Körperschaftsteuer

Die Bedeutung der Körperschaftsteuer

Kaum eine Steuer hat in den vergangenen Jahren so viele tief greifende Reformen erlebt, wie die Körperschaftsteuer. Nachdem das Anrechnungsverfahren durch das Halbeinkünfteverfahren ersetzt wurde, trat wenig später schon wieder das Teileinkünfteverfahren in Kraft.

Die Körperschaftsteuer für Kapitalgesellschaften

Sowohl die Körperschaft- als auch die Einkommensteuer sind direkte Steuern. Beide Steuerarten berücksichtigen die Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen. Die Einkommensteuer ist von natürlich Personen zu entrichten, die Körperschaftsteuer fällt für juristische Personen an. Juristische Personen im Sinne der deutschen Rechtsprechung sind die sogenannten Kapitalgesellschaften. Aber auch Versicherungsvereine und Körperschaften öffentlichen Rechtes sind unter anderem als juristische Personen anzusehen. Zu den Kapitalgesellschaften zählen Unternehmen mit einer beschränkten Haftung. Als Beispiel hierfür ist die GmbH zu nennen. Diese ist aufgrund der beschränkten Haftung körpersteuerpflichtig, bei einer GbR hingegen unterliegt das Einkommen der Gesellschafter der Einkommensteuerpflicht.

In Deutschland sind grundsätzlich alle juristischen Personen mit einem Sitz oder einer Geschäftsleitung im Inland voll körperschaftsteuerpflichtig. Bei Körperschaften mit einem Sitz und einer Geschäftsleitung im Ausland liegt nur eine beschränkte Steuerpflicht vor, diese bezieht sich auf die inländischen Einkünfte. Auf Grundlage des § 5 Abs. 1 KStG können einige unbeschränkt steuerpflichtige Personen von der Körperschaftsteuerpflicht befreit werden. Dies ist beispielsweise für politische Parteien, aber auch für gemeinnützige Körperschaften möglich.

Äquivalent wie bei der Einkommensteuer beträgt der Veranlagungszeitraum bei der Körperschaftsteuer ein Kalenderjahr. Für die Ermittlung der Bemessungsgrundlage dieser Steuer wird das Einkommensteuergesetz in Verbindung mit dem Körperschaftsteuergesetz herangezogen. Um eine Steuerminderung zu vermeiden, wird auch eine sogenannte verdeckte Gewinnausschüttung berücksichtigt.

Die Bemessungsgrundlage der Körperschaftsteuer

Die Körperschaftsteuer wird auf der Grundlage des Gewinns bemessen. Die Ermittlung des Gewinns hat nach handelsrechtlichen Vorschriften zu erfolgen. Aufgrund der Einordnung als Kapitalgesellschaft ist ein Betriebsvermögensvergleich in Form der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung unerlässlich. Die sogenannte Einnahme-Überschuss-Rechnung kann für die Ermittlung des Gewinns bei körperschaftssteuerpflichtigen Gesellschaften nicht angewandt werden.

Bei der Gewinnermittlung ist grundsätzlich zu beachten, dass nicht alle Ausgaben als steuermindernd angesetzt werden können. Es ist beispielsweise nicht möglich nicht abzugsfähige Betriebsausgaben Gewinn mindernd anzurechnen. Die Regelungen bezüglich der nicht absetzbaren Betriebsausgaben sind im § 4 Absatz 5 Nr. 1–11 EStG zu finden. Als Beispiel hierfür sind Zuwendungen ohne Rechtsverpflichtung, aber auch Geldstrafen aufzuführen. Zusätzlich ist der Gewinn auch um die sogenannten beschränkt abzugsfähigen Betriebsausgaben im Sinne des § 4 Abs. 5 EStG zu bereinigen. Als Beispiel hierfür sind Geschenke an Geschäftspartner zu nennen, für diese gilt eine Freigrenze. Jeglicher Betrag oberhalb dieser Grenze kann nicht mehr Gewinn mindernd angesetzt werden. Ebenfalls ist der Gewinn um die sogenannte verdeckte Gewinnausschüttung zu bereinigen. Ein typisches Beispiel für eine verdeckte Gewinnausschüttung ist ein überhöhtes Gehalt für einen geschäftsführenden Gesellschafter.

Auf Grundlage des ermittelten Gewinns erfolgt die Berechnung der Körperschaftsteuer. Der Steuersatz beträgt seit 2008 15 Prozent, zusätzlich fällt noch der Solidaritätszuschlag an.

Körperschaftsteuer und Anteilseigner

Grundsätzlich unterliegen natürliche und juristische Personen der Steuerpflicht. So muss beispielsweise sowohl eine Kapitalgesellschaft als auch ein Aktionär bei Erhalt einer Dividende Steuern zahlen. Dies würde zu einer doppelten Besteuerung führen. Deshalb wurde im Jahr 1977 das Anrechnungsverfahren eingeführt. Dieses galt bis zum Jahr 2000 und sah eine Vollanrechnung der einbehaltenen Körperschaftsteuer vor. Die Besteuerung der Dividende erfolgt auf der Grundlage des persönlichen Steuersatzes der steuerpflichtigen Person, die Körperschaftsteuer selbst wurde als eine Art der Einkommensteuervorauszahlung angesehen.

Dieses Prinzip führte jedoch zu einer Steuerungerechtigkeit bei ausländischen Anteilseignern beziehungsweise ausländischen Anteilen. Aus diesem Grund wurde dieses System abgeschafft und im Jahr 2001 beziehungsweise 2002 durch das Halbeinkünfteverfahren ersetzt. Bei diesem Verfahren wurde die Körperschaftsteuerzahlung nicht berücksichtigt. Der Anteilseigner erhielt die sogenannte Bardividende ausgezahlt. Diese war grundsätzlich zur Hälfte steuerpflichtig. Dieser Betrag unterlag dem persönlichen Einkommensteuersatz des Steuerpflichtigen. Gerade Spitzenverdiener konnten von dieser Regelung profitieren.

Das Halbeinkünfteverfahren wurde im Zuge des Unternehmensteuerreformgesetzes 2008 durch das Teileinkünfteverfahren ersetzt. Diese sieht für natürliche Person und Personengesellschaft in der Regel die Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent vor. Bei Kapitalgesellschaften als Anteilseigner greifen wiederum besondere Regelungen des Körperschaftsteuergesetzes. Als Beispiel ist das sogenannte Betriebsausgabenabzugsverbot in Höhe von 5 Prozent zu nennen.

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