Lastenzuschuss

Lastenzuschuss: Unterstützung für Immobilieneigentümer

Nicht nur Mieter mit geringem Einkommen können Wohngeld beziehen: Der Lastenzuschuss kann als staatliche Förderung auch von Immobilieneigentümern beantragt werden.

Definition: Lastenzuschuss

Der Lastenzuschuss ist eine Form des Wohngeldes. Die staatliche Leistung für Bürger mit niedrigem Einkommen kann als Mietzuschuss und als Lastenzuschuss beantragt werden. Dabei richtet sich das Wohngeld an Mieter oder an Eigentümer einer selbst bewohnten Immobilie. Gesetzlich wird das Wohngeld dabei mit dem aktuellen Wohngeldgesetz (WoGG) als Teil des Sozialgesetzbuches geregelt.

Die Höhe des Wohngeldanspruchs für Immobilieneigentümer ist von verschiedenen Faktoren abhängig: der Haushaltsgröße, dem Gesamteinkommen, den laufenden Belastungen und der örtlichen Mietstufe. Dabei wird Wohngeld immer für einen Zeitraum von zunächst zwölf Monaten bewilligt und muss bei den Wohngeldstellen der Städte beantragt werden. Der Bewilligungszeitraum beginnt zum Anfang des Monats der Antragstellung. Wer selbst ermitteln möchte, ob er einen Anspruch auf Wohngeld hat, kann kostenlose Wohngeldrechner für eine einfache Berechnung vorab im Internet nutzen.

Der Lastenzuschuss richtet sich als Wohngeld an Immobilieneigentümer mit geringem Einkommen mit lastenzuschussfähigen Ausgaben wie: Kredite und Zinsen für Wohneigentum, Bewirtschaftungskosten, Grundsteuern und Versicherungen für ihre Immobilie und Heizkosten. Als Voraussetzung gilt, dass die lastenzuschussfähigen Ausgaben für die selbst genutzte Wohnimmobilie erbracht werden und dass die weiteren Anspruchsvoraussetzungen für Wohngeld erfüllt werden.

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Lastenzuschuss und Sozialleistungen

Als staatliche Leistung für familiengerechtes Wohnen ermöglicht der Lastenzuschuss einen zunächst auf zwölf Monate beschränkten Zuschuss zu lastenzuschussfähigen Belastungen für selbst genutztes Wohneigentum. Zu den Antragsberechtigten gehören Eigentümer selbstbewohnter Eigentumswohnungen und Häuser, Erbbauberechtigte, Inhaber von Dauerwohnrechten und Eigentümer einer Genossenschaftswohnung. Als Voraussetzung gilt, dass das Wohneigentum auch selbst bewohnt wird und dass der Antragsteller die Belastungen für diese Immobilie (z. B. Kredite und Grundsteuern) auch selbst aufbringt. Alle Belastungen werden nur bis zu einem Höchstbetrag anerkannt.

Der Lastenzuschuss kann nicht mit Sozialleistungen kombiniert werden, die eine Leistungsübernahme der Wohnkosten bereits vorsehen. Dazu gehört im Wesentlichen Arbeitslosengeld II mit einer Kostenübernahme für die Unterkunft. Ebenfalls ausgeschlossen ist eine Kombination mit weiteren Sozialleistungen wie Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung, Sozialgeld, Wohnkostenzuschuss, Übergangsgeld in Höhe von ALG II und ergänzende Hilfe zum Lebensunterhalt.

Nicht lastenzuschussfähig sind Aufwendungen für gewerblich genutzten Wohnraum, Kosten für die zentrale Heizungs- und Warmwasserversorgung sowie Aufwendungen für Wohnraum, der dritten Personen zur Verfügung gestellt wird.

Grundsätzlich gilt: Lastenzuschüsse sind nicht mit anderen Sozialleistungen, die bereits Leistungen für eine Unterkunft vorsehen, kombinierbar. Diese Regelungen gelten auch für den Mietzuschuss.

Wer kann einen Lastenzuschuss beantragen?

Der Lastenzuschuss richtet sich vornehmlich an Eigentümer, die selbst in ihrer Immobilie wohnen, und die Belastungen für ihr Wohneigentum vorübergehend nicht mehr selbst aufbringen können. Verliert zum Beispiel der Familienvater einer typischen Kleinfamilie mit kreditfinanziertem Wohneigentum seinen Arbeitsplatz, kann die Familie die vereinbarten Zins- und Tilgungsraten für das Haus womöglich nicht mehr aufbringen. Als Zuschuss könnte die Familie in diesem Fall einen Antrag bei der zuständigen Wohngeldstelle stellen und erhält dann, wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, einen monatlichen Lastenzuschuss. Geprüft wird dabei nur das aktuelle Einkommen und nicht das Vermögen – die Auflösung einer Lebensversicherung oder ähnlicher Rücklagen ist nicht erforderlich, um einen Zuschuss zu den Lasten für Wohneigentum zu erhalten. Dabei dürfen jedoch auch keine erheblichen Vermögenswerte vorhanden sein. In diesem Fall würde der Antrag auf die wohngeld-ähnliche Leistung wohl abgelehnt werden.

Zur Beantragung sind verschiedene Dokumente notwendig: Kaufvertrag, Wohnflächenberechnung, Grundbuchauszug, Nachweise über die finanziellen Verpflichtungen bei der Bank und über Erträge aus Vermietung und Verpachtung. Aufgrund regionaler Mietstufen und Abhängigkeit vom Haushaltseinkommen wird der Lastenzuschuss immer individuell ermittelt.

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