Krankenversicherung für Beamte

Durch Beihilfe günstige private Krankenversicherung

Beamte genießen bei der Krankenversicherung einen Sonderstatus. Sie erhalten mit der Beihilfe einen Zuschuss des Dienstherrn zu den Krankheitskosten. Der Beihilfeanspruch liegt zwischen 50 bis 80 Prozent. Die Restkosten werden über eine private Krankenversicherung (PKV) abgedeckt. Welche Tarife für Beihilfeberechtigte angeboten werden.

Beamte: Beihilfe für PKV

Beamte genießen einen Sonderstatus. Aufgrund der Fürsorgepflicht des Dienstherrn erhalten sie sowie die Familienangehörigen die Beihilfe. Nur die sogenannten Restkosten müssen abgesichert werden. Der Umfang des Beihilfeanspruchs hängt von der persönlichen Situation des Beamten sowie den jeweiligen Beihilfevorschriften ab. Er liegt in der Regel zwischen 50 bis 80 Prozent. Mindestens 50 Prozent der Krankheitskosten werden vom Staat übernommen.

Nachfolgend eine Übersicht zu den Beihilferegelungen der Bundesbeihilfe:

  • Beamter: 50% Beihilfe, 50% PKV-Tarif
  • mit 2 und mehr Kindern: 70% Beihilfe, 30% PKV-Tarif
  • Pensionär: 70% Beihilfe, 30% PKV
  • Berücksichtigungsfähiger Ehegatte: 70% Beihilfe, 30% private Krankenkasse
  • Kind mit Kindergeldanspruch: 80% Beihilfe, 20% PKV

Abweichungen von dieser Regelung gibt es in den Bundesländern Bremen und Hessen.

Personengruppen

Folgende Gruppen erhalten bei privaten Krankenkassen spezielle Tarife:

  • Beihilfeberechtigte (Beamte, Beamte auf Probe, Beamte auf Widerruf)
  • Beamte in Ausbildung (Beamtenanwärter)
  • Bahnbeamte
  • Zeit- und Berufssoldaten

GKV oder PKV für Absicherung der Restkosten?

Beihilfeberechtigte haben grundsätzlich Wahl zwischen gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die Beihilfeleistung von Bund oder Land bei Absicherung über die gesetzliche Krankenkasse nicht einfließt. Mit anderen Worten: Beamte zahlen in der GKV den vollen Beitrag aus der eigenen Tasche, obwohl sie lediglich 50 Prozent der Kosten absichern müssten. Da Beamte im Gegensatz zu Arbeitnehmern keinen Arbeitgeberzuschuss für die Krankenversicherung erhalten, stellt die GKV eine ungünstige Alternative dar.

Die Vorteile der Kassenmitgliedschaft - beitragsfreie Mitversicherung von Ehepartner und Kindern - gilt natürlich auch für Beamte. Da die Beihilfeverordnungen jedoch auch auf Familienangehörige angewendet werden, ist die Beitragsbelastung in der Privaten in der Regel geringer als in der gesetzlichen Kasse.

Aus finanziellen Gründen und aufgrund des höheren Leistungsumfangs ist die Beihilfeversicherung bei einem privaten Krankenversicherer die günstigere Variante. Beamte erhalten je nach Beihilfestatus einen passgenauen Versicherungsschutz in der PKV. Dafür ist nur der Beitrag zu zahlen, dessen Leistungen auch tatsächlich abgesichert werden.

PKV Tarifrechner

Beihilfeergänzung: Lücken in der Beihilfe schließen

Der Beihilfeschutz weist bei Sehhilfen, für Leistungen eines Heilpraktikers, bei zahntechnischen Material- oder Laborkosten sowie beim Kurtagegeld Lücken im Versicherungsschutz im Vergleich zur PKV auf. So kann es vorkommen, dass von der privaten Krankenversicherung anteilig die vollen Kosten erstattet werden, während bei der Beihilfe Eigenbeteiligungen verbleiben.

Mit einem Beihilfsergänzungstarif bei einem PKV-Unternehmen können Sie die Lücken schließen.

Sonderregelung für Beamte in der PKV

  • Voraussetzung für den Erhalt der Beihilfe ist die Mitgliedschaft in einer PKV
  • Es müssen lediglich die Restkosten privat versichert werden.
  • Lücken in der Beihilfe können durch spezielle Ergänzungstarife durch die PKV aufgefangen werden.
  • Die meisten Privaten bieten spezielle Beamtentarife an.
  • Besondere Aufnahmebedingungen innerhalb der ersten 6 Monate nach der Erstverbeamtung.
  • Günstige PKV-Tarife im Pensionsalter durch höhere Beihilfe.

