Krankenversicherung für Studenten

Gesetzliche oder private Krankenkasse für Studierende?

Zum Semesterstart müssen Studierende einiges beachten - auch die richtige Wahl der Krankenversicherung. Bei der Einschreibung muss der Nachweis über die Mitgliedschaft bei einer Krankenkasse vorgelegt werden. Der Versicherungsschutz kann über eine gesetzliche oder private Kasse nachgewiesen werden. In der Regel ist man im Studium über ein Elternteil beitragsfrei familienversichert. Ist das nicht der Fall, gelten gesetzlich festgeschriebene Beiträge.

In Deutschland gilt eine Krankenversicherungspflicht. Auch wer ein Studium aufnimmt, muss krankenversichert sein. Für die meisten Studierenden greift die Familienversicherung der Eltern. Sonderregelungen gelten nach dem 25. Lebensjahr. Es besteht die Möglichkeit einer freiwilligen Weiterversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Oder man wählt einen günstigen Tarif in der privaten Krankenversicherung (PKV).

Die Wahl für einen gesetzlichen oder privaten Anbieter hängt von der persönlichen Lebenssituation des Studenten, den finanziellen Verhältnissen sowie dem Gesundheitszustand ab.

Gesetzliche Krankenkasse für Studenten

Die überwiegende Zahl der Studenten ist über die gesetzliche Krankenkasse der Eltern familienversichert. Sie müssen in diesem Fall keinen Beitrag zahlen. Gleiches gilt, wenn man verheiratet ist und der Ehepartner in der GKV versichert ist. Die kostenfreie Mitversicherung gilt jedoch nur bis zum 25. Lebensjahr. Danach müssen sich Studenten selbst krankenversichern.

Die Altersgrenze verschiebt sich um 12 Monate, wenn ein Wehr-, Bundesfreiwilligen- oder anderer Freiwilligendienst absolviert wurde. Ist ein Elternteil privat versichert, besteht die Möglichkeit der kostenfreien Familienversicherung nicht.

GKV: Beitrag für studentische Krankenversicherung 2016

  • Familienversicherung (bis zum 25. Lebensjahr): Beitragsfrei
  • Krankenversicherung der Studenten (KVdS): 61,01 EUR zzgl. kassenindividueller Zusatzbeitrag plus 14,03 EUR für die Pflegeversicherung (bzw. 15,52 EUR für Kinderlose ab 23 Jahren)
  • Übergangstarif zum Studienabschluss (ab 30. Lebensjahr/14. Semester): 96,58 EUR zzgl. Zusatzbeitrag plus 22,21 EUR für die Pflegeversicherung (bzw. 24,57 EUR für Kinderlose)
  • Freiwillige Mitgliedschaft: 132,30 EUR zzgl. Zusatzbeitrag plus Pflegeversicherung in Höhe von 22,21 EUR mit Kindern bzw. 24,57 EUR im Monat für Versicherte ohne Kinder.

Der Übergangstarif gilt für Examenskandidaten, die für die Dauer eines Semesters zum günstigen Übergangsbeitrag eingestuft werden. Danach gibt es für Studenten nur noch die Möglichkeit einer freiwilligen Mitgliedschaft in der GKV. 

Krankenkasse: Gesetzliche Regelungen für Studenten

Studenten dürfen hinzuverdienen, ohne den Anspruch auf Familienversicherung zu verlieren. Allerdings gilt hier eine Grenze von 385 EUR im Monat bzw. bei einem Minijob ein Wert von von 450 EUR (z.B. Nebenjob, Renten, Miet- und Zinseinkünfte). Das Bafög wird hingegen nicht angerechnet.

Weitere Besonderheit bei selbst krankenversicherten Studenten: Die Arbeitszeit darf 20 Stunden pro Woche überschreiten. Wenn die Beschäftigung auf höchstens zwei Monate im Jahr befristet ist oder auf die Semesterferien begrenzt ist, spielt die Höhe des Verdienstes keine Rolle.

Die Altersgrenze für die günstige Krankenversicherung für Studenten liegt beim 30. Lebensjahr oder 14. Semester. Ist der Studienabschluss dann noch nicht erreicht, kann man sich freiwillig in einer gesetzlichen Krankenkasse versichern. Diese Option muss allerdings innerhalb von 3 Monaten ausgeübt werden. Sonst bleibt nur der Weg in eine private Krankenversicherung.

Der Übergangstarif zum Studienabschluss wird für maximal 6 Monate angeboten. Es gilt eine Einkommensgrenze von 945 EUR monatlich. Nach diesem Zeitraum besteht noch die Möglichkeit, sich freiwillig gesetzlich zum aktuellen Mindestbeitrag zu versichern.

PKV Tarifrechner

Private Krankenversicherung für Studenten

Gleich zu Studienbeginn besteht die Wahl zwischen einer gesetzlichen oder der privaten studentischen Krankenversicherung. Die Entscheidung für die PKV ist unwiderruflich und gilt für die gesamte Studienzeit (auch: Zweitstudium). Studierende müssen sich innerhalb der ersten drei Monate nach der erstmaligen Immatrikulation von der Pflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung befreien lassen. Der Antrag gilt rückwirkend ab Beginn der Versicherungspflicht.

Wenn ein Elternteil bereits privat versichert ist und das Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze liegt, müssen Studenten den Schutz einer privaten Krankenkasse beantragen. Die private Krankenversicherung für Studenten kann sich lohnen, wenn im Anschluss an das Studium eine Fortführung des PKV-Vertrags möglich ist (z.B. für Freiberufler, Beamte und Selbständige).

