Eurobonds

Eurobonds oder auch EU-Anleihen sind von den Staaten der Eurozone begebene Staatsanleihen. Bislang konnten sich die Euroländer jedoch nicht auf die Einführung gemeinsamer Anleihen einigen. Mit den Eurobonds würden die EU-Staaten Geld am Kapitalmarkt aufnehmen und gesamtschuldnerisch für die Schulden haften.

Hintergrund für die Einführung von Eurobonds ist die Staatsschuldenkrise in den Euro-Ländern. Aufgrund der prekären Haushaltslage und der damit verbundenen geringeren Bonität können sich einige EU-Länder am Kapitalmarkt nur zu deutlich höheren Zinssätzen refinanzieren. Mit der Herausgabe von gemeinsamen Staatsanleihen der Euro-Länder müssten bonitätsschwache Länder geringere Zinsen am Kapitalmarkt zahlen. Umstritten ist jedoch, ob die Einführung von Eurobonds tatsächlich die Schuldenkrise löst oder sogar verstärkt.

Grundsätzlich muss jeder Euro-Staat für die selbst zu verantwortenden Schulden haften. Es gilt die sogenannte Nichtbeistands-Klausel (oder: No-Bailout.Klausel) des EU-Vertrages. Eurobonds würden hingegen die gesamtschuldnerische Haftung aller Euro-Länder für die Schulden und Zinszahlungen bedeuten und damit dem EU-Vertrag widersprechen. Zudem ist fraglich, ob die Eurobonds bonitätsschwache Länder tatsächlich dazu verleiten können, solide Haushalte vorzulegen und die Verschuldung abzubauen. Die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lehnt die Einführung von Eurobonds strikt ab.