Autoversicherung

Kfz-Versicherung: Beitrags- und Leistungsvergleich

Wer ein Auto hat, benötigt dafür auch eine Versicherung. Hier finden Sie alle wichtigen Informationen zur Kfz-Versicherung - von der Kfz-Haftpflichtversicherung, über Teil- und Vollkasko, die Kündigung der Versicherung bis hin zur Auswahl der passenden Versicherung. 

Warum eine Kfz-Versicherung notwendig ist

 Grundsätzlich gilt: Wer ein Kfz führt, muss auch ohne Verschulden für den Schaden einzustehen (Gefährdungshaftung). Seit In-Kraft-Treten des neuen Schadenersatzrechts 2002 kann über die Gefährdungshaftung sogar Schmerzensgeld beansprucht werden. Die Versicherung schützt den Kfz-Halter und jeden, der mit dem Fahrzeug fährt, vor den Ansprüchen geschädigter Verkehrsteilnehmer – und das in ganz Europa. Bauen Sie mit dem eigenen Auto oder dem eines Bekannten einen Unfall, so wird das Unfallopfer entschädigt. In der Regel sind auch die Insassen mitversichert.

Welche Kfz-Versicherung benötigt man?

Kfz-Haftpflichtversicherung
Wer ein Kfz anmeldet, muss dazu die Bestätigung über die Kfz-Haftpflichtversicherung vorlegen. Wer mit seinem Kfz einem anderen einen Schaden zufügt, muss diesen in voller Höhe ersetzen - auch bei Fußgängern und Radfahrern. Aus diesem Grund ist die Kfz-Haftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben.

Teilkasko- und Vollkaskoversicherung
Freiwillig ist der Schutz des eigenen Fahrzeugs gegen Sachschäden, die man durch Selbstverschulden oder höhere Gewalt erleidet. Wer aber zusätzlich auch Schutz für sein eigens Kfz möchte, sollte unbedingt die weiteren Bausteine einschließen:

  • Teilkasko: Teilkasko kommt bei Schäden durch Brand, Explosion, Entwendung sowie für Elementarschäden (Sturm ab Windstärke 8, Hagel, Blitzschlag, Überschwemmung), Glasbruch und Zusammenstoß mit Haarwild auf. 
  • Vollkasko: Vollkasko zahlt über den Teilkaskoschutz hinaus für Schäden am eigenen Fahrzeug durch selbst verschuldete Unfälle und Unfälle durch höhere Gewalt (geplatzter Reifen) sowie durch mut- oder böswillige Handlungen Fremder – etwa wenn Jugendliche oder Betrunkene die Karosserie beschädigen. 

Zusätzliche Leistungen können über den Schutzbrief, Insassenunfallversicherungen, Verkehrs-Rechtsschutzversicherungen etc. eingeschlossen werden.

Grobe Fahrlässigkeit vermeiden
Hat der Versicherte den Schaden vorsätzlich oder grob fahrlässig herbeigeführt, geht er leer aus. So muss er beispielsweise darauf achten, dass das Lenkradschloss eingerastet ist, die Wagentüren verschlossen sind und auf einer Gefällstrecke mit angezogener Handbremse geparkt wird. Bei einem Reparaturschaden zahlt die Vollkaskoversicherung die Wiederherstellungskosten einschließlich notwendiger Nebenkosten (Transport zur nächsten Werkstatt, einfache Ersatzteil- Frachtkosten). Bei Totalschaden (Diebstahl oder Zerstörung) ersetzt sie den Kaufpreis für ein gleichwertiges gebrauchtes Fahrzeug (Wiederbeschaffungswert), abzüglich eventueller Restwerte des Fahrzeugs sowie der vereinbarten Selbstbeteiligung.

