IWH-Studie zeigt zunehmende Altersarmut in Deutschland

Fast jeder 9. Rentnerhaushalt unter Armutsgrenze

Die Altersarmut in Deutschland betrifft einen immer größeren Personenkreis. Nach einer Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) lag die Rente in fast jedem 9. Rentnerhaushalt unterhalb der Armutsgrenze. Als arm gilt ein Ruheständler, der über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verfügt.

Ein immer größerer Anteil der Rentner ist armutsgefährdet. Aus einer aktuellen Studie lässt sich ein deutlicher Anstieg der von Altersarmut betroffenen Ruheständler ablesen. Im Jahr 1995 hatte der Anteil der Rentner unterhalb der Armutsgrenze noch bei 9,4 Prozent gelegen. Bis zum Jahr 2009 ist dieser Wert auf 11,5 Prozent angestiegen.

Die Armutsgrenze wird bei einer Rente von weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens festgelegt. 

Allerdings zeigt sich auch, dass zwischen West und Ost ein Unterschied besteht. Während im Jahr 2009 im Westen jeder achte Rentner von Altersarmut betroffen war, lag der gleiche Wert im Osten bei lediglich 8,6 Prozent. Der Grund liegt in den Erwerbsbiogafien zu Zeiten der DDR, als es offiziell keine Arbeitslosigkeit gab und mehr Frauen erwerbstätig waren.



Trotzdem sind Frauen insgesamt häufiger von Altersarmut betroffen als Männer. Jede siebte Rentnerin muss mit einer Rente unterhalb der Armutsgrenze auskommen, während bei den Männern nur knapp jeder Zehnte davon betroffen ist. 

Für die Zukunft wird ein weiterer Anstieg der Rentner, die Grundsicherung im Alter beziehen müssen, erwartet. Die Gründe liegen in der höheren Arbeitslosigkeit sowie den unstetigen Erwerbsverläufen. Außerdem ist in den letzten Jahren der Niedriglohnsektor stark gewachsen, woraus geringere Rentenansprüche folgen.

Tipp: Berechnen Sie Ihre Rentenansprüche.