Die besten Beamtentarife: Testsieger in der PKV

Focus-Money 11/2012: In Zusammenarbeit mit der Rating-Agentur Frank & Bornberg wurden die Beamtentarife bei privaten Krankenkassen für 30-jährige Frauen und Männer mit Anspruch auf Beihilfe durch den Bund bewertet. Zu den Testsiegern wurden folgende Versicherer erklärt (mit der Angabe der Gesamtnote):

  • DBV Deutsche Beamten: 1,55
  • Alte Oldenburger: 1,8
  • HanseMerkur: 1,8
  • HUK-Coburg: 2

Die Tarife wurden hinsichtlich der Versicherungsleistungen sowie der Prämienhöhe im Schulnotensystem benotet. Zudem bewerteten die Tester die Finanzstärke des Anbieters.

Euro am Sonntag 02/2012: Preis-Leistungs-Vergleich von Beihilfe-Tarifen getrennt nach Frauen und Männern. Insgesamt wurden 26 Parameter für ambulante, stationäre und Zahn-Leistungen vergleichen. Nach Berücksichtigung des Preises wurde die Gesamtnote vergeben.

Die besten Tarife für Frauen:

  • Universa A30+A20R, ST2/30+ST2/20R, ZA 50, BZ50, PVB
  • Universa A50, ST2/50, ZA50, BZ50, PVB
  • Deutscher Ring BK30+BK20X, PIT50, BS30+BS20X+BE, PVB

Die besten Männer-Tarife:

  • Universa A30+A20R, ST2/30+ST2/20R, ZA 50, BZ50, PVB
  • Deutscher Ring BK30+BK20X, PIT50, BS30+BS20X+BE, PVB
  • Hallesche PRIMO B 120, B30+URZ, CG250, BEb50, PVB

Alle Testsieger erhielten die Bestnote 1.

Beamte: Beihilfetarife in der privaten Krankenversicherung

Beamte erhalten für die Krankenversicherung keinen Arbeitgeberzuschuss. Stattdessen zahlen Bund oder Land zwischen 50 und 80 Prozent der Aufwendungen. Nur die Restkosten müssen über die private Krankenversicherung abgesichert werden. Für Familienangehörige werden unter bestimmten Bedingungen ebenfalls staatliche Zuschüsse gezahlt. Die Regelungen dazu finden sich den Beihilfevorschriften des Bundes bzw. der Länder.

Die Beihilfe fällt höher aus, wenn der Beamte Kinder hat. Allerdings fällt die Beihilfe je nach Bundesland unterschiedlich aus. So gelten z.B. für Hessen andere Vorschriften als für Baden-Württemberg. Im Zweifel gibt die zuständige Beihilfestelle Auskunft über den Prozentsatz, der vom Dienstherrn bezahlt wird. Auch die erstattungsfähigen Aufwendungen unterscheiden sich je nach Beihilfestelle.

Die privaten Krankenversicherer bieten spezielle Beamtentarife an. Nicht von der Beihilfe übernommene Leistungen können über gesonderte Ergänzungstarife abgesichert werden. Da es in den letzten Jahren vermehrt zu Kürzungen in den Beihilfeverordnungen gekommen ist, können über diesen Zusatztarif Leistungslücken aufgefangen werden.

Die private Krankenversicherung bietet individuelle Tarife an. So können z.B. Beamtenanwärter kostengünstige Tarife abschießen, während Beamte auf Zeit leistungsstärkere Angebote wählen können. Der Beitrag für die PKV muss von Beamten vollständig selbst bezahlt werden.

In der PKV ist zur Antragsaufnahme eine Risikoprüfung erforderlich. Dies kann dazu führen, dass der Versicherungsschutz bei Vorerkrankungen nur mit einem Risikozuschlag gewährt werden kann. Um eine Ablehnung zu vermeiden, gilt bei der Erstverbeamtung der sogenannte Kontrahierungszwang. Beamte werden selbst bei nicht versicherbaren Erkrankungen mit einem maximalen Zuschlag von 30 Prozent in der PKV aufgenommen.