Kfz-Versicherung: Vergleich in wenigen Schritten

Grundsätzlich gilt: Die Versicherungsprämie ist immer dann höher, wenn bei einem Autotyp besonders viele und teure Schäden verursacht werden und der Autofahrer in einer Region wohnt, in der häufiger Unfälle passieren. Wer bei Haftpflicht und Kasko sparen möchte, sollte auf einen Tarif mit höherer Selbstbeteiligung umsteigen. Üblich sind Eigenbeteiligungen zwischen 150 bis 300 Euro. Je höher die Typklasse des Autos ist, desto höher ist die Einsparung durch die Anhebung des Selbstbehalts. Beim Kauf eines Zweitwagens empfiehlt es sich, den Vertrag mit dem höchsten Rabatt auf den neuen Wagen umzuschreiben. 

Wer sich auf Suche nach günstigen Kfz-Tarifen macht, erkennt schnell, wie aufwändig die Recherche ist, wenn man keinen Online-Vergleichsrechner nutzt. Durch die Vielzahl der Leistungsmerkmale und die ungeheure Vielfalt der angebotenen Tarife ist die Gefahr groß, einen zu teuren Vertrag abzuschließen oder im Schadenfall zu gering versichert zu sein.

Nach Eingabe der vertragsrelevanten Angaben erhalten Sie eine Ergebnisliste, die entsprechend Ihrer Wünsche erstellt wurde. So erhält jeder Autofahrer seine individuelle Vergleichsliste. Das Ergebnis erhalten Sie online angezeigt. Per Mail wird Ihnen die Liste zusätzlich kostenfrei zugesandt.

Rabatte bei der Kfz-Versicherung

Bei der Suche nach der richtigen Kfz-Versicherung sollten auch mögliche Rabatte bei der Wahl berücksichtigt werden.

Neben der Möglichkeit, die Schadenftreiheitsklassen eines anderes Versicherungsnehmers zu übernehmen, bieten viele Versicherer zahlreiche weitere Rabatte an.

Dazu zählen z.B.:

  • Einzelfahrer-Rabatt, 
  • Fahrerkreis-Rabatt, 
  • Garagen-Rabatt, 
  • Hausbesitzer-Rabatt, 
  • Lady-Rabatt, 
  • Wenigfahrer-Rabatt. 

Zusammen mit einer geringeren SF-Klasse können die dargestellten Rabatte den Beitrag der Kfz-Versicherung deutlich reduzieren. Daher sollte bei der Wahl der Versicherung auch nach passende Rabatten gesucht werden.

Die Angaben sollten wahrheitsgemäß gemacht werden. Im Schadensfall kann die Kfz-Versicherung andernfalls die Regulierung verweigern oder reduzieren oder rückwirkend einen 100-Prozent-Zuschlag auf die Versicherungsprämie verlangen.

Typklassen in der Kfz-Versicherung

Die Beiträge für die Kfz-Haftpflicht und Kfz-Kaskoversicherung werden anhang von Typklassen berechnet. Für jedes in Deutschland zugelassene Fahrzeug wird zum 1. Oktober eines Jahres die Typklasse für das Folgejahr festgelegt. Damit entscheidet sich, ob die Prämie für die Kfz-Versicherung erhöht werden muss oder gesenkt werden kann. Als Versicherungsnehmer besteht kein außerordentliches Kündigungsrecht, wenn durch eine Änderung der Typklasse eine höhere Versicherungsprämie verlangt werden muss.

Die Festlegung der Typklassen erfolgt durch einen unabhängigen Treuhänder. Maßstab sind die Schadenverläufe des zurückliegenden Jahres. Jede Autoversicherung muss die Ergebnisse des Treuhänders bei der Beitragskalkulation berücksichtigen.

Die Typklasse ist dabei nichts anderes als ein Indexwert. Dieser Wert gibt das Verhältnis der Schadenaufwendungen eines Kfz im Vergleich zu den Aufwendungen aller Fahrzeugtypen wieder. Beim Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) laufen die Daten aller rund 20.000 gelisteten Fahrzeugtypen zusammen. In das Typklassenverzeichnis fließen z.B. Daten zum Hersteller, dem Typ und Leistungsdaten ein.

