Pfändungsfreigrenze

Keine Pfändung über der Pfändungsfreigrenze

Die Pfändungsfreigrenze schützt Schuldner davor, sprichwörtlich bis auf das letzte Hemd gepfändet zu werden. Denn Gläubiger dürfen nur bis zu dieser Grenze pfänden.

Die Pfändungsfreigrenze als Schutz des Schuldners

Schuldner sind von unterschiedlichen Risiken bedroht. Einerseits kommen Mahngebühren und Zinsen auf die Schuldner zu, da ihre Gläubiger entsprechende Anstrengungen unternehmen, um das Geld einzutreiben, andererseits müssen die Schuldner aber oft auch um ihr finanzielles Überleben bangen. Dennoch muss ihnen auch noch genügend Geld zur Verfügung stehen, um den täglichen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Kommt es zu einem Gerichtsverfahren, so wird häufig eine Verpfändung des Vermögens und des Einkommens der Schuldner verhängt.

Die jeweiligen Schuldner können in diesem Fall jedoch nicht bis zur Gänze gepfändet werden. Hier sieht der Gesetzgeber einen Schuldnerschutz vor, damit auch der Lebensunterhalt gesichert bleibt. Aus diesem Grund dürfen die Schuldner nur bis zur Höhe der Pfändungsfreigrenze gepfändet werden. Der Betrag der Pfändungsfreigrenze bleibt dem Schuldner somit für seinen Lebensunterhalt zur freien Verfügung, um damit seine Fixkosten für Wohnen, Essen oder Mobilität und andere, notwendige Kosten zu decken.

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Festlegung der Pfändungsfreigrenze

Unter der Pfändungsfreigrenze versteht man keinen fixen Betrag, der für jeden Schuldner in der gleichen Höhe gültig ist. Die Pfändungsfreigrenze wird erst vom Gericht festgelegt. Dabei wird die jeweilige finanzielle Situation des Schuldners genau beleuchtet, um die Pfändungsfreigrenze nach den gesetzlichen Vorgaben festzulegen. Dabei ist die Höhe von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Beispielsweise auch vom monatlichen Verdienst des Schuldners, dessen Vermögen und Einkommen gepfändet werden soll.

Die Freigrenze für die Pfändung bezieht sich auf das monatliche Einkommen des Schuldners. Wird eine Pfändung verhängt, erhält der Schuldner Beträge seines Einkommens, die über die Pfändungsfreigrenze hinaus gehen, nicht mehr auf sein Lohnkonto ausbezahlt, sondern der Arbeitgeber überweist diese direkt an den Insolvenzverwalter bzw. an die jeweiligen Gläubiger. Die Höhe der Freigrenze bleibt im Verlauf der Pfändungszeit in der Regel immer gleich hoch. Jedoch ist es möglich, dass sich das Einkommen des Schuldners ändert. Die entsprechenden Mehrbeträge werden dann ebenfalls an die Gläubiger abgeführt.

Pfändungsfreigrenze bei unterhaltspflichtigen Personen

Die Pfändungsfreigrenze richtet sich unter anderem auch nach der Anzahl der unterhaltspflichtigen Personen, für die der Schuldner aufkommen muss. Denn selbstverständlich ist in diesem Fall auch ein höherer finanzieller Aufwand notwendig, um auch die unterhaltspflichtigen Personen entsprechend versorgen zu können. Je mehr unterhaltspflichtige Personen der Schuldner versorgen muss, desto höher fällt die Freigrenze aus und desto geringer ist der pfändbare Betrag, der zur Rückzahlung der Schulden herangezogen werden kann.

Für die Festlegung der Pfändungsfreigrenze bei Schuldnern mit unterhaltspflichtigen Personen existieren eigene Tabellen und Listen, in denen die gesetzlich vorgesehenen Freigrenzen bzw. die pfändbaren Beträge zu finden sind. Hierbei richtet sich die Höhe jeweils nach dem Einkommen des Schuldners, sowie auch nach der Anzahl der unterhaltspflichtigen Personen. Auf diese Weise soll der Lebensunterhalt für alle beteiligten Personen auch im Zuge einer Zwangsvollstreckung noch weiterhin gewährleistet werden. Bei Änderung der Umstände kann die Freigrenze neu ermittelt werden.

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