Kinder von Beamten erhalten günstige Beihilfetarife. Sie müssen lediglich einen geringen Anteil der Krankenversicherungskosten bei einem privaten Versicherer abdecken.

Der private Studententarif (PSKV)

Nicht alle privaten Krankenkassen bieten den speziellen Studententarif PSKV an. Für den Tarif PSKV gilt ein geschlechtsunabhängiger Beitrag bei allen Unternehmen. Da im Gegensatz zu den Normaltarifen keine Altersrückstellungen aufgebaut werden, kann dieser Tarif besonders kostengünstig angeboten werden. Folgende Unternehmen bieten den Studenten-PKV-Tarif an:

  • Allianz-PKV,
  • Central Krankenversicherung,
  • Debeka Krankenversicherung,
  • Gothaer Krankenversicherung,
  • Landeskrankenhilfe.

Der Studententarif gilt bis zum 34. Lebensjahr und unabhängig von der Anzahl der Semester. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, einen individuellen Tarif bei einer privaten Krankenversicherung abzuschließen.

PKV: Beitrag und Leistungen für Studierende

Für die Leistungen des PSKV-Tarifs gelten gesetzliche Vorgaben. So werden z.B. ärztliche Leistungen maximal bis zum 1,7-fachen Satz der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet. Für zahnärztliche Behandlungen gilt eine Beschränkung auf den 2,0-fachen Satz der Gebührenordnung für Zahnärzte. Bei stationären Aufenthalten besteht kein Anspruch auf Chefarztbehandlung und das Ein- oder Zweibettzimmer.

Der Beitrag für den Studententarif bei den beteiligten Unternehmen beträgt unterteilt nach Altersgruppen:

  • 0 - 15 Jahre (Kinder): 64,80 Euro 
  • 16 - 24 Jahre: 76,50 Euro
  • 25 - 29 Jahre: 99,50 Euro
  • 30 - 34 Jahre 91,60 Euro

Der Beitrag zur Privaten Pflegeversicherung beträgt bis zum 34. Lebensjahr 8,37 Euro

Zusatzversicherung für Studenten

Mitunter ist der Schutz der gesetzlichen Krankenkassen nicht ausreichend. So müssen Studenten z.B. Zuzahlungen bei Zahnersatz, für Brillen und im Krankenhaus leisten. Mit einer privaten Krankenzusatzversicherung kann der Leistungsumfang der GKV erweitert werden. Dafür stehen folgende Zusatztarife zur Auswahl:

Häufige Fragen zur Krankenversicherung für Studenten

Können die Altersgrenzen für die Studententarife verlängert werden?

In bestimmten Ausnahmefällen können die Altersgrenzen, die für die gesetzliche Krankenversicherung gelten, nach hinten verschoben werden. Studierende müssen dazu einen begründeten Antrag bei der eigenen Krankenkasse einreichen. Zu den Verlängerungsgründen zählen z.B.:

  • familiäre Gründe, z.B. Pflege von Angehörigen
  • persönliche Gründe, z.B. Geburt eines Kindes
  • Notwendiges Aufbaustudium

Welche Auswirkung hat ein Pflichtpraktikum auf die Krankenkasse?

In zahlreichen Studiengängen zählt die Durchführung eines Praktikums zu den Pflichtbestandteilen der Prüfungsordnung. Der Krankenversicherungsschutz läuft in der Regel zu den bestehenden Konditionen weiter. Ausnahme: Wer zuviel verdient, muss sich selbst versichern.

Für ein Pflichtpraktikum als Minijob gilt eine Einkommensgrenze von 450 Euro pro Monat. Für alle anderen Praktika darf das Einkommen die Grenze von monatlich 385 Euro nicht überschreiten. Werden die Grenzen überschritten, kann die Familienversicherung nicht mehr genutzt werden.

Welche Regelung gilt für ausländische Studierende?

Studenten aus einem EU-Land sind bereits über die Krankenversicherung des Heimatlandes versichert. Sie benötigen keine Absicherung in Deutschland. Beim Arzt muss lediglich die europäische Krankenversicherungskarte vorgezeigt werden. Studierende aus anderen Ländern benötigen eine Versicherung in Deutschland.

Wie ist der Krankenversicherungsschutz beim Studium im Ausland?

Grundsätzlich bleibt der Anspruch gegenüber der jeweiligen Krankenkasse bestehen, wenn der Auslandsaufenthalt vorübergehend ist. In diesem Fall ist der Student weiterhin in Deutschland eingeschrieben.

Für den Krankenversicherungsschutz im Ausland ist entscheidend, in welchem Land der Studienort liegt. In Ländern der Europäischen Union (EU), des Europäischen Wirtschaftsraums (EFTA) oder in einem Land, mit dem Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen geschlossen hat, gilt die Krankenversicherung des jeweiligen Landes. Leistungen können dann im Ausland in Anspruch genommen werden.

In allen anderen Ländern ruht die deutsche Krankenversicherung. Studenten müssen eine separate Auslandskrankenversicherung abschließen.

Wie müssen sich Teilnehmer dualer Studiengänge versichern?

Kennzeichen eines dualen Studiengangs ist die Kombination aus betrieblicher Ausbildung und Studium an einer Fachhochschule. Dieser Personenkreis zählt seit 2012 in der Sozialversicherung als Auszubildender, sofern sie ein Arbeitsentgelt, Studienbeihilfe oder ein Stipendium erhalten. Es ist eine separate Krankenversicherung erforderlich. Wird keine Vergütung gezahlt, gilt die studentische Krankenversicherung.