In der Kfz-Haftpflichtversicherung gibt es Typklassen zwischen 10 und 25, in der Teilkaskoversicherung zwischen 10 und 33 und in der Vollkaskoversicherung zwischen 10 und 34. Grundsätzlich gilt, dass ein höherer Wert einen größeren Schadenbedarf ausdrückt. Wenn ein Fahrzeug neu auf den Markt kommt, wird die Typklasse entsprechend vergleichbarer Kfz-Typen festgelegt. 

Häufige Fragen zur Autoversicherung (FAQ):

Benötige ich eine Kaskoversicherung oder reicht die Haftpflicht aus?

Die Haftpflichtversicherung ist ein Muss, die Teil- oder Vollkasko hängt vom individuellen Absicherungsbedürfnis ab. Grundsätzlich sollte man sich die Frage stellen, ob man im Falle eines Totalschadens den Neukauf eines Wagens finanziell bewerkstelligen kann. Wenn nicht, ist der Vollkaskoschutz auf jeden Fall anzuraten. Bei Neuwagen ist die Vollkasko generell sinnvoll, bei Leasingfahrzeugen sogar vertraglich vorgeschrieben.

Gibt es eine spezielle Elektroauto-Versicherung?

Die Elektroauto-Versicherung bietet eine Ersparnis im Vergleich zu Versicherungen für herkömmliche Fahrzeuge. Es gibt jedoch bislang nur wenige Anbieter, die eine spezielle Elektroauto-Versicherung anbieten. Daher ist es umso wichtiger, einen solchen Versicherungsanbieter ausfindig zu machen und auch das richtige Versicherungspaket zu finden.

Die Elektroauto-Versicherung bietet einerseits den Vorteil, bei der Haftpflichtversicherung durch die Kfz-Steuerersparnis, die für ein Elektroauto eingeräumt werden, zu sparen, andererseits aber auch spezielle Leistungen, die gerade auf Elektroautos zutreffen, zu nutzen. Die wenigen Anbieter, die sich bereits auf die Versicherung für Elektroautos spezialisiert haben, bieten ihren Kunden sehr günstige und attraktive Versicherungstarife.

Selbstverständlich können auch sogenannte Versicherungs-Bundles geschnürt werden, bei denen sowohl Elektroautos als auch Autos mit konventionellen Antrieben integriert und auch versichert werden. Dadurch lässt es sich nicht nur umweltbewusst, sondern auch noch sehr günstig Auto fahren. Auf Elektroautos spezialisierte Versicherungen führen sogar eigene Listen, in denen die Versicherungskosten für bestimmte Modelle sofort abgefragt werden können, um somit eine erste Einschätzung zu erhalten.

Gibt es eine spezielle Versicherung für Oldtimer?

Die Oldtimer-Versicherung ist eine spezielle Versicherung für alte Fahrzeuge, die grundsätzlich günstiger ist als herkömmliche KFZ-Versicherungen. Je nach Versicherung werden unterschiedliche Prämien verrechnet, wobei die günstige Versicherung für Fahrzeuge älteren Baujahres vor allem bei Fahrzeugliebhabern eine gute Alternative zur herkömmlichen Versicherung darstellt. Die Bedingungen für diese Versicherung sind bei den meisten Versicherern ähnlich.

Die günstigen Versicherungsprämien lassen sich dadurch erklären, dass Oldtimer grundsätzlich Liebhaberfahrzeuge sind, die mit großer Sorgfalt und Vorsicht bewegt werden. Außerdem handelt es sich hierbei meistens um gut gepflegte Fahrzeuge. Schäden sind zwar nicht auszuschließen, aber dennoch können aufgrund der geringen Schadenquote bei Oldtimern hohe Rabatte gewährt werden.

Voraussetzungen für eine Oldtimer-Versicherung
Das Alter des Fahrzeuges, für welches eine Oldtimer-Versicherung abgeschlossen werden kann, muss zumindest 20 oder 30 Jahre sein. Hier kommt es auf das Datum der Erstzulassung an. Je nach Versicherung kann das Alter schwanken, manche gewähren Rabatte bereits bei 20 Jahre alten Fahrzeugen, während andere Versicherer hingegen erst ab einem Alter von 30 Jahren eine Oldtimer-Versicherung anbieten.

