27.12.2011

PKV: Versicherer mit beitragsstabilen Tarifen

Morgen & Morgen hat die besten Tarife ermittelt

Versicherte und Verbraucherschützer beklagen sich zum Jahreswechsel über massive Beitragserhöhungen bei den privaten Krankenversicherungen (PKV). In Einzelfällen sollen die Tarife 2012 um bis zu 60% teurer werden. Was die Kritiker der PKV dabei meist übersehen, ist die Vielzahl der beitragsstabilen Tarife. Zahlreiche Unternehmen garantieren stabile Beiträge bis 2013, teilweise kommen Versicherte sogar in den Genuss leichter Prämiensenkungen.

Wer sich in den letzten Wochen über Neuigkeiten zur privaten Krankenversicherung (PKV) informiert hat, sah sich vor allem Schreckensmeldungen ausgesetzt. Von massiven Beitragserhöhungen war die Rede, die im Einzelfall bis zu 60% betragen kann. Vor allem die Central Krankenversicherung wurde als Negativbeispiel angeführt. Im Schnitt muss der fünftgrößte Privatversicherer Deutschlands die Prämien um 12,9% erhöhen, teilweise müssen Kunden im kommenden Jahr bis zu 40% mehr zahlen.

Beitragsstabile Tarife in der PKV?

Angesichts der massiven Teuerungen bei den PKV-Unternehmen geraten die Gesellschaften bzw. die Tarife in Vergessenheit, bei denen die Beiträge nur in geringem Umfang oder sogar gar nicht angehoben werden müssen. Im Schnitt der letzten zehn Jahre mussten die beitragsstabilsten Versicherer die Prämien um weniger als 3% pro Jahr heraufsetzen, während die "schlechteren" Anbieter eine jährliche Anpassung von mehr als 7% aufwiesen.

Klar ist, dass die medizinische Inflation sowie die Alterung der Gesellschaft Druck auf die Beiträge ausübt. Um durchschnittlich 5% pro Jahr steigen die Kosten im Gesundheitswesen an - hervorgerufen durch neue medizinische Therapien, teurere Medikamente oder höhere Gehälter des Personals. Auch das Älterwerden der Versichertengemeinschaft muss über höhere Altersrückstellungen und damit höhere Beiträge finanziert werden.

Trotz allem schaffen es einzelne Versicherer, die Prämien im Schnitt unterhalb der medizinischen Inflation zu erhöhen. Das Rating-Unternehmen Morgen & Morgen ermittelte die stabilsten Tarife im 10-Jahres-Vergleich. Die HanseMerkur, DEVK und DKV konnten bei Frauen und Männern die besten Werte erzielen. Doch auch die Alte Oldenburger oder die Süddeutsche Krankenversicherung (SDK) verfügen mit ihrem Tarifwerk über beitragsstabile Tarife. Zudem hat die Hallesche für einen Großteil ihrer PKV-Tarife eine Beitragsgarantie für 2012 ausgesprochen.

Strikte Annahmebedingungen

Für den Laien ist es oftmals unverständlich, warum die Prämien bei einzelnen Versicherern dermaßen angehoben werden müssen, während andere Unternehmen die Tarife nur unterdurchschnittlich erhöhen müssen. Zunächst sind die Kennzahlen der PKV-Unternehmen entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg. Dazu zählen Wachstumskennziffern und Daten zur Anlagepolitik des Versicherers. Weit bedeutender ist jedoch die Annahmepolitik einer PKV-Gesellschaft. Nur eine strikte Gesundheits- und Bonitätsprüfung sorgt dafür, dass der Versicherungsbestand nicht durch hohe Krankheitskosten oder Zahlungsausfälle belastet wird.

Dazu zählt auch, dass bestimmte Berufsbilder zu den nicht versicherbaren Berufen zählen. In diesem Jahr haben die AXA, HanseMerkur oder auch die Central Krankenversicherung die Annahmebedingungen verschärft. Viele Versicherer fordern inzwischen von Freiberuflern und Selbständigen eine Bestätigung darüber, dass beim bisherigen Versicherer kein Beitragsrückstand besteht. Seit 2009 die Versicherungspflicht in der PKV eingeführt wurde, können Privatversicherer säumigen Zahlern nicht mehr kündigen und müssen im Notfall sogar sogar Leistungen erbringen. Die Privatversicherer haben daher, sofern nicht bereits geschehen, mit der Verschärfung der Annahmebedingungen reagiert.

Erfolgreiche und beitragsstabile PKV-Unternehmen setzen bereits seit Jahren auf eine strikte  Annahmepolitik. Nur die konsequente Selektion von Neukunden sorgt für einen langfristig "gesunden" Versichertenbestand und damit bezahlbare PKV-Beiträge. Da dies für den Laien oftmals schwer ersichtlich ist, sollte die fachkundige Unterstützung eines unabhängigen PKV-Beraters in Anspruch genommen werden.