Erwerbsminderung: Fast jeder zweite Rentenantrag wurde 2011 abgelehnt

Rententräger darf verweisen

Fast jeder zweite Antrag auf Erwerbsminderungsrente wird abgelehnt. Bei der gesetzlichen Rentenversicherung wurden von 344.558 Rentenanträgen insgesamt 154.522 abgelehnt. Damit liegt die Ablehnungsquote bei 44,8%. In den meisten Fällen lehnte der Rententräger die Rente ab, weil keine verminderte Erwerbsfähigkeit vorlag. Dies ergibt sich aus den Zahlen des gesetzlichen Rententrägers

Den größten Anteil der nicht bewilligten Renten machen die Erwerbsminderungsrenten aus.  Von rund 220.000 abgelehnten Rentenanträgen entfielen 2011 allein 154.522 auf zurückgewiesene Anträge auf Erwerbsminderungsrente. Die Ablehnungsquote für diesen Leistungsbereich sieht bei 44,8%. Mit der Rentenreform von 2001 wurden die Regelungen zum Erhalt einer Rente bei Arbeitsunfähigkeit drastisch verschärft. Seitdem wird das sogenannte Restleistungsvermögen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt überprüft.

Nur wer weniger als 3 Stunden am Tag arbeiten kann, erhält die volle Erwerbsminderungsrente. Bei einem Arbeitsvermögen von 3 bis 6 Stunden täglich, wird die halbe Rente gezahlt, und wer mehr als 6 Stunden arbeiten könnte, geht leer aus. Problematisch ist, dass eine Verweisung auf eine minderqualifizierte Tätigkeit möglich ist. Somit erfolgt keine Berücksichtigung der bisherigen Lebensstellung und der erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten.

Meiste Ablehnungen für Erwerbsminderung

Von den abgelehnten Rentenanträgen entfällt ein Großteil auf nicht anerkannte Erwerbsminderungen. Allein 112.483 Anträge wurden zurückgewiesen, weil der Rententräger keine Erwerbsminderung erkennen konnte bzw. das Restarbeitsvermögen nicht für eine Rentenanerkennung ausreichte. Jeder sechste Antrag wurde abgelehnt, weil die versicherungsrechtlichen Wartezeiten nicht erfüllt wurden.

Selbst wenn der Rentenbescheid positiv ausfällt, müssen Betroffene deutliche Einbußen hinnehmen. So liegt die volle Erwerbsminderungsrente bei lediglich knapp 30 Prozent des letzten Bruttogehalts. Aus diesem Grund empfehlen Vorsorgeexperten den Absicherung über eine private Berufsunfähigkeitsversicherung. Diese zählt für jeden Berufstätigen zu den existenziellen Versicherungen.

Vergleich zur Berufsunfähigkeitsversicherung