Wie hoch die Beihilfesätze sind und welche Restkosten abgesichert werden müssen, ergibt sich aus den Dienstvorschriften und Rechtsverordnungen des Bundes oder des jeweiligen Bundeslandes.

Wo sollten sich Beamte krankenversichern?

Für Beamte ist die Wahl bei der Krankenversicherung relativ einfach zu beantworten. Die Beihilfe des Dienstherrn wird lediglich für die private Krankenversicherung gezahlt. Daher ist die PKV allein aus finanziellen Gründen der GKV vorzuziehen. Betrachtet man zusätzlich die höherwertigen Leistungen der Privaten, liegt auch unter diesem Aspekt die PKV vorne. Ein weiterer Pluspunkt für die Private ist, dass die Beilhilfevorschriften auch auf Familienangehörige angewendet werden können.

Beamte sollten ihr Hauptaugenmerk auf die Auswahl eines geeigneten privaten Versicherers legen. Nicht jedes Unternehmen ist auf die Restkostenabsicherung für diesen Personenkreis spezialisiert. Beim Vergleich der Anbieter sollte man zudem die Beitragsentwicklung in der Vergangenheit sowie den Service berücksichtigen.

Häufige Fragen (FAQ) zur Beihilfe-Krankenversicherung:

Gilt für Beamte die Versicherungspflicht?

Alle Personen mit Wohnsitz im Inland müssen den Schutz durch eine Krankenversicherung nachweisen. Dies gilt auch für Personen mit Beihilfeanspruch durch den Dienstherrn. Besteht keine gesetzliche Mitgliedschaft müssen Beamte den verbleibenden Teil der Krankheitskosten durch einen beihilfekonformen PKV-Vertrag abdecken. Die Versicherungspflicht bezieht ebenfalls die berücksichtigungsfähigen Angehörigen mit ein.

Können sich Beamte gesetzlich versichern?

Grundsätzlich werden alle aus medizinischer Sicht notwendigen Behandlungen von der Beihilfe unterstützt. Staatsbedienstete sind jedoch nicht verpflichtet, sich für eine private Krankenversicherung zu entscheiden. Ihnen steht die Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung offen, wobei sie keinen Anspruch auf die Beihilfe geltend machen können, sondern den gesamten Betrag aus der eigenen Tasche zahlen müssen. Aus diesem Grunde entscheiden sich die meisten Beamten für den privaten Krankenversicherungsschutz. Dann gilt für den Versicherten nur die Pflicht, einteilig seinen Versicherungsbeitrag leisten zu müssen, der zwischen 30 und 50 Prozent liegt.

Wann greift die Öffnungsklausel für Beihilfeberechtigte?

Durch das Einführen der Öffnungsklausel wird einem Antragsteller, der gesundheitliche Risiken aufweist, die Möglichkeit geboten, im ersten halben Jahr seines Dienstverhältnisses (erste sechs Monate nach der Erstverbeamtung) zu günstigeren Bedingungen bei der PKV versichert zu werden. Während dieser Zeitspanne dürfen Privatversicherer keinen Beamten aufgrund von Vorerkrankungen vom Versicherungsschutz ausschließen. Parallel dazu profitiert der Versicherungsnehmer davon, dass die Versicherung auch keine Abstriche bei den privaten Leistungen machen darf und der Risikozuschlag auf maximal 30 Prozent gedeckt ist.

Was bedeutet der Kontrahierungszwang?

Wie bei jedem Antrag auf privaten Krankenschutz müssen auch Beamte und deren Angehörige eine Gesundheitsprüfung vor Versicherungsbeginn ablegen. Aufgrund von Vorerkrankungen oder gesundheitlichen Beeinträchtigungen kann ein Vertrag daher nicht zustande kommen. Daher gibt es seit 2005 für den Personenkreis der Beihilfeberechtigten den erleichterten Zugang in die Privatkrankenkasse.

Die teilnehmenden Unternehmen haben sich verpflichtet, keinen Antragsteller aus gesundheitlichen Gründen abzulehnen, keinen Leistungsausschluss vorzunehmen und den maximalen Risikozuschlag auf 30 Prozent zu begrenzen. Dieser Annahmezwang (Kontrahierungszwang) gilt stets für die versicherten Leistungen, welche auch von der Beihilfe bezahlt werden.

