestvertragsdauer 2 Jahre, Kündigung zum Ende des Kalenderjahres
  • Gothaer (früher: Berlin-Kölnische): Mindestvertragsdauer 2 Jahre, Kündigung zum Ende des Kalenderjahres
  • Hallesche: Mindestvertragsdauer 2 Jahre, Kündigung zum Ende des Versicherungsjahres
  • HanseMerkur: Mindestvertragsdauer 2 Jahre, Kündigung zum Ende des Kalenderjahres
  • HUK-Coburg: Mindestvertragsdauer 1 Jahr, Kündigung zum Ende des Kalenderjahres
  • Inter: Mindestvertragsdauer 1 Jahr, Kündigung zum Ende des Versicherungsjahres
  • LKH: Mindestvertragsdauer 2 Jahre, Kündigung zum Ende des Kalenderjahres
  • LVM: Mindestvertragsdauer 2 Jahre, Kündigung zum Ende des Kalenderjahres
  • Mannheimer: Mindestvertragsdauer: je nach Tarif 1-2 Jahre, Kündigung zum Ende des Kalenderjahres
  • Mecklenburgische: Mindestvertragsdauer 1 Jahr, Kündigung zum Ende des Kalenderjahres
  • Münchener Verein: Mindestvertragsdauer 2 Jahre, Kündigung zum Ende des Kalenderjahres
  • Nürnberger: Mindestvertragsdauer 2 Jahre, Kündigung zum Ende des Kalenderjahres
  • PAX-Familienfürsorge: Mindestvertragsdauer 1 Jahr, Kündigung zum Ende des Kalenderjahres
  • Provinzial: Mindestvertragsdauer 2 Jahre, Kündigung zum Ende des Kalenderjahres
  • R+V: Mindestvertragsdauer 2 Jahre, Kündigung zum Ende des Kalenderjahres
  • SDK: Mindestvertragsdauer 2 Jahre, Kündigung zum 30.06.
  • Signal: Mindestvertragsdauer 2 Jahre, Kündigung zum Ende des Versicherungsjahres
  • Union (UKV): Mindestvertragsdauer 2 Jahre, Kündigung zum Ende des Kalenderjahres
  • uniVersa: Mindestvertragsdauer 2 Jahre, Kündigung zum Ende des Versicherungsjahres
  • Württembergische: Mindestvertragsdauer 2 Jahre, Kündigung zum Ende des Kalenderjahres

Kündigung durch die private Krankenversicherung

Eine private Krankenversicherung kann einen Vertrag seit dem 1.1.2009 praktisch nicht mehr kündigen. Grund ist die gesetzliche Regelung zur Versicherungspflicht (§ 193 Abs. 3 VVG ). Selbst wenn der Versicherungsnehmer bei der Beitragszahlung in Rückstand gerät, kann der private Versicherer den Vertrag lediglich ruhend stellen. Das PKV-Unternehmen muss im Fall des Beitragsrückstands für Notfallbehandlungen, bei Schmerzen und bei Schwangerschaft Leistungen erbringen. Nür für Vertragsteile, die nicht die Pflicht zur Versicherung betreffen, kann der Anbieter wie bisher auch vom Vertrag zurücktreten (Nichtzahlung Erstbeitrag) bzw. den Vertrag kündigen (Nichtzahlung Folgebeitrag). Gesetzliche Grundlage ist § 206 Abs. 1 VVG.

Eine weitere Kündigungsmöglichkeite seitens der PKV besteht, wenn der Versicherungsnehmer Obliegenheiten (z.B. Verschweigen von risikoerheblichen Erkrankungen) verletzt hat. Nur bei Verzug ins Ausland kann der Krankenversicherer den Vertrag kündigen.