Kombirente

Mehr Flexibilität durch Kombirente

Die Regelungen für Rentner zum Hinzuverdienst sollen künftig flexibler gestaltet werden. Mit der Kombirente erhalten Ruheständler die Möglichkeit, vorzeitig in Rente zu gehen und soviel dazu zu verdienen, wie sie wollen. Das Gesetz soll im Januar 2013 in Kraft treten.

Neue Verdienstgrenzen für Frührentner

Ab dem kommenden Jahr sollen Frührentner durch die Kombirente besser gestellt werden. Bislang gelten starren Grenzen für den Hinzuverdienst zusätzlich zur gesetzlichen Rente. Wenn die Schwelle von 400 Euro im Monat überschritten wird, wird der Verdienst schrittweise auf die Altersrente angerechnet. Im Klartext bedeutet dies, dass das Altersruhegeld geringer ausfällt und sich die Arbeit für die Rentner finanziell kaum lohnt. Weil aber die Rente für immer mehr Menschen für den Lebensabend nicht ausreicht, sollen die bisherigen Grenzen abgeschafft werden.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat daher einen Vorschlag erarbeitet, der noch im Sommer verabschiedet werden soll. Die Neuregelungen könnten damit bereits zum 1. Januar 2013 in Kraft treten. Demnach soll es Frührentnern möglich sein, zu den Altersbezügen ohne Abzüge so viel dazu zu verdienen, bis das bisherige Arbeitseinkommen erreicht ist. Nach der Gesetzesvorlage ist dabei das höchste Jahresbruttoeinkommen der letzten 15 Jahre vor Renteneintritt ausschlaggebend. 

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Wie sehen die Regelungen zur Kombirente aus?

Rentner, die vor Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze in den Ruhestand treten, sollen künftig mehr hinzuverdienen dürfen. Als Grundlage für den anrechnungsfreien Hinzuverdienst zur Rente dient das Spitzeneinkommen der 15 letzten Berufsjahre vor Renteneintritt. Zusätzlicher Vorteil durch die Kombirente: Steuern und Sozialabgaben fallen im Vergleich zum Arbeitsentgelt geringer aus. 

Allerdings fällt nicht jeder Frührentner unter die Regelungen zur Kombirente. Nur Versicherte, die mindestens das 63. Lebensjahr vollendet haben und mindestens 35 Versicherungsjahre in der gesetzlichen Rentenkasse nachweisen können, sind von der Neuregelung betroffen. 

Die Auswirkungen der Kombirente sind jedoch umstritten. Durch die strengen Regelungen würden vor allem Frauen aus der Förderung fallen. Sie können aufgrund von Babypausen oder Familienpflege oftmals die 35 Versicherungsjahre nicht erfüllen. Dabei ist gerade dieser Personenkreis von Altersarmut betroffen und kommt im Alter ohne eine zusätzliche Beschäftigung nicht über die Runden. 

Lob für das Konzept von der Leyens kommt von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Der Verband befürwortet die großzügigeren Hinzuverdienstgernzen für Ruheständler. Der BDA fordert sogar den vollständigen Verzicht auf irgendwelche Grenze, um die Beschäftigung älterer Personen zu steigern. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kritisiert hingegen, dass auch die Kombirente nicht die Folgen der Rente mit 67 auffangen könne. Durch die Anhebung des Rentenalters müssten Rentner Abschläge von bis zu 14,4 Prozent in Kauf nehmen.

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