LichtBlick AG
Ökostrom-Anbieter
Österreichische und norwegische Wasserkraftwerke produzieren 70 Prozent des Stroms, den LichtBlick an seine Kunden verkauft. 11 Prozent kommen aus einem Kraftwerk, das mit Biomasse arbeitet – und der Rest ist so genannter EEG-Strom. Das bedeutet: Diesen Strom muss ein Anbieter liefern, weil es das Erneuerbare-Energien-Gesetz vorschreibt. Er stammt ebenfalls aus sauberer Produktion in Deutschland (Biomasse, Sonne, Wasser oder Wind).
Kontrolle von LichtBlick
Jedes Jahr kontrolliert der „TÜV Nord“, ob sich LichtBlick an die eigenen Vorgaben hält und nur Strom aus Erneuerbarer Energie anbietet. Hinzu kommt das unabhängige „ok-power-Label“, das einen entscheidenden Aspekt des Ökostrom-Geschäfts garantiert: LichtBlick fördert den Bau neuer Anlagen, die aus Erneuerbarer Energie Strom gewinnen. Das ist wichtig: Wer dieses Label erhalten will, muss einen „zusätzlichen Umweltnutzen“ vorweisen. Er entsteht, wenn die Nachfrage nach Ökostrom zu einem Ausbau der sauberen Produktionskapazitäten führt. Bedingung: Diese neuen Anlagen sollen mehr Strom produzieren, als aufgrund öffentlicher Fördermaßnahmen sowieso erzeugt wird.
Daher muss LichtBlick in den Neubau von Kraftwerken investieren, die aus Erneuerbarer Energie Strom herstellen – oder in gasbetriebene Anlagen, die mit Kraft-Wärme-Kopplung ausgestattet sind. Auf diese Weise fördert jeder LichtBlick-Kunde den Umbau der Energieversorgung, weg von Kohle und Atom, hin zu Erneuerbarer Energie.
Biogas als neues Produkt
Ein weiteres Produkt von LichtBlick ist Gas: Seit Oktober 2007 ist das Unternehmen damit auf dem Markt – und wirbt mit einem Biogas-Anteil von rund 5 Prozent. Die niedrige Beimischung erklärt sich aus den Produktionskosten: Biogas ist immer noch deutlich teurer als Erdgas. Außerdem ist es erst seit kurzer Zeit möglich, rohes Biogas so aufzubereiten, dass es die Qualität von Erdgas bekommt. Das Biogas gibt zwar CO2 an die Atmosphäre ab, wenn es verbrennt. Diese Menge entspricht aber dem CO2, das vorher in der Biomasse gebunden wurde. So ist die Bilanz ausgeglichen, das Verbrennen von Biogas ist klimaneutral. LichtBlick will den Biogas-Anteil in den nächsten Jahren weiter erhöhen.
Neues Projekt: ZuhauseKraftwerk
Ein weiteres Projekt von LichtBlick ist das „ZuhauseKraftwerk“, das der Ökostrom-Anbieter zusammen mit Volkswagen entwickelt. Die Idee: Das „ZuhauseKraftwerk“ erzeugt Wärme und Strom – Kraft-Wärme-Kopplung wird das genannt. Der Brennstoff ist Erdgas, das bei der Verbrennung deutlich weniger CO2 freisetzt als Kohle oder Öl. Die Effizienz der Anlage ist hoch, 92 Prozent der Energie werden in Strom und Wärme umgewandelt. LichtBlick installiert die kompakten Anlagen im Keller seiner Kunden – und zahlt einen jährlichen Strombonus für die Einspeisung ins öffentliche Netz.
Der besondere Clou: Durch eine intelligente Steuerung will LichtBlick die einzelnen „ZuhauseKraftwerke“ zusammenschalten – es entsteht ein virtuelles Kraftwerk, das „Schwarmstrom“ erzeugt. Viele kleine Einheiten produzieren große Mengen Strom. So lassen sich die „ZuhauseKraftwerke“ schnell hochfahren, wenn Bedarf besteht. Etwa, wenn der Wind nicht weht, oder sich Wolken vor die Sonne schieben. Dann liefern Windräder und Solarkollektoren keinen Strom – und die Lücke würde der „Schwarmstrom“ von LichtBlick schließen.
Die „ZuhauseKraftwerke“ gibt es zunächst in Hamburg, aber 2010 will LichtBlick den Vertrieb auf ganz Deutschland ausweiten.
Ein Beitrag von Ingo Leipner
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