Lebensversicherung - Änderungen 2012

Neuerungen zum Garantiezins und Rentenalter

Bei den privaten Lebensversicherungen wird nicht nur der Garantiezins verringert. Änderungen greifen seit 1. Januar 2012 auch beim Eintrittsalter sowie gegen Jahresende bei der Prämienkalkulation. Zum Dezember werden sogenannte Unisex-Tarife eingeführt. Die wesentlichen Änderungen bei der privaten Altersvorsorge im Überblick.

Garantiezins: Änderungen für Lebensversicherungen

Neues Jahr, neue Regelungen - dies gilt auch für Lebensversicherungen. Vorsorgesparer müssen jedoch nicht nur mit einer geringeren Garantie für Vertragsabschlüsse ab 2012 leben, sondern dürfen künftig erst später in Rente gehen. 

Für Neuverträge in der privaten Altersvorsorge gilt seit 1. Januar 2012 ein geringerer Garantiezins. Staat einer jährlichen Garantie von 2,25% dürfen die Versicherer zum Laufzeitende nur noch 1,75% pro Jahr garantieren. Mit dem Garantiezins wird der Sparanteil bei Lebens- und Rentenversicherungen verzinst. Zusätzlich zahlen die Unternehmen noch eine Überschussbeteiligung sowie einen Bonus zum Vertragsende.

Von der Garantiezinssenkung sind folgende Verträge betroffen:

  • Basis-Rente,
  • Betriebsrente,
  • Berufsunfähigkeitsversicherung,
  • Kapitallebensversicherung,
  • Private Rentenversicherung,
  • Riester-Rente,
  • Risikolebensversicherung.

Durch die Zinssenkung fallen die garantierten Kapitalauszahlungen als auch die garantierten monatlichen Renten geringer aus. Im Bereich der Personenversicherungen, zu denen die Berufsunfähigkeits- sowie die Risikolebensversicherung zählen, erhöhen sich die Versicherungsprämien. 

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Riester-Rente mit Änderungen

Bei der Riester-Rente gelten ab Januar 2012 vereinfachte Regelungen. Hintergrund ist die Problematik um Personen in der Elternzeit, die einen Mindestbeitrag in den Riester-Vertrag zahlen müssen, dies in der Vergangenheit aus Unkenntnis jedoch unterlassen haben. Dadurch ging der Anspruch auf die staatliche Grund- und Kinderzulage verloren, so dass zu viel gezahlten Zulagen zurückgezahlt werden mussten. 

Mit den Änderungen werden die Förderregeln für die Riester-Rente vereinfacht. Künftig ist es möglich, nicht entrichtete Beiträge nachträglich einzuzahlen, so dass der Förderanspruch erhalten bleibt. Gleichzeitig muss jeder Riester-Sparer ab Januar 2012 mindestens 60 Euro pro Jahr einzahlen. Mit dem Sockelbetrag sollen die Ungereimtheiten im Zusammenhang mit mittelbar Förderberechtigten aus der Welt geschaffen werden.

Lebensversicherung: Änderung beim Rentenalter

Die schrittweise Einführung der Rente mit 67 wirkt sich auch auf die betriebliche und private Vorsorge aus. Für Neuabschlüsse einer Riester-, Rürup- oder Betriebsrente dürfen die Auszahlungen frühestens mit dem 62. Lebensjahr beginnen.

Werden die Kapital- und/oder Rentenleistungen vorzeitig bezogen, müssen Steuervorteile und erhaltene Zulagen zurückgezahlt werden. Die Anhebung des Rentenalters betrifft ebenfalls private Rentenversicherungen und Kapitallebensversicherungen, für die keine staatliche Förderung gilt. Erträge aus diesen Verträgen müssen nur zur Hälfte versteuert werden, wenn die Versicherungsleistung mit Vollendung des 62. Lebensjahres und nach 12 Vertragsjahren zur Auszahlung kommt. Davor müssen die erzielten Erträge voll versteuert werden.

Bei Vertragsabschlüssen bis Ende 2011 gilt für geförderte und nicht geförderte Vorsorgeverträge noch das Rentenbeginnalter von 60 Jahren.

Basis-Rente: Höherer Sonderausgabenabzug

Bei der Basis-Rente (auch: Rürup-Rente) können Ledige (Verheiratete) im Jahr bis zu 20.000 Euro (40.000 Euro) steuermindernd für die private Altersvorsorge anlegen. Die Beitragszahlung kann zu einem bestimmten Prozentsatz als Sonderausgabe steuerlich geltend gemacht werden. Im Jahr 2012 wird der Sonderausgabenabzug auf 74 Prozent der gezahlten Beiträge erhöht. 

Beispiel: Ein Selbständiger, der weder in die gesetzliche Rente einzahlt noch weitere private Vorsorge betreibt, kann 2012 insgesamt 20.000 Euro in die Basis-Rente einzahlen. Davon werden 74 Prozent, also maximal 14.800 Euro, steuermindernd vom zu versteuernden Einkommen abgezogen. Wenn der Selbständige verheiratet ist, verdoppelt sich der Betrag auf 29.600 Euro (74 Prozent von 40.000 Euro), sofern keine weiteren Sonderausgaben bestehen. 

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