Welches ist die günstigste Krankenkasse?

Aktueller Preisvergleich für die gesetzliche Krankenversicherung

Seit Januar 2015 gilt die GKV-Finanzreform bei den gesetzlichen Krankenkassen. Deshalb gibt es wieder teure und günstige Kassen. Ein Vergleich der aktuellen Beitragssätze zeigt, welche Anbieter zu den preiswertesten zählen. Ein aktueller Überblick zu den Beitragssätzen für Azubis, Selbständige, Familien und Arbeitnehmer.

Die günstigsten gesetzlichen Kassen 2016 je Bundesland

Krankenkasse Gesamtbeitragssatz Ersparnis pro Jahr*
Baden-Württemberg Metzinger BKK 14,60% 559,35 EUR
Bayern BKK Faber-Castell & Partner 15,10% 305,10 EUR
Berlin hkk 15,19% 259,34 EUR
Brandenburg hkk 15,19% 259,34 EUR
Bremen hkk 15,19% 259,34 EUR
Hamburg hkk 15,19% 259,34 EUR
Hessen hkk 15,19% 259,34 EUR
Mecklenburg-Vorpommern hkk 15,19% 259,34 EUR
Niedersachsen hkk 15,19% 259,34 EUR
Nordrhein-Westfalen hkk 15,19% 259,34 EUR
Rheinland-Pfalz BKK Pfaff und hkk 15,00% 355,95 EUR
Saarland hkk 15,19% 259,34 EUR
Sachsen-Anhalt AOK Sachsen-Anhalt 14,90% 406,80 EUR
Sachsen AOK plus 14,90% 406,80 EUR
Schleswig-Holstein hkk 15,19% 259,34 EUR
Thüringen AOK plus und BKK MEM 14,90% 406,80 EUR
*bei einem Verdienst von 4237,50 Euro (Beitragsbemessungsgrenze) im Vergleich zu einem Beitragssatz von 15,7% (14,6% + durchschnittlicher Beitragssatz von 1,1% für das Jahr 2016).
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Die günstigsten gesetzlichen Krankenkassen 2016 bundesweit

Die günstigsten bundesweit geöffneten, also für jeden zugänglichen Krankenkassen sind:

  • hkk - Beitragssatz: 15,19%
  • BKK Firmus / IKK gesund plus - Beitragssatz: 15,20%
  • Salus BKK / Audi BKK / BKK RWE - Beitragssatz: 15,30%
  • BKK Verbund Plus - Beitragssatz 15,40%

Vergleich der Krankenkassen zahlt sich aus

Der allgemeine Beitragssatz bei den Krankenkassen liegt bei 14,6 Prozent, davon tragen die Arbeitgeber die Hälfte (7,3 Prozent).  Jede Kasse kann zudem einen Zusatzbeitrag erheben, wenn dies erforderlich ist, um die Kosten zu decken. Damit erhalten die gesetzlichen Krankenkassen eine stärkere Beitragsautonomie. Die Höhe des Zusatzbeitrags hängt von der wirtschaftlichen Stärke einer Kasse ab. Dieser Beitrag wird ausschließlich vom Versicherten gezahlt. Versicherte können den Anbieter wechseln, wenn erstmals ein Zusatzbeitrag erhoben oder ein bestehender Zusatzbeitrag erhöht wird. Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz liegt bei 1,1 Prozent.

Durch die unterschiedlichen Beitragssätze lohnt sich ein Vergleich der Versicherer. Versicherte können mehr als 400 Euro sparen, wenn sie zu einer günstigen Krankenkasse wechseln. Gleichzeitig sollte man die Leistungen und den Service beachten, auch wenn ca. 95 Prozent der Leistungen bei allen Kassen identisch sind.

Änderungen bei der GKV ab 1.1.2017

  • Die Beitragsbemessungsgrenze bei der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung steigt 2017 von 4.237,50 Euro auf 4350 Euro im Monat.
  • Der durchschnittliche Zusatzbeitrag, der alleine von den Versicherten getragen wird, ist 2016 um 0,2 Prozent auf 1,1 Prozent gestiegen. Jede Kasse legt den Zusatzbeitrag dabei selbst fest. Damit erhöht sich der durchschnittliche Gesamtbeitrag für die GKV auf 15,7 Prozent.
  • Ab 2016 ist für alle Arbeitslosgengeld II-Empfänger (Jugendliche ab 15 Jahren eingeschlossen) die Familienversicherung in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung entfallen. Sie werden versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung und der sozialen Pflegeversicherung.

