Kinderzuschlag

Thema Kinderzuschlag: Familienleistung für Einkommensschwache

Der Kinderzuschlag ist eine Leistung für einkommensschwache Familien und wird zusätzlich zum Kindergeld gezahlt. Die Anspruchsvoraussetzungen in einer kurzen Übersicht.

Kinderzuschlag entlastet einkommensschwache Eltern

Seit ihrer Einführung stehen die Leistungen des „Vierten Gesetzes für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“ in der Kritik und werden beinahe täglich in der Öffentlichkeit diskutiert. Zusammen mit dem auch als Hartz 4 bekanntem Arbeitsmarktkonzept wurde 2005 auch der sogenannte Kinderzuschlag eingeführt. Dieser Zuschlag – abgekürzt: KiZ – stellt eine Familienleistung für Eltern mit niedrigem Einkommen dar. Heute wird dieser Zuschlag an rund 300.000 Kinder und ihre Familien ausgezahlt.

Der Kinderzuschlag beträgt 140,- Euro pro Kind und wird für Kinder bis zum Alter von 25 Jahren ausbezahlt, wenn ihre Eltern bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschreiten. Gleichzeitig müssen die Kinder, für die der Zuschlag bei der zuständigen Familienkasse beantragt wird, Anspruch auf Kindergeld haben. Der Zuschlag wird zusätzlich zum Kindergeld gezahlt. Eltern mit niedrigem Einkommen können den Zuschlag bei ihrer zuständigen Agentur für Arbeit beantragen, wo die Familienkasse ihr Ansprechpartner ist. Hierbei wird eine Einkommens- und Vermögensprüfung durchgeführt.

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Anspruchsvoraussetzungen für den Kinderzuschlag

Anspruch auf den Kinderzuschlag von 140,- Euro monatlich pro Kind haben Eltern, deren Einkommen die Mindesteinkommensgrenze von 900,- Euro für Paare und 600,- Euro für Alleinerziehende erreicht oder überschreitet. Zu den monatlichen Einnahmen der Eltern, die zur Berechnung des Zuschlags herangezogen werden, gehören Einkommen aus einer Erwerbstätigkeit, Arbeitslosengeld I und Krankengeld. Entspricht dieses für den Lebensunterhalt zur Verfügung stehende Einkommen dem ALG II-Bedarf, haben die Kinder einen Anspruch auf den Kinderzuschlag.

Liegt das Einkommen etwas oberhalb der ALG II-Grenze, wird nicht der volle Betrag von 140,- Euro pro Kind, sondern von der Einkommenshöhe abhängiger Kinderzuschlag niedrigerer Höhe gezahlt.
Ist das Haushaltseinkommen niedriger als der ALG II-Bedarf, ergibt sich kein Anspruch auf den Kinderzuschlag. Eltern, die weniger verdienen als ein ALG II-Empfänger monatlich an Leistungen erhält, müssen anstelle des Kinderzuschlags aufstockende Hartz 4-Leistungen beantragen. Der Kinderzuschlag wird monatlich gemeinsam mit dem Kindergeld ausgezahlt.

Wer profitiert vom Kinderzuschlag?

Der Kinderzuschlag ist eine Leistung nach dem Bundeskindergeldgesetz und soll Eltern entlasten, die zwar ihren eigenen Lebensunterhalt aus ihrem Einkommen bestreiten können, nicht aber den ihrer Kinder. Dank des Kinderzuschlags rutschen viele Familien trotz Erwerbstätigkeit, ALG I oder Krankengeld nicht in Hartz 4. Wird der Kinderzuschlag an das zur Verfügung stehende Einkommen angerechnet, haben diese Familien mehr Geld zur Verfügung als ALG II-Bezieher. Der Kinderzuschlag soll für Eltern einen Anreiz darstellen, auch einen niedrig entlohnten Job anzunehmen und somit für den Lebensunterhalt selbst zu sorgen. Fällt dieses Einkommen jedoch derart niedrig aus, dass keine ausreichenden finanziellen Mittel für den Lebensunterhalt der Kinder zur Verfügung stehen, ergibt sich ein Anspruch auf den Kinderzuschlag.

Zusätzlich haben Eltern, die für ihre Kinder den Zuschlag von 140,- Euro monatlich beziehen, Anspruch auf Leistungen zur Bildung und Teilhabe wie Kosten für Schulausflüge, Fahrkosten für Schüler und Schulbedarf.

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