Folgende Personen können von der Öffnungsaktion profitieren:

  • Beamte auf Probe, Zeit oder Lebenszeit mit Anspruch auf Beihilfe oder Heilfürsorge (Soldaten zählen nicht hierzu),
  • Richter mit Anspruch auf Beihilfe,
  • Versorgungsempfänger (Beamte und Richter im Ruhestand) mit Anspruch auf Beihilfe.

Für Familienangehörige gilt die Öffnungsaktion gleichermaßen, sofern nicht eine eigene Krankenversicherung besteht.

Was bedeutet Versicherung der "Restkosten"?

Die Beihilfe ist eine eigenständige beamtenrechtliche Krankenfürsorge. Durch die Beihilfe erfüllt der Dienstherr die dem Beamten und seiner Familie gegenüber bestehende beamtenrechtliche und soziale Verpflichtung, sich an den Krankheitskosten mit dem Anteil zu beteiligen, der durch die Eigenvorsorge nicht abgedeckt wird. Je nach Beihilfeverordnung liegt die Kostenübernahme durch den Dienstherrn bei 50 bis 80 Prozent. Nur der restliche Teil muss über eine private Krankenversicherung abgedeckt werden. Auch für Beamte gilt die gesetzliche Pflicht, einen Krankenversicherungsschutz nachzuweisen.

In der PKV werden speziell auf die Bedürfnisse von Beamten abgestimmte Tarife angeboten. Das beste daran: Zusammen mit der Beihilfe werden bis zu 100 Prozent der Krankheitskosten übernommen. Über Ergänzungstarife können künftige Leistungskürzungen in der Beamtenversorgung aufgefangen werden. Beamte erhalten keinen Arbeitgeberzuschuss für die private Krankenversicherung. Die Beihilfe stellt lediglich einen Teil der Gesamtkosten für die Krankenversicherung dar. Die nicht durch die Beihilfe abgedeckten Kostenanteile sollten durch eine private Krankenversicherung (PKV) abgesichert werden.

Was sind die Besonderheiten der Krankenversicherung für Beamtenanwärter?

Beamtenanwärter zahlen einen deutlich geringeren Beitrag im Vergleich zu den herkömmlichen Beihilfe-Tarifen. Dies liegt daran, dass die privaten Krankenversicherer in den Anwärter-Tarifen keine Altersrückstellungen bilden. Diese machen je nach Tarif zwischen 25 und 40 Prozent des Beitrags aus. Die günstigen PKV-Tarife gelten jedoch lediglich während der Referendariatszeit. Im Anschluss muss die Umstellung in den normalen Beamten-Tarif erfolgen, sofern eine Verbeamtung erfolgt. Andernfalls erlischt der Vertrag.

Um hohe Beitragssprünge nach dem Referendariat zu vermeiden, sollten Sie bereits vorab prüfen, wie teuer der spätere Beamten-Tarif ist. Da eine private Krankenversicherung im Idealfall für die gesamte Lebensdauer besteht, sollte man vor Abschluss einen Vergleich der Tarifprämien, der Versicherungsleistungen, der Finanzstärke des Versicherers und der Beitragsstabilität der Anwärter- sowie Beihilfe-Tarife vornehmen.

Für die Krankenversicherung für Beamtenanwärter gilt in der Regel ein Höchstaufnahmealter in der PKV von 30 Jahren. Je nach Gesellschaft kann das Alter jedoch abweichen. Nicht berufstätige Familienangehörige können ebenfalls in den Anwärter-Tarifen versichert werden.

Grundsätzlich erlischt der Versicherungsschutz nach einer Höchstversicherungsdauer von 36 Monaten bzw. mit dem Monat, in dem die Ausbildung beendet wird. Gleiches gilt bei Abbruch der Ausbildung von mehr als sechs Monaten oder bei Überschreitung des Höchstalters.

Was zahlen Beamte im Ruhestand in der PKV?

Für Beamte gelten hinsichtlich der Krankenversicherung im Ruhestand wiederum Sonderbedingungen. Der Anteil der Beihilfe wird im Pensionsalter dauerhaft auf 70 Prozent festgelegt. Somit müssen nur noch 30 Prozent über die private Krankenversicherung abgedeckt werden. Der monatliche Beitrag verringert sich dadurch im Regelfall. Allerdings kann es sein, dass in den Beihilfevorschriften Sonderregelungen für bestimmte Berufsgruppen enthalten sind. So bleibt der Ruhegehaltssatz für Hochschullehrer in Baden-Württemberg bei 50 Prozent.