Änderungen bei der gesetzlichen Krankenkassen seit Januar 2015

  • Kein Arztbesuch ohne elektronische Gesundheitskarte: Kassenpatienten können nur Leistungen bei Ärzten, in Krankenhäusern oder Apotheken in Anspruch nehmen, wenn sie die elektronische Gesundheitskarte vorlegen.
  • Senkung des allgemeinen Beitragssatzes in der GKV von 15,5% auf 14,6% sowie Einführung von kassenindividuellen Zusatzbeiträgen.
  • Pflegestärkungsgesetz I tritt in Kraft: Mehr Leistungen für die Pflegebedürftigen, aber auch höherer Pflegebeitrag um 0,3 Prozentpunkte.

Das System der Krankenkassen

In den gesetzlichen Krankenkassen sind Versicherungspflichtige, freiwillig Versicherte oder Familienversicherte krankenversichert. Rund 90 Prozent der Deutschen sind in der gesetzlichen Krankenversicherung abgesichert. Der Leistungskatalog wird im Sozialgesetzbuch V beschrieben und vom Gemeinsamen Bundesausschuss aktualisiert.

Man unterscheidet zwischen folgenden Kassenarten:

  • Allgemeine Ortskrankenkassen (AOK),
  • Betriebskrankenkassen (BKK),
  • Innungskrankenkassen (IKK),
  • Landwirtschaftliche Krankenkassen (LKK),
  • Knappschaft,
  • Ersatzkassen.

Seit April 2007 ist jede Kassenart allgemein geöffnet und somit für jeden, bei dem die Versicherungsfähigkeit vorliegt, zugänglich.

Krankenkassen Online Rechner

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Krankenkassen Rechner

Beitragssatz in der GKV

Die Beitragszahlung bei den Krankenkassen ist für alle Versicherten gleich geregelt. Egal ob alt oder jung, krank oder gesund - die Beitragshöhe orientiert sich stets an den finanziellen Verhältnissen des Versicherten. Dafür ist bei Beschäftigten das Bruttoeinkommen maßgebend. Für Rentner werden die Altersbezüge und ggf. private Zusatzeinkünfte herangezogen. Gesetzliche Grundlage ist das Fünfte Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB V).

Bei den gesetzlichen Kassen gilt das Solidaritätsprinzip, d.h. die Krankenkassenbeiträge richten sich nach der finanziellen Leistungsfähigkeit des Einzelnen. Wer mehr verdient, zahlt einen höheren Beitrag. Nach oben sind die Beiträge allerdings durch die Beitragsbemessungsgrenze gedeckelt. Dieser Wert wird an die Lohn- und Gehaltsentwicklung aller Beschäftigten angepasst.

Beschäftigte erhalten einen Zuschuss vom Arbeitgeber. 2015 wurde der maximale Arbeitgeberanteil auf 7,3 Prozent eingefroren. Arbeitnehmer zahlen seitdem einen Satz von 7,3 Prozent zuzüglich eines kassenindividuellen Zusatzbeitrags. Ruheständler erhalten einen Beitragszuschuss vom gesetzlichen Rentenversicherungsträger.

Zuzahlungen in de GKV

Wofür müssen Zuzahlungen geleistet werden?
In der gesetzlichen Krankenversicherung wird für verschreibungspflichtige Arznei- und Verbandmittel (§ 31 SGB V) eine Zuzahlung von 10 Prozent der Kosten erhoben (mindestens 5 Euro, maximal 10 Euro je Medikament bzw. Mittel). Sind die Medikamente günstiger, wird der tatsächliche Preis bezahlt. Daneben gibt es aber auch eine Vielzahl weiterer Zuzahlungsgründe:

  • Nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel (§ 31 SGB V): 100% (Ausnahmen: Kinder unter 12 Jahren und bei best. schweren Erkrankungen bis 18. Lebensjahr). 
  • Fahrtkosten zur ambulanten Behandlung (§ 60 SGB V): 100% (in medizinisch zwingenden Fällen Zuzahlung wie bei stationärer Behandlung). Fahrtkosten zur stationären Behandlung (§ 60 SGB V): 10% (mindestens 5 Euro, maximal 10 Euro pro Fahrt). 
  • Heilmittel (z.B. Massagen, Krankengymnastik; § 32 SGB V): 10% zuzüglich 10 Euro je Verordnung. 
  • Hilfsmittel (§ 33 SGB V): 10% (mindestens 5 Euro, maximal 10 Euro je Mittel).
  •  Sehhilfen (z.B. Brillen, nicht Brillengestelle; § 33 SGB V): 100% (Ausnahme: Kinder bis 18 Jahre sowie schwer Sehbeinträchtigte). 
  • Heilpraktiker: 100% Kieferorthopädie (§ 29 SGB V): 20% (gilt nur für Kinder bis 18 Jahren). Für das 2. und jedes weitere Kind: 10%. 
  • Krankenhausbehandlung (§ 39 SGB V): 10 Euro täglich für maximal 28 Tage im Jahr. Mütterkuren (§ 41 SGB V): 10 Euro je Kalendertag. 
  • Stationäre Vorsorge- und REHA-Maßnahmen, Anschluss-REHA (§ 40 SGB V): 10 Euro je Kalendertag. Anrechnung stationärer Aufenthalt bei Anschlussheilbehandlung. 
  • Zahnersatz (§ 5 SGB V): alle die befundbezogenen Festzuschüsse übersteigenden Kosten. Dies entspricht ca. 50% bei Regelversorgung. 