Ein weiterer wichtiger Punkt, um diese Versicherung gewährt zu bekommen, ist die Nutzung des Fahrzeuges. Manche Versicherer verlangen, dass ein zweites Fahrzeug als Hauptfahrzeug angemeldet sein muss, mit welchem die Familie hauptsächlich unterwegs ist. Die Beschränkungen in dieser Hinsicht variieren jedoch von Versicherer zu Versicherer und sollten individuell abgeklärt werden.

Außerdem gibt es Versicherungen, die ein Fahrzeug nur als Oldtimer versichern, wenn maximal 120 Tage im Jahr damit gefahren wird. Diese Beschränkung kann auch auf die Kilometer zutreffen, wobei hier meistens 5.000 km im Jahr „erlaubt“ sind. Viele Versicherungen verlangen auch die Vorlage eines Mitgliedsausweises in einem Oldtimer-Verein, um den Oldtimer entsprechend zu versichern. Während die Kfz-Haftpflicht für Oldtimer häufig günstige Prämien anbietet, ist es hinsichtlich einer Kaskoversicherung für Oldtimer komplizierter, da kaum Angebote vorhanden sind.

Kann ich die SF-Klasse von einer anderen Person übertragen?

Die Rabattübertragung hängt von den Bedingungen des Anbieters ab. Eine einheitliche Regelung für alle Anbieter existiert nicht. Grundsätzlich können die SF-Klassen nur auf folgende Personen übertragen werden:

  • Verwandte ersten Grades (z.B. vom Elternteil auf das Kind)
  • Personen in häuslicher Gemeinschaft
  • Juristische Personen

Zudem muss der bisherige Anspruchsberechtigte die schadenfreien Jahre unwiderruflich schriftlich abtreten. Die Rückübertragung ist nicht möglich. Weiterhin kann nur die SF-Klasse übernommen werden, die man selbst hätte erfahren können.

Kann ich zwei Fahrzeuge parallel versichern?

Zwischen Kauf eines Neuwagens und Verkauf des Altfahrzeugs gibt es zeitliche Überschneidungen, in denen zwei Fahrzeuge versichert werden müssen. In der Regel akzeptieren die Versicherer einen Zeitraum von drei bis vier Wochen, in denen beide Autos versichert sind.

Was bringt ein Beitragsvergleich?

Die Autofahrer in Deutschland könnten durch einen Wechsel in eine günstige Kfz-Versicherung insgesamt knapp sieben Milliarden Euro pro Jahr sparen. Im Schnitt könnten Einsparungen von fast 30 Prozent erzielt werden. Dies ergibt sich von Berechnungen des Mathematikers Prof. Wolfgang Bischof von der Hochschule Rosenheim. Wichtig: Bei der Ermittlung des Sparpotenzials wurden nur Tarife mit bestimmten Mindestkriterien (u.a. Verzicht auf grobe Fahrlässigkeit, Verzicht auf Werkstattbindung etc.) berücksichtigt.

Was gibt es bei der Versicherung für ein Hybridauto zu beachten?

Bei der Hybridauto-Versicherung gewähren die meisten Versicherungsgesellschaften den Versicherungsnehmern Rabatte für diese Antriebsart. Dabei gibt es häufig nicht nur einen Ökobonus, sondern auch zusätzliche Vergünstigungen für die umweltfreundliche Betriebsart des Hybridautos. Aber nicht alle Versicherer bieten dieselben Rabatte und Vergünstigungen, wodurch sich auch hier große Unterschiede zwischen den einzelnen Gesellschaften ergeben können. Daher ist ein Vergleich der einzelnen Anbieter jedenfalls lohnenswert.

Was ist der Zentralruf der Autoversicherer?

Der Zentralruf der Autoversicherer ist ein Serviceangebot der Gemeinschaft der Autoversicherer. Der Servicedienst wurde 1972 ins Leben gerufen – damals aber noch unter dem Namen „Blechschaden-Notruf“. Seit 1999 existiert der Zentralruf in seiner heutigen Form und wird von der GDV Dienstleistungs-GmbH & Co. KG betreut. Dieses Unternehmen ist ein Service der Gemeinschaft der Autoversicherer und des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft.

