08.08.2013

PKV: Beim Wechsel von der GKV das „Kleingedruckte“ lesen

Fallstricke beim Übertritt vermeiden

Gesetzlich Krankenversicherte, die einen Wechsel in die Private Krankenversicherung (PKV) planen, sollten die Augen offen halten. Wer Leistungseinbußen vermeiden möchte, sollte vor der Unterschrift das „Kleingedruckte“ studieren. Hilfreich ist es, die Beratung eines erfahrenen Versicherungsexperten in Anspruch zu nehmen.

Viele Menschen meinen, wer privatversichert ist, dem öffneten sich automatisch alle Türen und Tore und die Versicherung springe für alle Leistungen ein. Da es bei den privaten Krankenversicherungen zahlreiche unterschiedliche Tarife gibt, muss man beim Abschluss einer privaten Krankenversicherung genauestens darauf achten, was alles abgedeckt ist, um nicht das böse Erwachen zu erleben.

Bestimmte Tarife leisten sogar weniger als gesetzliche Krankenkassen. Dies betrifft vor allem die Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln und ambulante Psychotherapien. Nur wenn eine Leistung in den Versicherungsbedingungen aufgeführt wird, besteht ein rechtlicher Anspruch auf Erstattung. Ansonsten ist man auf die Kulanz des Versicherers angewiesen.

Achtung von zu hohen Selbstbeteiligungen

Oftmals sind die Prämien für eine private Krankenversicherung mit einer Selbstbeteiligung gekoppelt. Besonders Angestellte sollten diese Tarife nicht abschließen, da der Arbeitgeber in der Regel keinen Beitrag zur Selbstbeteiligung leistet. Eine Selbstbeteiligung von mehr als 600 Euro ist für diesen Personenkreis nicht empfehlenswert.

Freiberufler und Selbständige können sich hingegen für Tarife mit höherem Eigenbehalt entscheiden, weil den kompletten PKV-Beitrag selbst tragen müssen. Je nach Versicherer können bis zu 5.000 EUR Selbstbehalt gewählt werden. Besonders achten sollte man auf sogenannte versteckte Selbstbeteiligungen. Im Leistungsfall erstattet der Versicher nur 80 bis 90 Prozent der entstandenen Kosten.

Darauf sollte man vor dem Abschluss achten

Bezüglich der Erstattung von Heil- und Hilfsmitteln sollte man darauf achten, dass man den sogenannten offenen Heil- und Hilfsmittelkatalog wählt, denn es kann passieren, dass sich die Erstattungen bei der Wahl eines sogenannten geschlossenen Heil- und Hilfsmittelkataloges nur auf wenige Dinge konzentriert, was zur Folge hätte, dass der Patient in Eigenleistung treten müsste.

Wer einen Primärarztvertrag abschließt, muss damit rechnen, dass ihm die freie Facharztwahl verwehrt bleibt. Wer Zahnarztkosten abdecken möchte, sollte darauf achten, dass der Erstattungsbetrag bereits im ersten Versicherungsjahr bei 2.000 Euro liegt und sukzessive ansteigt. Häufig steckt hinter umständlichen Formulierungen nicht das, was man erwartet.

Wer eine private Krankenversicherung abschließt, sollte darauf achten, dass sie eine Chefarztbehandlung beinhaltet und eine Versorgung im Zweibettzimmer sicherstellt. Bei vielen günstigen Tarifen sind diese Bestandteile nicht vorgesehen.

Vergleich zur privaten Krankenversicherung