Beitragsentwicklung in der privaten Krankenversicherung
PKV-Beitragsentwicklung: Strategien gegen Prämienerhöhungen
Beitragsentwicklung: Günstig für Junge und teuer im Alter?
Das Gesundheitswesen in Deutschland ist teuer. Rund 13 Prozent des Bruttosozialprodukts werden für medizinische Behandlungen und Arzneimittel ausgegeben. An den privaten Krankenversicheren (PKV) ist die Kostenentwicklung nicht spurlos vorüber gegangen. Im Vergleich mit den gesetzlichen Kassen schnitten die Privaten bei der Beitragsentwicklung in den letzten Jahren schlechter ab.
Dies führt zu der weitläufigen Aussage, dass die PKV sich vor allem für junge und gesunde Menschen finanziell lohne, während die Beiträge im Rentenalter unbezahlbar seien. Allerdings gibt es seitens des Gesetzgebers Gegenmaßnahmen. So muss für jeden Vertrag eine Altersrückstellung gebildet werden. Das angesammelte Kapital wird zur Begrenzung von Beitragserhöhungen im Alter verwendet. Und: Durch Tarifumstellungen im Alter lassen sich meist Einsparungen erzielen, welche die private Krankenversicherung im Vergleich zur GKV günstiger machen. Allerdings fallen die Prämienanpassungen je nach Tarif und Versicherer höchst unterschiedlich aus. Hier helfen nur ein Blick auf die tatsächliche Beitragsentwicklung der Vergangenheit und der Wettbewerbsvergleich.
Warum die Krankenversicherung teurer wird
Die Kosten für Medikamente, ärztliche Behandlungen und Krankenhausaufenthalte steigen unaufhaltsam. Dies ist auch die Folge des medizinischen Fortschritts. Die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen sind von diesen Kostensteigerungen im gleichen Maße betroffen. Im Gegensatz zur GKV kann die PKV keine Leistungskürzungen vornehmen. Die versicherten Leistungen sind dauerhaft vertraglich garantiert. Zudem ist der medizinische Fortschritt in der Privaten mitversichert. Die Leistungserstattung orientiert sich am Prinzip der medizinischen Notwendigkeit. Dies führt zu einer insgesamt höheren Versorgung der Privatversicherten, sorgt auf der anderen Seite allerdings für einen größeren Druck auf die Beiträge.
Die Leistungskürzungen bei den gesetzlichen Kassen treiben die Kosten bei den Privaten. Mehr als 80 Prozent der Arztrechnungen in der PKV werden mit dem Regelhöchstsatz abgerechnet. Der Arzt kann den 2,3-fachen Gebührensatz ohne eine gesonderte Begründung verlangen. Viele Mediziner versuchen offenbar die Kürzungen bei den Kassenpatienten durch höhere Abrechnungen bei den Privatpatienten auszugleichen.
Die Beitragsentwicklung in der PKV hängt jedoch auch von anderen Faktoren ab. Dazu zählen:
- Verzinsung am Kapitalmarkt,
- Veränderung des Neugeschäfts,
- Veränderung der Stornoquote.
- Gesetzliche Eingriffe.
Beitragsentwicklung in der PKV
Auch die Beiträge für die private Krankenversicherung werden angehoben. Schuld sind die steigenden Gesundheitskosten sowie die höhere Erwartungshaltung von Privatversicherten. Allerdings werden in der PKV Altersrückstellungen für das Alter gebildet. Jeder Versicherte zahlt einen höheren Beitrag, als tatsächlich an Gesundheitskosten entstehen. Das so angesammelte Kapital wird vom Versicherer verzinslich angelegt. Ab dem 65. Lebensjahr werden die Rückstellungen aufgelöst und die Beitragssteigerungen aufzufangen.
Allein durch das Älterwerden dürfen die PKV-Beiträge nicht angehoben werden. Somit ist für die Beitragsentwicklung entscheidend, wie viel Prozent vom monatlichen Beitrag der Versicherer zurücklegen kann und welcher Zins auf dem Kapitalmarkt erwirtschaftet wird.
Beitragsentwicklung: Maßnahmen zur Kostenreduktion
Für die Kunden einer privaten Krankenversicherung gibt es zahlreiche Möglichkeiten, steigenden Beiträgen zu begegnen. Dabei muss der PKV-Wechsel nicht zwangsläufig die beste Alternative sein. Wer seine Kosten senken möchte, kann seinen Tarif wechseln. Meist bieten die Gesellschaften sogenannte Paralleltarife mit vergleichbaren Leistungen zu günstigeren Konditionen an. In der Regel handelt es sich um neu aufgelegte Tarife, die vornehmlich Neukunden angeboten werden. Altkunden erhalten nur dann ein Umstellungsangebot, wenn sie das 65. Lebensjahr überschritten haben.
Nach dem Versicherungsvertragsgesetz steht den Bestandskunden ein Wechselrecht in den günstigeren Tarif zu - und das bei voller Mitnahme der Altersrückstellungen. Bei den Versicherungen ist der Tarifwechsel nicht gern gesehen, daher sollte man die fachliche Unterstützung durch einen PKV-Experten in Anspruch nehmen.
Wer einen Schritt weiter gehen möchte, kann die Leistungen kürzen. Ein Verzicht auf den Chefarzt im Krankenhaus kann eine Ersparnis von bis zu 100 Euro im Monat bringen. Doch Vorsicht: Eine spätere Wiederaufnahme in den Vertrag ist nur gegen Aufpreis oder sogar gar nicht mehr möglich. Abstriche sollte man allenfalls beim Zahnersatz oder Brillenleistungen machen.
Eine weitaus gängigere Methode ist daher die Erhöhung des Selbstbehalts. Die Umstellung in einen Tarif mit höherer Eigenbeteiligung an den Arztrechnungen kann zu einer überproportionalen Beitragssenkung führen. Wer z.B. 400 Euro Monat für seine Krankenversicherung, muss im Jahr 4.800 Euro aufwenden. Wenn der Beitrag durch einen Selbstbehalt von 1.200 Euro auf 250 Euro sinkt, macht der Versicherte in jedem Fall einen Gewinn.
Für vor 2009 privat versicherte Personen hat der Gesetzgeber den Standardtarif eingeführt. Er beinhaltet die gesetzlichen Leistungen und darf nicht teurer als die gesetzliche Krankenkasse sein. Die volle Anrechnung der angesammelten Rückstellungen vermindert den Beitrag. Für alle anderen steht der Basistarif zur Verfügung.
Weitere Informationen
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