Unter der Nummer 0800 - 25 026 00 kann die gegnerische Kfz-Versicherung nach einem Unfall für Schadenansprüche ermittelt werden. Mithilfe dieses Services können Unfallbeteiligte nach einem Verkehrsunfall unbürokratisch herausfinden, an welche Versicherung sie ihre Ansprüche richten müssen. Dazu nennt man das gegnerische Kennzeichen, den Unfallort und Schadentag. Wenn sich der Unfall im Ausland ereignet hat, ermittelt der Zentralruf die jeweiligen Schadenregulierer aus demamten europäischen Wirtschaftsraum und aus der Schweiz. Der Zentralruf ist an allen Tagen des Jahres rund um die Uhr erreichbar und stellt die gesetzlich anerkannte Auskunftsstelle zur Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen dar.

Was ist ein Grundtarif?

Viele Gesellschaften bieten preisgünstige Kfz-Tarife, sogenannte Basis- oder Grundtarife, mit verringerten Leistungen an. Für bestimmte Schäden (z.B. Auslandsschutz, Marderbiss, Zusammenstoß mit Tieren, Neuwertentschädigung bei Totalschaden) erfolgt eine geringe oder gar keine Kostenübernahme. Auch Unfälle als Folge einer groben Fahrlässigkeit (z.B. Schreiben einer SMS beim Autofahren) sind von der Haftung ausgeschlossen.

In jedem Fall sollte man vor dem Abschluss eines günstigen Tarifs die Leistungseinschränkungen prüfen und mit den "Normaltarifen" vergleichen.

Was ist eine Insassen-Unfallversicherung?

Beim Führen eines Kfz kann schnell ein Unfall passieren. Wenn man nicht allein unterwegs ist, stellt sich schnell die Frage, wie die Insassen im Schadensfall versichert sind. Die Insassen-Unfallversicherung schafft hier Abhilfe. Da die versicherten Leistungen an den Betrieb eines Fahrzeugs geknüpft sind, sind die Prämien deutlich geringer als bei der Unfallversicherung. Gezahlt wird bei Tod und Invalidität – und zwar unabhängig von der Schuldfrage.

Die Mitfahrer sind pauschal versichert, d.h. jeder Mitfahrer erhält bei einem Unfall einen Teilbetrag der Versicherungssumme. Bei vier Beifahrern und einer Versicherungssumme von 100.000 Euro, würde im Schadenfall jeder 25.000 Euro als Leistung aus der Insassenunfallversicherung erhalten.

Zu beachten ist, dass die Versicherungssumme eine ausreichende Höhe haben sollte, um im Schadensfall nicht unterversichert zu sein. Zudem ist nur eine bestimmte Anzahl von Plätzen bzw. Personen im Auto versichert. Die Versicherung deckt Unfälle, die nicht von einem Verkehrsteinehmer verursacht worden sind. Zusätzlich erbringt die Insassen-Versicherung Zusatzzahlungen, wenn Unfälle im Ausland auftreten und die ausländische Kfz-Haftpflichtversicherung nicht sämtliche Kosten trägt. Ebenso werden Unfälle durch einen Zusammenstoß mit Fußgängern oder Radfahrern gedeckt, wenn diese keine eigene private Haftpflichtversicherung haben.

Folgende Leistungen kommt im Versicherungsfall zur Auszahlung:
Invalidität: Zahlung einer Invaliditätsleistung, die von der Schwere der Beeinträchtigung abhängt. Rentenzahlungen erfolgen an über 65-jährige.
Todesfall: Auszahlung der vereinbarten Versicherungssumme, sofern der Insasse innerhalb eines Jahres nach dem Unfall verstirbt. Bei Kindern unter 14 Jahren beträgt die Leistung höchstens 5.000 Euro.