Kinder unter 18 Jahren 
Kinder unter 18 Jahren müssen keine Zuzahlungen für Arzneimittel bezahlen. Zudem werden für Kinder unter 12 Jahren sowie Jugendliche mit Entwicklungsstörungen bis zum 18. Lebensjahr alle Medikamente, also auch nicht rezeptpflichtige, von der Kasse übernommen.

Belastungsgrenze und Zuzahlungsbefreiung
Durch Zuzahlungen soll niemand finanziell überfordert werden. Daher gibt es eine persönliche Belastungsgrenze. Diese liegt bei zwei Prozent des Bruttoeinkommens bzw. für chronisch Kranke bei einem Prozent. Es zählen auch die Einnahmen von familienversicherten Ehegatten oder Kindern. Nicht verheiratete Paare werden getrennt betrachtet. Die Belastungsgrenze ergibt sich aus allen Zuzahlungen eines Kalenderjahres für Arzneimittel, stationäre Behandlungen und Eigenbeteiligungen an Heil- und Hilfsmitteln. Wer die persönliche Belastungsgrenze in einem Jahr erreicht hat, kann die Befreiung für weitere Zuzahlungen bei seiner Krankenkasse beantragen (Befreiungsbescheinigung).

Zuzahlungen für Sozialhilfe- und ALG II-Bezieher
Auch Bezieher von Sozialhilfe, Arbeitslosengeld II (ALG II), Grundsicherung im Alter bzw. bei Erwerbsminderung müssen in der gesetzlichen Krankenversicherung Zuzahlungen leisten. Für diesen Personenkreis wird zur Ermittlung der Belastungsgrenze der Regelsatz des Haushaltsvorstands als Grundlage für die Bedarfsgemeinschaft herangezogen.

Zahl der Krankenkassen rückläufig

Der zunehmende Wettbewerb durch den Gesundheitsfonds sorgt für eine rückläufige Zahl von gesetzlichen Krankenkassen. Gab es Anfang der 90er Jahre noch über 1.200 gesetzliche Kassen, so ist die Zahl inzwischen auf rund 118 gesunken (Stand: Januar 2016). Tendenz weiter abnehmend! Die Gründe sind in den Synergieeffekten und Kostenersparnissen durch eine Fusion zu suchen. Die Kosten für Mitarbeiter, Hotlines etc. können auf mehrere Versicherte verteilt werden. Langfristig werden nur große Anbieter in der Lage sein, umfassende Serviceleistungen anzubieten und sich am Markt durchzusetzen.

Experten rechnen damit, dass in wenigen Jahren nur noch 30 bis 50 gesetzlichen Kassen um Kunden werben. Die Fusionswelle wird daher in den kommenden Jahren zu zahlreichen Zusammenschlüssen führen.

Freiwilligkeit und Versicherungspflicht

Auch wenn grundsätzlich eine Versicherungspflicht zur Krankenversicherung besteht, gibt es bei gesetzlichen Krankenkassen freiwillige und Pflichtmitglieder.
Zu den freiwilligen Mitgliedern zählen grundsätzlich Selbständige und Beamte. Bei Angestellten wird die Freiwilligkeit durch die Versicherungspflichtgrenze bestimmt.

  • Pflichtmitglieder
    Der Kreis der Versicherungspflichtigen wird durch das Gesetz bestimmt. Die im § 5 SGB V genannten Personen genießen Versicherungsschutz aufgrund der Pflichtversicherung.
  • Freiwillige Mitglieder
    Personen, die aus der Versicherungspflicht ausgeschieden sind und eine bestimmte Versicherungszeit erfüllen, können sich freiwillig in der GKV versichern. Der Beitritt muss innerhalb von drei Monaten erklärt werden und muss schriftlich erfolgen.

Formulare für die gesetzliche Krankenkasse

Nutzen Sie unsere kostenlosen Formulare zur gesetzliche Krankenkasse als Vorlagen und Vordrucke für Ihren persönlichen Schriftverkehr mit Versicherungsgesellschaften.

Alle Formulare können Sie vor dem Ausdrucken bereits an Ihrem Computer ausfüllen. Klicken Sie dazu einfach mit der Maus auf die auszufüllenden Felder.