Mindestlohn: Vorteile und Nachteile

Was bringt ein Mindestlohn, wem schadet er?

Der Mindestlohn hat zahlreiche Vorteile und Nachteile. Die Arbeitgeberverbände sind meist dagegen, die Vertreter der Arbeitnehmer dafür. Das Problem ist jedoch allen Beteiligten klar: Viele Menschen in Deutschland können von ihrem Arbeitslohn nicht ihren Lebensunterhalt bestreiten. Eine Übersicht zu den Vorteilen und Nachteilen des Mindestlohns in Deutschland:

Mit dem Mindestlohn wird per Gesetz festgelegt, wie hoch der Lohn in einer Branche mindestens sein muss. Die Folgen für die Wirtschaft werden jedoch unterschiedlich beurteilt. So lassen sich Befürworter und Gegner eines Mindestlohns finden.

Mindestlohn und die Vorteile:

  • Ein Arbeitnehmer muss von seiner Arbeit leben können.
  • In 18 der 25 EU-Mitglied-Staaten gibt es bereits einen Mindestlohn. In keinem Land konnte dabei ein negativer Einfluss auf die Beschäftigung nachgewiesen werden.
  • Als in Großbritannien Ende der 1990er Jahre der gesetzliche Mindestlohn eingeführt wurde, befürchteten Experten millionenfache Arbeitsplatz-Verluste. Tatsächlich ging in der Zwischenzeit die Arbeitslosigkeit um 25 Prozent zurück und der Mindestlohn wurde um mehr als 40 Prozent erhöht.
  • Die Gefahr, dass der Mindestlohn die Chancen für Beschäftigung für gering Qualifizierte verschlechtert, sehen die Befürworter nicht. Sie argumentieren, dass in den vergangenen Jahren trotz Lohnsenkungen die Arbeitslosigkeit gestiegen sei.
  • Höhere Löhne steigern die Kaufkraft. Dadurch steigt die Nachfrage. Das schafft neue Arbeitsplätze.
  • Der Gefahr, dass ein Teil der bestehenden Arbeitsplätze ins Ausland verdrängt werden könnte, sehen die Gewerkschaften gelassen entgegen: Dienstleistungen an Menschen und Institutionen lassen sich nicht verlagern.
  • Wenn auch die Konkurrenz höhere Löhne zahlen muss, bleibt die Wettbewerbsfähigkeit erhalten.
  • Mit dem Mindestlohn würde deshalb dem teilweise ruinösen Preiskkampf ein Riegel vorgeschoben. Aus diesem Grund sprechen sich auch zahlreiche Arbeitgeber zum Beispiel in der Bauwirtschaft, in der Gebäudereinigung oder bei der Zeitarbeit für verbindliche Mindestlöhne aus.

Mindestlohn und die Nachteile:

  • Mindestlöhne steigern die Jobkosten. Das führt dazu, dass keine neuen Arbeitsplätze geschaffen, sondern eher abgebaut werden. Vor allem für gering Qualifizierte verringern sich dadurch die Chancen auf Beschäftigung.
  • Unternehmen werden gezwungen, Arbeitsplätze ins Ausland zu verlagern.
  • Der Mindestlohn fördert die Schwarzarbeit.
  • Das Arbeitslosengeld II ist faktisch bereits ein Mindestlohn.
  • Durch Einführung eines Kombilohns werden die Löhne auf Kosten der Steuerzahler aufgestockt. Die Unternehmen könnten das ausnutzen.
  • Mindestlöhne ziehen eine enorme Kontroll-Bürokratie nach sich. Trotz hohem Personalaufwand wird die Kontrolle jedoch sicher nie flächendeckend sein.
  • Mindestlöhne belasten vor allem kleinere Unternehmen. Größere Unternehmen haben verschiedene Möglichkeiten auf Mindestlöhne zu reagieren.
  • Der Arbeitsmarkt muss frei von staatlichen Einschränkungen sein. Arbeitsverträge auszuhandeln ist eine Angelegenheit zwischen Unternehmer und Mitarbeiter.