Kritik an der Insassen-Unfallversicherung
Die Insassen-Unfallversicherung wird oft als nicht notwendige Versicherung angesehen, da sich die Leistungen mit einer Vielzahl anderer Versicherungen überschneiden. Dazu zählen u.a.:

  • Kfz-Haftpflichtversicherung: Wir ein Unfall schuldhaft verursacht, zahlt diese Versicherung die Leistung an die Insassen. 
  • Gesetzliche Renten-/Unfallversicherung: Bei Vorliegen von Arbeitsunfähigkeit infolge eines Kfz-Unfalls zahl der gesetzliche Sozialversicherungsträger eine Rente. 
  • Auch die Krankenversicherung erbringt mit der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall Leistungen ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit. Zudem erfolgt vorher die Erstattung der Arzt- und Behandlungskosten. 

Was ist eine Mallorca-Police?

Wer sich im Ausland mit einem Mietwagen fortbewegt, hat in der Regel einen Versicherungsschutz vor Ort. Um eine Unterdeckung durch die teilweise deutlich geringeren Mindestdeckungssummen im Vergleich zu Deutschland verhindern, gibt es die sog. Mallorca-Police.

Als Mallorca-Police wird ein Teilbereich der Kfz-Haftpflichtversicherung bezeichnet. Ob die eigene Kfz-Versicherung eine solche Police enthält, sollte vor dem Urlaub abgeklärt werden. Der Versicherungsschutz gilt in der Regel in ganz Europa. Ob die eigene Autoversicherung auch Mietwagenunfälle in den USA oder Australien aufkommt, sollte ebenfalls vorab erfragt werden. Für Reisen in Länder außerhalb Europas gibt es spezielle Versicherungspakete. Oftmals ergibt sich eine Absicherung auch über die Mitgliedschaft in einem Automobilclub.

Was zahlt der Versicherer beim Totalschaden eines Neuwagens?

Die Erstattung des Versicherers ist in den Versicherungsbedingungen Ihres Vertrags geregelt. Sofern der Tarif eine Neuwertentschädigung vorsieht, erhalten Sie beim Totalschaden oder Diebstahl den Neupreis des Fahrzeugs erstattet.

Wie lange diese Entschädigungsleistung gezahlt wird, hängt vom Anbieter ab. In der Regel darf das Auto maximal zwischen 6 Monaten und zwei Jahren alt sein, damit der volle Kaufpreis ausgezahlt wird.

Wie hoch sollte die Versicherungssumme sein?

Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestdeckung in der Kfz-Haftpflicht für Personenschäden liegt bei 7,5 Mio. Euro pro Person. Für Sachschäden liegt die gesetzliche Mindestversicherungssumme bei 1,12 Mio. Euro, für Vermögensschäden bei 50.000 Euro.

Die Kfz-Versicherer bieten generell gegen einen geringen Beitragszuschlag Tarife mit höheren Summen an. Üblich und zu empfehlen sind Tarife mit einer Deckungssumme von 100 Mio. Euro pauschal für Personen-, Sach- und Vermögensschäden.

Wie wird ein Fahranfänger versichert?

Aufgrund der mangelnden Fahrpraxis zahlen Fahranfänger höhere Prämien für die Kfz-Versicherung. Denn wer nach der Führerscheinprüfung ein Auto nutzt, hat laut Statistik ein höheres Unfallrisiko. Fahranfänger starten daher in der Kfz-Versicherung in der Regel in der Schadenfreiheitsklasse 0 mit einem Beitragssatz von 240 Prozent.

Allerdings gewähren viele Versicherungen die SF-Klasse 1/2 mit einem Beitragssatz von 140 Prozent. Dazu muss die Autoversicherung eines Elternsteils oder eines in häuslicher Gemeinschaft lebenden Ehepartners bei der gleichen Versicherung laufen. Wenn die Eltern hingegen einen Zweitwagen anmelden, gelten günstigere Schadenfreiheitsklassen. Dann übernehmen entweder der Vater oder die Mutter die Versicherung für den Nachwuchs. In diesem Fall muss der Versicherung jedoch der jüngste Fahrer des Fahrzeugs gemeldet werden. Zudem sammelt der Fahranfänger keine eigenen Schadenfreiheitsrabatte. Nach drei Jahren unfallfreien Fahrens können dann die Rabatte vom Elternteil auf Sohn oder Tochter übertragen werden. Es können jedoch nur die schadenfreien Jahre übertragen werden, in denen der Fahranfänger selbst gefahren ist.