Die Prämie für den PKV-Vertrag hängt vom Versicherungsumfang, der Versicherungsdauer und der Beitragsstabilität des Versicherers ab.

Welche Abweichungen gibt es in der Landesbeihilfe?

Beihilfe für stationäre Wahlleistungen, d.h. Ein- oder Zweibettzimmer mit Privatarztbehandlung sehen die Regelungen folgender Bundesländer vor: Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen. In den nicht ausgeführten Ländern sind Krankenhauswahlleistungen nicht beihilfefähig.

Welche Regelung zur Beihilfe gilt für Bremen und Hessen?

In diesen beiden Bundesländern werden die Bemessungssätze für die Beihilfe familienbezogen (und nicht personenbezogen) vorgenommen (Bemessungssätze Hessen und Bremen). Daher gelten für den Beihilfeberechtigten selbst sowie Ehepartner und Kinder dieselben Bemessungssätze.

Bremen

Der Bemessungssatz für ambulante, zahnärztliche und stationäre Behandlungen als Regelleistung liegt bei 50%. Für jeden berücksichtigungsfähigen Angehörigen erhöht sich der Erstattungssatz um 5%, so dass bei 2 Angehörigen der Satz bei 60% liegt. Versorgungsbezieher erhalten 60% als Zuschuss zur Krankenversicherung. Stationäre Wahlleistungen sind nicht beihilfefähig. Ehegatten können nur berücksichtigt werden, wenn das Einkommen im Jahr vor Antragstellung bei maximal 10.000 EUR lag.

Hessen

Grundsätzlich werden 50% Beihilfe gewährt. Für stationäre Aufenthalte erhöht sich der Zuschuss um 15%. Je nach Anzahl der zu berücksichtigenden Angehörigen (Ehegatte und Kinder) erhöht sich der Bemessungssatz für jede Person um 5%. Maximal gewährt Hessen seinen Beamte eine Unterstützung von 70% für ambulante und Zahn- sowie 85% für Krankenhauskosten.

Welche Regelungen gelten für Familienangehörige bei der Beihilfe?

Berücksichtigungsfähige Angehörige von Beihilfeberechtigten müssen besondere Bedingungen erfüllen, wenn sie ebenfalls in den Genuss der Beihilfe bei der Krankenversicherung kommen wollen. So werden Ehepartner von Beihilfeberechtigten berücksichtigt, wenn sie Einkünfte haben, die laut Einkommensteuergesetz im zweiten Kalenderjahr vor dem Beantragen der Beihilfe die Summe von 17.000 Euro nicht überschritten haben. Wird diese Summe nicht erreicht, profitiert der Ehegatte schon im laufenden Jahr von der Beihilfe, jedoch immer unter dem Vorbehalt, dass diese Entscheidung widerrufen werden kann.

Werden kindergeldberechtigte Kinder, selbst wenn sie das 18. Lebensjahr überschritten haben, in der gesetzlichen Krankenversicherung kostenfrei familienversichert, gelten ähnliche Kriterien auch bei der Beihilfe. Krankenversicherungen treten für alle Kinder von Beihilfeberechtigten mit einem Versicherungsschutz ein, der spätestens mit der Vollendung des 25. Lebensjahres endet. Verlängert wird diese Frist um die Zeit des Grundwehr- oder Zivildienstes. Danach endet die Berücksichtigungsfähigkeit und damit auch der Anspruch auf staatliche Beihilfe zum Versicherungsschutz. Kinder, für die es keinen Anspruch auf Kindergeld mehr gibt, müssen sich dann um einen eigenen Krankenversicherungsschutz kümmern. Diese Kriterien gelten für die private wie auch für die gesetzliche Krankenversicherung. Für Studenten und Auszubildende bietet die private Versicherungswirtschaft kostengünstige Tarife an.

Welche Wechselregelungen gelten für Beamtenanfänger?

Bereits seit 1987 gelten die erleichterten Wechselbedingungen in die private Krankenversicherung für Beamtenanfänger sowie deren Familienangehörige. Für diesen Personenkreis garantieren die teilnehmenden Unternehmen ebenfalls die Annahme ohne Leistungsausschlüsse mit einem maximalen Zuschlag von 30 Prozent. Eine Ablehnung aufgrund von Vorerkrankungen darf nicht erfolgen.

