Lebensversicherung verkaufen

Lebensversicherung verkaufen: Ist das empfehlenswert?

Lebensversicherungen gelten heute als eher unrentables Modell der Altersversorgung und Risikoabdeckung. Wer seine Lebensversicherung verkaufen möchte, muss jedoch diverse Mindestvoraussetzungen erfüllen.

Lebensversicherung verkaufen: die verschiedenen Policen

Mit dem Begriff Lebensversicherung werden verschiedene Policen zusammengefasst. Bei einer Lebensversicherung handelt es sich grundsätzlich um eine Versicherung, die das biometrische Risiko für den Erlebens- oder Todesfall abdeckt. Der Versicherungsfall tritt bei der Erlebensfallversicherung zu einem vertraglich vereinbarten Zeitraum ein und bei der Todesfallversicherung im Falle des eigenen Todes. Die Versicherungsleistung wird dann an den Versicherungsnehmer oder einen Begünstigten ausgezahlt.

Die Lebensversicherung gliedert sich in die kapitalbildende Lebensversicherung und die Risikolebensversicherung. Die Kapitallebensversicherung ist ein klassisches Versicherungsmodell für die private Altersversorgung. Die Risikolebensversicherung wird hingegen meist zugunsten Angehöriger zur Abdeckung des eigenen Todesfallrisikos abgeschlossen. Bei der Mehrheit der Lebensversicherungsverträge in Deutschland handelt es sich um gemischte Policen, die sich aus einer Kapital- und Risikolebensversicherung zusammensetzen und somit den Erlebens- und Todesfall abdecken.

Heute werden rund 50 Prozent der Lebensversicherungsverträge vorzeitig gekündigt. Eine Alternative zur Kündigung der Police stellt jedoch ihr Verkauf dar: Versicherungskunden können auch ihre Lebensversicherung verkaufen. Verschiedene Policenhändler haben sich auf einen Ankauf von Lebensversicherungen spezialisiert. Wer seine Lebensversicherung verkaufen möchte, muss jedoch einen Vertrag mit bestimmten Mindestvoraussetzungen vorweisen können.

Lebensversicherung verkaufen: Policen zunehmend unattraktiv

Die private Altersversorgung gewinnt immer mehr an Bedeutung. Die klassische kapitalbildende Lebensversicherung für die private Rente oder als Sparmodell hat mittlerweile jedoch den Ruf eines Auslaufmodells. Das liegt zum Teil an der Abschaffung der Steuerbefreiung für Kapitallebensversicherungen, die im Jahr 2005 eingeführt wurde und sinkenden Garantiezinsen. Der garantierte Zins galt bisher als eines der Hauptargumente für den Abschluss einer Lebensversicherung. Eine Überschussbeteiligung hängt hingegen davon ab, wie gewinnbringend die Gesellschaft ihr Geld anlegt und ist nicht garantiert.

Die Lebensversicherung verliert mit sinkender Sparquote an Attraktivität. Damit sinkt die Rendite in Verbindung mit ohnehin absteigenden Garantiezinsen schnell unter ein Prozent. Viele Lebensversicherungskunden wollen daher aus ihrem laufenden Vertrag aussteigen. Immer beliebter wird die Kapitallebensversicherung auch als Finanzspritze für zwischendurch. Wer kurzfristig eine größere Menge Geld benötigt, greift gern auf seine ohnehin als unrentabel geltende Lebensversicherung zurück. Wer seine Lebensversicherung verkaufen möchte, muss zunächst einen geeigneten Anbieter finden. Lebensversicherungen werden von verschiedenen Policenhändlern aufgekauft, die sich auf den Aufkauf von Versicherungsverträgen spezialisiert haben. Hierbei gilt es jedoch zu beachten: Wer seine Lebensversicherung verkaufen möchte, muss mit seinem Vertrag diverse Mindestvoraussetzungen wie einen Mindestrückkaufswert, Restlaufzeit und meist eine integrierte Risikolebensversicherung vorlegen.

Lebensversicherung verkaufen: die Alternativen

Wer aus seiner Lebensversicherung aussteigen möchte, sollte sich diesen Schritt gut überlegen. Das gilt besonders für noch als steuerfrei abgeschlossene Verträge, die vor 2005 abgeschlossen wurden. Versicherungskunden, die dennoch ihre Lebensversicherung verkaufen möchten, erhalten bei ihrer Gesellschaft den vereinbarten Rückkaufswert, der aber bei jüngeren Verträgen in der Regel unter den eingezahlten Beiträgen liegt. Aus diesem Grund sollten sich Lebensversicherungskunden alternativ auch ein Angebot beim Policenhändler einholen, das in vielen Fällen attraktiver ist.

Neben einem Rückkauf und Verkauf der Lebensversicherung besteht auch die Möglichkeit, die Police erst einmal beitragsfrei zu stellen. Damit bleibt der Vertrag bestehen, belastet die Haushaltskasse in Zeiten finanzieller Engpässe aber nicht mehr. Wenn die Lebensversicherung zu teuer wird, senkt auch eine Streichung der integrierten Dynamik die Beiträge. Bei vielen Versicherern sind auch Darlehen in Höhe des Rückkaufswertes erhältlich, die aber höhere Zinsen verursachen. Ein Ausstieg aus der Lebensversicherung lohnt sich grundsätzlich eher bei jungen, unrentablen Verträgen und beim Umstieg auf eine attraktivere Form der Altersversorgung. Wer hingegen schon viele Jahre in seine Lebensversicherung einzahlt und das erwirtschaftete Kapital steuerfrei erhält, bleibt besser im Vertrag.

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