Konsumkredit
Grundlagen zum Konsumkredit
Viele Verbraucher verfügen nicht über die notwendige Liquidität, um eine größere Anschaffung zu tätigen. Häufig benötigen sie hierfür eine Finanzierung. Ein Konsumkredit stellt eine Möglichkeit der Finanzierung dar und wird von Banken aber auch vom Handel angeboten.
Der Konsumkredit im Überblick
Bei einem Konsumkredit handelt es sich in der Regel um einen nicht zweckgebundenen Kredit. Diesen können Darlehensnehmer von einer Bank oder einem Händler erhalten. Grundsätzlich kann es sich bei diesem Kredit um ein Annuitäten- oder Festdarlehen handeln. Das Annuitätendarlehen wird zumeist als Ratenkredit bezeichnet, für das Festdarlehen werden oft die Begriffe Zahlpause oder Zielkauf verwendet. Grundsätzlich steht bei einem solchen Kredit im Gegensatz zu anderen Finanzierungen kein beleihbarer Wert gegenüber, im Fall der Zahlungsunfähigkeit des Darlehnsnehmers trägt somit der Darlehensgeber das Risiko.
Anders verhält es sich beispielsweise bei einer Bau- oder Kfz-Finanzierung. In beiden Fällen hat der Darlehensgeber eine Sicherheit in Form einer eingetragenen Grundschuld oder durch das Einbehalten des Kfz-Briefs. Aufgrund der fehlenden Sicherheit sind bei einem Konsumkredit die Konditionen vergleichsweise schlecht. Der Zinssatz ist relativ hoch. Grundsätzlich empfiehlt es sich, die Angebote verschiedener Banken miteinander genauestens zu vergleichen. Allerdings bieten die meisten Banken bonitätsabhängige Zinssätze an, Kreditinteressenten erfahren erst vor Ort ihren individuellen Zinssatz. Lange Zeit haben Banken mit sogenannten Ab-Zinssätzen geworben. Diese Möglichkeit wurde jedoch zum 11.06.2010 durch die Umsetzung der neuen EU-Richtlinie für Verbraucherkredite unterbunden, nun dürfen Banken nur noch mit repräsentativen Beispielen werben. Im Sinne der Verordnung bedeutet dies, dass mindestens 2/3 aller Darlehensnehmer den beworbenen Zinssatz erhalten müssen.
Vergabe eines Konsumkredits durch die Bank
Sobald ein Verbraucher einen Konsumkredit für die Finanzierung von verschiedenen Anschaffungen in Anspruch nehmen möchte, kann er einen solchen nur durch eine Bank erhalten. Grundsätzlich hat der Verbraucher die Möglichkeit, den Kredit über seine Hausbank oder in einer Filiale jeder anderen Bank abzuschließen. Alternativ ist es auch möglich, einen Kreditantrag über das Internet zu erstellen. Vor allem viele Privatbanken bieten bereits diese Möglichkeit an. Der Vorteil eines Online-Antrags liegt vor allem in den besseren Konditionen. Allerdings bieten Privatbanken nicht allen Verbrauchern einen Konsumkredit an. In der Regel wird bei diesen Instituten für den Abschluss eines Darlehens ein Einkommen aus nichtselbstständiger Arbeit benötigt. Nur in seltenen Fällen werden Darlehen an Rentner, Arbeitslose oder Selbstständige vergeben.
Für die Kreditvergabe wird ein Einkommensnachweis benötigt. Bei Arbeitnehmern reichen hierfür zumeist die Verdienstbescheinigungen aus. Selbstständige hingegen können ihr Einkommen nur aufgrund eines Jahresabschlusses oder eines Steuerbescheids nachweisen. Diese Dokumente spiegeln jedoch die Vergangenheit wider, aus diesem Grund wird häufig zusätzlich eine aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung benötigt.
Auf Grundlage des Einkommens sowie der Ausgaben kann die Bank eine Kreditanfrage veranlassen. Häufig stellen Verbraucher diese Anfrage bei verschiedenen Banken. Dies sollte unbedingt vermieden werden, da jede erneute Anfrage den Kreditscore des Verbrauchers sinkt und der Zinssatz somit steigt. Bei einer Konditionsanfrage ist dies nicht der Fall.
Vergabe eines Konsumkredits durch den Handel
Inzwischen können Verbraucher direkt beim Erwerb von Gütern einen Konsumkredit abschließen. In einem solchen Fall erfolgt die Finanzierung durch den Händler oder durch einen seiner Kooperationspartner. Die Finanzierung durch den Händler erfolgt zumeist beim Versandhandel. Dort erhält der Kunde eine Art Verfügungsrahmen. Bis zu einer zumeist vertraglich nicht einmal festgelegten Summe kann ein Kunde bei einem Versandhaus einen Ratenkauf tätigen oder eine Zahlungspause vereinbaren. Für den Erhalt dieses Darlehens wird in der Regel kein Einkommensnachweis benötigt. Sowohl Arbeitnehmer als auch Selbstständige sowie Arbeitslose können bei einem positiven Verlauf einen solchen Kredit erhalten. Grundsätzlich steht für den Darlehnsgeber vor allem die Förderung des Absatzes im Vordergrund.
Lange Zeit boten nur Versandhäuser Zielkäufe und Ratenzahlung an. Einzige Ausnahme im stationären Handel stellte der Bereich der Autofinanzierung dar. Bereits seit vielen Jahrzehnten kooperierten Autohändler mit ihrer zumeist konzerneigenen Bank. In den vergangenen Jahren haben vermehrt auch Handelsketten Kooperationen mit Privatbanken geschlossen. Der stationäre Handel bewirbt inzwischen Finanzierungen von Konsumgütern. Im Unterschied zu Kreditvergabe direkt durch eine Bank ist der Zinssatz bei einem Konsumentenkredit durch den Handel zumeist festgelegt, er ist also nicht bonitätsabhängig. Gleichfalls werden zwar Einkommensnachweise benötigt, die Kreditvergabe gestaltet sich jedoch für alle Personengruppe vergleichsweise leicht.
Weitere Informationen
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