Passivhaus
Das Passivhaus versorgt sich selbst
Das Passivhaus spart Energie
Passivhäuser sind optimal gedämmt und können daher die im Haus befindliche Wärmeenergie aus passiven Quellen zum Heizen des Gebäudes nutzen. Das Passivhaus wird in Deutschland klar definiert. Es hat einen vorgeschriebenen Energiestandard und muss weniger als 15 Kilowattstunden Heizenergie verbrauchen. Der primäre Energiebedarf eines Passivhauses mit Strom liegt bei maximal 120 Kilowattstunden. Das Passivhaus ist daher als Energiestandard zwischen einem Niedrigenergiehaus und einem Nullenergiehaus einzuordnen.
Moderne Nullenergiehäuser kommen vollständig ohne externe Energien aus.Das erste Passivhaus in Deutschland wurde bereits 1991 in Darmstadt errichtet. Heute gibt es mehrere Passivhaus-Siedlungen und Bürogebäude, die dem neuen Energiestandard entsprechen. Im benachbarten Österreich wird bereits jeder vierte Neubau in Passivbauweise umgesetzt. Auch in der Schweiz entscheiden sich immer mehr Häuslebauer für ein energiesparendes Passivhaus.
Die Heizkosten verschlingen im Haushalt die meiste Energie und treiben besonders bei alten, noch ungedämmten Häusern die Heizkosten in utopische Sphären. Bis zu 3.000 Euro Heizkosten zahlen Familien pro Jahr, die in einem ungedämmten Einfamilienhaus leben. Zum Vergleich: Ein Passivhaus verbraucht bis zu 90 Prozent weniger Heizenergie als ein veraltetes Wohngebäude – das sind etwa 300 Euro jährlich. Ein stolzer Preisunterschied.
So funktioniert das Passivhaus
Ein Passivhaus macht sich die passive Wärmeenergie zunutze. Die Funktionsweise eines Passivhauses basiert auf einer optimalen Wärmedämmung, um die passiv erzeugte Wärmeenergie nicht entweichen zu lassen und einer Lüftungsanlage, die diese aufgefangene Energie im Gebäude verteilt. Nur noch ein geringer Anteil an Heizenergie muss extern über eine Heizungsanlage zugeführt werden. Das Passivhaus wird rundum vom Fundament bis zum Fenster gedämmt. Hierzu gehören unter anderem dreifach verglaste Fenster. Passivhäuser nutzen Zugluft und Abluft in den Räumen mithilfe einer Lüftungsanlage. Die Lüftungsanlage verteilt die Luft im Passivhaus und schafft damit ein angenehmes Raumklima. Gleichzeitig fungiert die Lüftungsanlage auch als Heizung. Das Passivhaus nutzt über eine Wärmerückgewinnung mit einem Wärmeübertrager die erhitzte Luft aus der Abluft.
Das Passivhaus ist ein dick in eine Wärmedämmung eingepacktes Gebäude, das sich aus passiven Quellen wie der Körperwärme mit einer Lüftungsanlage selbst beheizt. In das Passivhaus-Konzept fließt auch die kontrollierte Frischluftzufuhr mit hinein, die für den natürlichen Luftaustausch notwendig ist. Alle ein bis vier Stunden muss das Gebäude belüftet werden. Passivhäuser versorgen sich mit ihrer Lüftungsanlage selbstständig mit Frischluft – die Fenster bleiben also zu. Ein klassisches Stoßlüften entfällt.
Passivhaus: Luftqualität und Kosten
Als Kritikpunkt wird häufig die mangelhafte Luftqualität von Passivhäusern angeführt. Tatsächlich herrscht an kühleren Tagen öfter trockene Luft im Passivhaus. Dieses Problem herrscht besonders in den Wintermonaten. Der trockenen Luft kann durch reduzierte Luftwechselraten entgegen gewirkt werden – allerdings wird damit auch die Heizleistung des Gebäudes herunter gesetzt. Da besonders in der kalten Jahreszeit ein regelmäßiger Luftwechsel zur Beheizung notwendig ist, versprechen Luftbefeuchter Abhilfe. Diese Geräte kommen in vielen Passivhäusern zum Einsatz. Die Luft in Passivhäusern wird häufig als trockener wahrgenommen, ist aber tatsächlich oft von besserer Qualität als in normalen Häusern mit herkömmlicher Heizung: Die Lüftungsanlage von Passivhäusern vertreibt nämlich auch Schadstoffe aus dem Gebäude.
Die Kosten für einen Passivhaus-Neubau liegen bis zu 15 Prozent über denen herkömmlicher Gebäude. Allein die Lüftungsanlage für ein Passivhaus kostet bis zu 10.000 Euro. Da Passivhäuser auch besonders intensiv gedämmt werden, fallen auch die Baukosten für die Wärmedämmung höher aus. Auch die Fenster mit dreifacher Wärmeschutzverglasung treiben die Kosten für ein Passivhaus nach oben. Nach etwa zehn Jahren allerdings stehen Passivhaus-Besitzer unterm Strich besser da – und zahlen nur noch ein paar Hundert Euro für die externe Heizenergie.
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