Autofahrer müssen ihrer Kfz-Versicherung übrigens auch melden, wenn sie ihren Nachwuchs ans Steuer lassen. Denn ansonsten darf die Versicherung den Versicherungsschutz verweigern.

Tipps zur Autoversicherung für Fahranfänger
Unter bestimmten Voraussetzungen können auch Fahrneulinge bei der Kfz-Versicherung Prämien sparen. Hier einige hilfreiche Tipps:

  • Wer ein halbes Jahr bei einer Autoversicherung versichert ist, zahlt eine geringere Prämie. Aus diesem Grund kann es sich lohnen, den Vertragsbeginn zurück zu datieren. Den erfolgt im nächsten Jahr eine günstigere Einstufung. 
  • Wer ein Fahrsicherheitstraining absolviert, erhält als Einsteiger günstigere Konditionen. 
  • Hohe Versicherungsprämie lassen sich zudem vermeiden, wenn man als Fahranfänger kein Auto erwirbt, dass in den Unfallstatistiken vordere Plätze belegt. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, im Vorfeld die Versicherungsprämien zu vergleichen. 
  • Rabatte kann man auch erhalten, wenn man bereits mehrere Jahre unfallfrei Mofa oder Moped gefahren ist. 
  • Sind die Eltern Beamte oder im öffentlichen Dienst beschäftigt, erhalten die Kinder Sonderkonditionen. 
  • Tarife mit Selbstbeteiligung sind deutlich günstiger. 
  • Internet-Sondertarife: Online-Rechner im Internet bieten einen schnellen Überblick über die günstigsten Tarife.
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Wechsel/Kündigung der Kfz-Versicherung

Bevor Sie eine günstige Autoversicherung abschließen, muss der bestehende Vertrag fristgerecht gekündigt werden.

Welche Möglichkeiten der Kündigung gibt es?

  • Zum Ablauf der Vertragslaufzeit 
  • Bei Beitragserhöhungen
  • Nach Abwicklung eines Schadenfalls 
  • Bei Fahrzeugwechsel (Neu- oder Gebrauchtwagen) 

Wie muss die Kündigung erfolgen?
Ihre Autoversicherung müssen Sie schriftlich kündigen, z.B. per Fax oder Brief. Wichtig ist, dass das Kündigungsschreiben beim derzeitigen Versicherer rechtzeitig eingeht (Datum des Posteingangs). Wer sicher gehen will, dass die Kündigung fristgerecht erfolgt, sendet die Kündigung per Einschreiben mit Rückschein oder per Fax mit Sendebericht.

Was muss das Kündigungsschreiben enthalten?
In dem Kündigungsschreiben sollten folgende Informationen enthalten sein:

  • Ihre aktuelle Anschrift Ihre Versicherungsnummer 
  • Das amtliche Kennzeichen des Fahrzeugs 
  • Ort und Datum 
  • Eigenhändige Unterschrift 

Welche Kündigungsfristen sind einzuhalten?
Folgende Fristen sind einzuhalten:

  • 30. November bei einer ordentlichen Kündigung, 
  • 1 Monat nach Erhalt des Schreibens im Falle einer Beitragserhöhung,
  • 1 Monat nach Abwicklung eines Schadenfalles. 

Die Sonderkündigung darf übrigens auch vorgenommen werden, wenn sich die Versicherungsbedingungen oder Typ- und Regionalklasse ändern.

Was passiert im Falle der Abmeldung eines Fahrzeugs?
Mit der Abmeldung eines Kfz endet übrigens der Versicherungsvertrag automatisch. Die Autoversicherung für das neue Kfz kann frei gewählt werden. Auch bei einem Schadenfall besteht bis zu einem Monat nach Regulierung ein Kündigungsrecht. Allerdings sollte man in diesem Fall die Versicherungsmöglichkeiten vorab überprüfen.