28.11.2013

Stiftung Warentest: Leistungen vom "Pflege-Bahr" im Pflegefall nicht ausreichend

Zusätzliche Absicherung für Pflegefall notwendig

Der „Pflege-Bahr“, eingeführt vom scheidenden Gesundheitsminister Daniel Bahr, schließt die Versorgungslücke im Pflegefall nur unzureichend. Zu diesem Ergebnis kommt Stiftung Warentest. Auch der Bund der Versicherten sieht den „Pflege-Bahr“ sehr kritisch und teilt mit, dass es bessere und günstigere Angebote auf dem Markt gebe.

Im Zuge der demografischen Entwicklung steht Deutschland vor den Herausforderungen einer immer älteren Gesellschaft. Prognosen zur Folge, soll die Zahl der Pflegebedürftigen von heute 2,4 Millionen Menschen auf 4 Millionen in einigen Jahrzehnten klettern. Um die Versorgung dieser Hilfsbedürftigen zu gewährleisten, ist eine Reform der Pflege unerlässlich, ein Standbein bildet die private Vorsorge.

Pflege-Bahr

Seit Beginn des Jahres erhält man in Deutschland den sogenannten „Pflege-Bahr“. Der Staat subventioniert den Abschluss bestimmter Pflegeversicherungen ohne Gesundheitsprüfung. Der scheidende Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr brachte den „Pflege-Bahr“ ins Rollen. Die Bundesregierung verfolgt mit der Einführung des „Pflege-Bahrs“ das Ziel, dass mehr Bundesbürger für den eigenen Pflegefall Vorsorge treffen. Menschen, die die Police unterzeichnen, erhalten einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 60 Euro vom Staat.

Die Versicherungsgesellschaften unterliegen der Verpflichtung, jeden Antragsteller aufnehmen zu müssen. Aus diesen Gründen können auch gesundheitlich beeinträchtigte Personen und Menschen mit Vorerkrankungen eine Police abschließen. Ausgeschlossen sind demente Menschen und Personen, bei denen die Pflegebedürftigkeit bereits festgestellt wurde. Für die Vertragsabschlüsse gilt eine Wartezeit von fünf Jahren, bevor Leistungen ausgezahlt werden. Die Verwaltungskosten sind auf 10 Prozent gedeckelt. Die Versicherer müssen in Pflegestufe 3 zudem 600 Euro zahlen. Negativ für den Versicherten ist die Tatsache, dass die Prämien im Leistungsfall weiter gezahlt werden müssen.

Mittlerweile schlossen 330.000 Personen einen Vertrag ab. Nur rund 25 Anbieter offerieren diese staatlich subventionierte Möglichkeit der privaten Pflegeversicherung. Den größten Teil der Policen verkaufte Debeka , VKB/UKV, Central, Huk Coburg, Ergo, Signal Iduna und Barmenia. Das ursprüngliche Ziel der Bundesregierung waren 1,5 Millionen Verträge. Die privaten Versicherer hoffen, die Millionenmarke im kommenden Jahr knacken zu können.

Vergleich zur privaten Krankenversicherung