Für folgende Personen gilt die Öffnungsaktion:

  • Beamte auf Probe,
  • Beamte auf Zeit/Zeitsoldaten,
  • Beamte auf Lebenszeit/Berufssoldaten.

Die Regelung findet auch auf Beamte auf Widerruf nach Abschluss der Ausbildung Anwendung. Nicht gedacht ist die Öffnung jedoch für Beamte auf Widerruf oder für Anwärter in der Ausbildungsphase. Angestellte des öffentlichen Dienstes, die einen Zuschuss des Arbeitgebers zur Krankenversicherung erhalten, erhalten ebenfalls nicht den erleichterten Zugang in die PKV.

Jeder Beamtenanfänger muss innerhalb der ersten sechs Monate nach der Erstverbeamtung einen Antrag bei einer PKV-Gesellschaft stellen. Die erleichterten Zugangsvoraussetzungen gelten auch für den Ehegatten und die Kinder, sofern sie bei der Beihilfe berücksichtigungsfähig sind.

Wer zählt zum beihilfeberechtigten Personenkreis?

Beihilfeberechtigt sind folgende Personen:

  • Beamte,
  • Richter und Versorgungsempfänger,
  • Berufssoldaten, Soldaten auf Zeit und Soldaten im Ruhestand.

Die Beihilfeberechtigung gilt im Regelfall nur für die Zeit, in der die genannten beihilfeberechtigten Personen Bezüge erhalten. Auch Ehegatten und Kinder von Beamten erhalten unter bestimmten Umständen die Beihilfe des Dienstherrn. Voraussetzung hierfür ist, dass diese Angehörigen berücksichtigungsfähig sind.

Der Ehegatte ist berücksichtigungsfähig, solange sein Einkommen eine entsprechende Grenze nicht überschreitet. Die Höhe dieser Grenze ist abhängig von der jeweils geltenden Beihilfevorschrift (in der Regel liegt die Einkommensgrenze bei 18.000 EUR).

Kinder sind grundsätzlich berücksichtigungsfähig, solange für sie ein Anspruch auf Kindergeld besteht. Spätestens mit Vollendung des 27. Lebensjahres (verlängert um Wehr- oder Ersatzdienst) endet die Berücksichtigungsfähigkeit und damit der Beihilfeanspruch.

Wie erfolgt die Erstattung von Rechnungen für Beamte?

Für einen Antrag auf Erstattung durch die Beihilfestelle müssen die Aufwendungen insgesamt mindestens 200 EUR übersteigen. Erreichen die Aufwendungen aus 10 Monaten diese Summe nicht, kann nach Ablauf von 10 Monaten (ausgehend von den Rechnungsdaten bzw. der Kaufdaten bei Heilmitteln) auf Antrag eine Beihilfe gewährt werden, wenn die Aufwendungen 15 Euro übersteigen.

Die Aufwendungen sind durch Belege nachzuweisen. In der Regel genügt die Vorlage von Rechnungsduplikaten oder Kopien, wenn diese beglaubigt oder erkennbar vom Rechnungssteller ausgefertigt sind.

Die Belege müssen folgende Angaben enthalten: 

  • Rechnungsaussteller,
  • behandelte Person,
  • Rechnungsbetrag und -datum,
  • Spezifikation der erbrachten Leistungen und
  • bei Krankheitsaufwendungen Diagnose und Zeitraum der Behandlung.

Beihilfen müssen innerhalb eines Jahres nach Entstehen der Aufwendungen oder Ausstellung der Rechnung beantragt werden. Maßgebend ist das Eingangsdatum des Beihilfeantrages.

Bestimmte Aufwendungen werden von der Beihilfe nicht gedeckt. Dazu zählen in einigen Bundesländern z.B. Wahlleistungen im Krankenhaus. Über Beihilfeergänzungstarife können die Deckungslücken aufgefangen werden. Derartige Zusatztarife schließen in der Regel künftige Leistungskürzungen in den Beihilfeverordnungen ein.

Doch wie funktioniert die Erstattung von Arztrechnungen? Dazu ein vereinfachtes Beispiel:

  • Arztrechnung: 500 EUR
  • Beihilfestelle: Anerkennung der Rechnung zu 100% als beihilfefähig
  • Beihilfeanspruch: 50%

Die Beihilfe erstattet in diesem Fall 250 EUR, die verbleibende Lücke von 50% oder 250 EUR wird von der PKV erstattet, sofern ein Restkostentarif abgeschlossen wurde.