Aufgeld bei Optionsscheinen

Ratgeber und Erläuterung

Wer sich mit dem Handel von Derivaten beschäftigt, wird mit verschiedenen Kennzahlen konfrontiert. Wir haben für Sie die relevanten Informationen zum Aufgeld bei Optionsscheinen zusammengestellt.

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Was versteht man unter dem Aufgeld?

Wer auf den ersten Blick den Begriff Aufgeld für Optionsscheine erklären möchte, wird davon ausgehen, dass es sich um eine zusätzliche Gebühr handelt, die beim Kauf oder Verkauf anfällt. Dies trifft jedoch nicht zu. Vielmehr handelt es sich um eine Kennzahl, welche die Chance auf Gewinne ausdrückt. Konkret ausgedrückt, beschreibt das Aufgeld, um wie viel Prozent der zugrundeliegende Basiswert steigen (Call-Optionsschein) oder fallen (Put-Optionsschein) muss, damit die Gewinnschwelle erreicht wird.

Wenn das Aufgeld für einen Call  bei 15 Prozent liegt, so muss der Basiswert - Aktie, Index oder Währung - bis zur Fälligkeit mindestens um diesen Wert steigen, damit der Anleger einen Gewinn erzielt.

Das Aufgeld zeigt also an, wie viel der Investor für den Optionsschein mehr bezahlen muss, als wenn der Basiswert direkt gekauft wird. Mit dieser Kennzahl können die Optionsscheine mit verschiedenen Laufzeiten vergleichbar gemacht werden. Wenn das Aufgeld zu hoch erscheint, sollten Anleger auf den Kauf des Derivats verzichten. Grundsätzlich muss man das Potenzial des Basiswertes für den Zeitraum des Optionsrechts einschätzen. Nur wenn die erwartete Kursentwicklung oberhalb des Aufgeldes liegt, ist eine Investition sinnvoll.

Aufgeld oder Gewinnschwelle bei Derivaten

Wenn man das Wort Aufgeld mit Gewinnschwelle übersetzt, wird ersichtlich, welche Bedeutung es für die Beurteilung eines Optionsscheins hat. Da ein Covered Warrant das Recht auf den Kauf (Call) oder Verkauf (Put) eines Basiswertes zu vorab festgelegten Konditionen beinhaltet, ist das Aufgeld für die Beurteilung des Optionspreises entscheidend. Erwartet der Anleger, dass der zugrundliegende Basiswert im vorgegebenen Zeitraum ein Kurspotenzial von 5 Prozent hat, sollte kein Optionsschein mit einem Aufgeld von mehr als 5 Prozent gekauft werden. Selbst wenn der Basiswert einen Kursanstieg von 5 Prozent vollzieht, wird der Anleger aufgrund des Zeitwertverlustes bei Derivaten ein Minus erleiden.

Damit spielt das Aufgeld neben zahlreichen anderen Faktoren bei der Bewertung der Vorteilhaftigkeit eines Optionskaufes eine herausragende Rolle. Für viele Aktien und Indices gibt es jedoch hunderte von Derivaten mit unterschiedlichen Laufzeiten. Um die unterschiedlichen Covered Warrants zu vergleichen, sollte man das Aufgeld pro Jahr heranziehen. Damit ist es möglich, Optionsscheine mit verschieden langen Laufzeiten zu vergleichen. Grundsätzlich gilt die Aussage: Je geringer das Aufgeld ist, desto lukrativer ist der Kauf des Papiers.

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