Offshore-Investment

Geldanlagen im Ausland für Anleger interessant

Seit einiger Zeit lockt ein neues Finanzprodukt Anleger mit dem Versprechen von Steuerersparnissen. Offshore-Investment lautet das neue Zauberwort, mit dem Geldanlagen im Ausland getätigt werden. Wir zeigen auf, wie sicher diese Auslands-Investitionen tatsächlich sind.

Offshore-Investment - was ist das?

Anleger sind grundsätzlich bestrebt, ihr Kapital gewinnbringend zu investieren, ohne sich einer hohen Steuerbelastung auszusetzen. Daher sind Investments, die nur einer geringen oder gar keiner Besteuerung unterliegen, zunächst reizvoll. Geldanlagen auf Sparkonten in der Schweiz, in Liechtenstein oder Luxemburg sind für diesen Zweck seit vielen Jahren beliebt, da sie in der Hoffnung erfolgen, die Ersparnisse vom deutschen Fiskus unerkannt, verzinsen zu können.

Ausländische Kapitalanlagen können legal oder illegal in verschiedenen Formen erfolgen, wie zum Beispiel

  • Ausländische Fondsanteile,
  • Ausländische Firmenbeteiligungen,
  • Ausländischer Immobilienbesitz,
  • Offshore-Investments.

Insbesondere die Offshore-Investments haben dabei einen besonderen Reiz, weil hier das Kapital in typischen Offshore-Ländern angelegt wird. Grundsätzlich sind diese besonderen Kapitalanlagen in jeder der bekannten Formen möglich, als Investment-Fonds, ausländisches Sparkonto, Firmenbeteiligungen im Ausland, Immobilienbesitz oder Immobilien-Fonds-Anteile. In den bekannten Ländern, die eine Offshore-Finanzanlage ermöglichen, findet der Anleger spezialisierte Offshore-Banken oder Offshore-Fonds, in denen er sein Kapital anlegen kann.

Neben den bekannten Europäischen Offshore-Ländern Schweiz, Liechtenstein und Luxemburg sowie den britischen Kanalinseln, insbesondere Guernsey und Jersey, gibt es in der ganzen Welt typische Länder, die aufgrund der Steuerfreiheit von Kapitalanlagen beliebt bei Anlegern größerer Kapitalbeträge sind. Der wohl bekannteste Staat sind die Cayman Islands. Aber auch auf den Bermudas, in Singapur, auf den Bahamas, in Panama oder auf den British Virgin Islands sind steuerfreie Kapitalanlagen sehr beliebt.

Ist Offshore-Investment überall möglich?

Grundsätzlich bedeutet der Begriff Offshore-Investment nichts anderes, als dass das Geld im Ausland angelegt wird. Ausländische Finanzanlagen sind in jedem Staat mit Ausnahme des Heimatlandes möglich. Sinnvoll sind diese speziellen Kapitalanlagen jedoch nur in solchen Staaten, in denen möglichst Steuerfreiheit besteht oder die Besteuerung nur in einem geringen Umfang erfolgt. Da es innerhalb der Europäischen Union und der Länder des Europäischen Wirtschaftsraumes ein Abkommen zur Wahrung einer gewissen Transparenz über erzielte Zinsgewinne gibt, ist von einer Meldung der Zinsbeträge an die deutschen Finanzbehörden auszugehen. In diesem Fall erfolgt die Besteuerung der Zinsen nach deutschem Recht mit der Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent. Da aber die typischen Offshore-Länder nicht in dieses Abkommen einbezogen sind, können Anleger davon ausgehen, dass ihre Zinsgewinne dort entweder steuerfrei bleiben oder aber nur mit einem geringen Steuersatz des jeweiligen Staates belegt werden.

Auf den Cayman Islands zum Beispiel sind Investment-Gewinne unabhängig von ihrer Form steuerfrei. Ähnlich verhält es sich in den anderen Offshore-Zentren innerhalb und außerhalb Europas. Grundsätzlich bezeichnet man aber mit Offshore-Investment Kapitalanlagen in gerade den Ländern, die für niedrige Steuern oder Steuerfreiheit bekannt sind. Im Prinzip sind Kapitalanlagen im Offshore-Bereich an allen bekannten Standorten möglich. Aber die Frage der Legalität dieser Anlagen kann nicht einheitlich beantwortet werden.

Offshore-Investment sicher und legal?

Bevor ein Anleger sich für ein Offshore-Investment entscheidet, muss er auf jeden Fall prüfen, wie sicher seine Anlage im jeweiligen Offshore-Finanzzentrum ist. Auch bezüglich der Legalität dieses besonderen Investments ist es ratsam, frühzeitig Erkundigungen einzuziehen. Insbesondere Offshore-Anlagen innerhalb Europas sind meist sicher, da sie in wirtschaftlich starken Ländern erfolgen. Oft sind es große, international agierende Banken oder Finanz-Institutionen, die Offshore-Gesellschaften als Tochtergesellschaften unterhalten. Diese Institute sind um ihren Ruf bemüht und gewähren daher eine ausreichende Sicherheit. Anders verhält es sich, wenn ein Offshore-Investment in einem Staat erfolgen soll, der wirtschaftlich und politisch instabil ist. Unabhängig davon, dass die Legalität solcher Anlagen unter Umständen in Frage gestellt werden muss, besteht gerade in instabilen Staaten die Gefahr, dass das angelegte Kapital verloren gehen kann.

Viele der typischen Offshore-Länder haben inzwischen ein Abkommen mit der Europäischen Union über einen Informationsaustausch getroffen, so dass Informationen über Offshore-Geldanlagen in diesen Staaten an die europäischen Behörden weitergeleitet werden. Dennoch erfreuen sich diese Steueroasen einer großen Beliebtheit, da sie vergleichsweise hohe Renditen versprechen. Andere Offshore-Länder, insbesondere außerhalb Europas, haben die Unterschrift unter diesem Abkommen verweigert und wurden von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, OECD, zu unkooperativen Steueroasen erklärt.

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