Private Equity

Private Unternehmensbeteiligungen ohne Haftungsrisiko

Private Equity ist eine Form der Kapitalanlage, die wir schon allein aufgrund der Höhe der einzelnen Beteiligungen weniger für Privatanleger empfehlen können. In der Regel sind es Banken, Versicherungen oder vermögende Privatpersonen, die den Unternehmen ihr Kapital zur Verfügung stellen.

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Die Idee der Private Equity

Diese besondere Form der Vermögensanlage hat im amerikanischen Raum schon eine lange Tradition, ist aber in Europa und speziell in Deutschland noch eine relativ junge Art der Unternehmensbeteiligung. Dennoch erfreut sie sich seit einigen Jahren steigender Beliebtheit bei den Banken, Versicherungsunternehmen oder auch bei vermögenden Privatpersonen, die auf diesem Weg ihr Privatvermögen in Unternehmen anlegen. Üblicherweise erfolgen Kapitalbeteiligungen vorwiegend in Form von

  • Gesellschaftsanteilen
  • Genossenschaftsanteilen
  • Aktien
  • Private Equity
  • Venture Capital.

Während eine offene Beteiligung in einem Unternehmen durch den Erwerb von Gesellschaftsanteilen und Genossenschaftsanteilen immer auch mit einem unternehmerischen Risiko und einer gewissen Mitverantwortung verbunden ist, erscheint die Aktien-Beteiligung bereits deutlich anonymer.

Beinahe vollkommen frei von einer Mitverantwortung aber ist die Unternehmensbeteiligung in Form des Private Equity. Diese dient zwar auch der Mitfinanzierung von Unternehmen, ist aber eher einem geschlossenen Fonds ähnlich. Anstelle der Fondsgesellschaften agieren hier Private-Equity-Gesellschaften, die Kapital bei Banken, bei Versicherungen, bei anderen Gesellschaften oder auch bei Privatpersonen sammeln, um dieses Kapital schließlich den gesunden Unternehmen zur Verfügung zu stellen.

Es gibt sogar Kapitalbeteiligungsgesellschaften, deren Aufgabe ausschließlich darin besteht, derartige Beteiligungen zur Verfügung zu stellen. In den Vereinigten Staaten von Amerika beteiligen sich auch einige Privatuniversitäten in dieser Form an verschiedenen Unternehmen. Im Prinzip ist diese Form der Unternehmensbeteiligung mit einem stillen Gesellschafter-Anteil vergleichbar.

Private Equity als außergewöhnliche Fonds-Alternative

Im Wege der Private Equicy wird häufig Kapital gesammelt, um es in Zukunftstechnologien oder förderungswürdigen Branchen einzusetzen. Häufig geht es dabei um neue Entwicklungen im Bereich des Umweltschutzes oder innovativer Technologien. Oft ist ein Unternehmen nicht in der Lage, die hohen Entwicklungskosten allein zu tragen und sucht daher nach privaten oder institutionellen Geldgebern für ein neues Projekt.

Diese Form der Kapitalbildung hat bereits einen historischen Hintergrund, denn viele technische Entwicklungen und Forschungen wären ohne finanzielle Fremdbeteiligungen nicht denkbar gewesen. Die zum Zweck der Beteiligungsvermarktung gegründeten Beteiligungsgesellschaften konzentrieren sich in der Regel auf Branchen mit hohen Wachstumserwartungen. Die Beteiligungen werden nicht, wie zum Beispiel Aktien, an der Börse gehandelt, und auch die Unternehmen sind in der Regel kleine und mittelständische Firmen, die nicht börsennotiert sind.

Die Besonderheit der Private Equity besteht also in einem privaten Engagement von vermögenden Geldgebern oder anderen Unternehmen. Die Kapitalbeteiligungsgesellschaft, in der alle Anteilseigner vereint sind, wird Mitgesellschafter des unterstützten Unternehmens und hat insofern ein gewisses Mitspracherecht an unternehmerischen Entscheidungen, greift aber in das Tagesgeschäft gewöhnlich nicht ein. Diese Form der Kapitalanlage ist langfristig ausgelegt und in den Anfangsjahren nicht mit einer hohen Rendite verbunden. Gleichzeitig steht von Beginn an fest, dass die Beteiligungen zu einem späteren Zeitpunkt mit einem möglichst hohen Gewinn wieder veräußert werden.

Chancen und Risiken der Private Equity

Die Chancen und Risiken einer Beteiligung in Form der Private Equity liegen auf der Hand. Entwickelt ein Unternehmen sich erwartungsgemäß erfolgreich, so gewinnen die Kapitalbeteiligungen innerhalb weniger Jahre deutlich an Wert. Obwohl in den ersten Jahren meist nur eine geringe oder gar keine Rendite anfällt, schlagen die Gewinne dann in einem relativ hohen Maß zu Buche, wenn die Unternehmensbeteiligungen verkauft werden. Es handelt sich also immer um eine Investition in die Zukunft. Rechtlich stellen sich die Beteiligungen als stille Teilhaberschaft dar, die dennoch nicht ohne Einfluss auf wichtige unternehmerische Entscheidungen ist, da die Kapitalbeteiligungsgesellschaft in speziellen Gremien, wie Beiräten, vertreten ist.

Private Equity ist jedoch auch nicht ohne Risiko. Bei der Vergabe des Kapitals wird kein Wert auf Sicherheiten gelegt, wie sie zum Beispiel von Kreditinstituten verlangt werden. Kommt es wider Erwarten dann doch nicht zu dem erhofften Erfolg des geförderten Unternehmens, kann das bereitgestellte Kapital teilweise oder sogar vollständig verloren gehen. In der Regel werden die Unternehmen jedoch sehr gewissenhaft nach ihren Wachstumschancen ausgewählt, um das Risiko so gering wie möglich zu halten. Eine über das bereitgestellte Kapital hinausgehende Haftung ist aber in aller Regel ausgeschlossen. Durch eine geschickte Finanzierung der Beteiligungen sind zusätzliche Renditen möglich.

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