KD-Bank

Ökologische Investments und Geldanlage

Die „Bewahrung der Schöpfung“ ist ein christlicher Auftrag. Daher sollte auch die KD-Bank für Kirche und Diakonie einen Beitrag leisten, um ökologische Investments möglich zu machen. Das geschieht tatsächlich: Seit Anfang 2008 setzt die KD-Bank ein „Nachhaltigkeitsfilter“ ein, damit das Geld ihrer Kunden in nachhaltige Anlagen fließen kann. Teil 8 (und Schluss) unserer Serie „Alternative Banken“: die KD-Bank.

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Wer ist die KD-Bank?

„Wir sind eine Genossenschaftsbank mit christlichen Wurzeln und Werten. Unsere Eigentümer sind Kirche und Diakonie“, so lautet der Leitsatz der KD-Bank. Dabei kann Sie auf eine lange Geschichte zurückblicken: Schon 1927 war Pastor Martin Niemöller daran beteiligt, eine „Evangelische Darlehensgenossenschaft“ in Münster zu gründen.

Heute zählen 5.500 Institutionen aus Kirche und Diakonie zu den Kunden der KD-Bank, 23.000 Privatkunden haben ihr Geld dort angelegt. 2007 hatte die KD-Bank 167 Mitarbeiter – und eine Bilanzsumme von 3,8 Milliarden Euro. Sie ist eine Genossenschaftsbank: 3.263 Institutionen und Privatkunden sind Mitglied. Das bedeutet: Auf der Generalversammlung entscheiden die Mitglieder über die Richtung der KD-Bank, wobei das Prinzip gilt: „Ein Mitglied, eine Stimme“ – unabhängig von der Einlagenhöhe. Ihren Gewinn verwendet die KD-Bank unterschiedlich: Ein Teil geht als Dividende an die Mitglieder, der Rest wird dem Eigenkapital der Bank zugeschlagen.

Anlagepolitik der KD-Bank

Stichwort Nachhaltigkeit: Sie wird zu einer Richtschnur der Anlagepolitik, weil die KD-Bank ein „Nachhaltigkeitsfilter“ entwickelt hat. „Mit diesem Instrument wird der Aspekt der Nachhaltigkeit gleichberechtigt zu den klassischen Zielen der Geldanlage bei der Auswahl unserer Eigenanlagen berücksichtigt“, sagt Ekkehard Thiesler, der Vorstandsvorsitzende der KD-Bank. Mit „klassischen Zielen“ meint er Rendite, Liquidität und Sicherheit. Dabei sind die KD-Produkte banküblich, es handelt sich um Tages- und Festgelder sowie verschieden Sparmodelle.

Nachhaltigkeitsfilter der KD-Bank

Der „Nachhaltigkeitsfilter“ greift auf zwei Stufen:

  • 1. Stufe: Die oekom research AG ermittelt Daten zum ökologischen und sozialen Verhalten von rund 1.100 Unternehmen und 50 Ländern. „Die Auswahl erfolgt nach dem so genannten Best-in-class-Prinzip, das heißt, die KD-Bank investiert in die Unternehmen, die sich vorbildlich verhalten“, erklärt Thiesler. Konkret heißt das: Bei diesem rating gibt es Noten von A (Bestnote) bis D (schlechteste Note), wobei es um einen Vergleich der Unternehmen in einer Branche geht – und nicht um eine absolute Bewertung.
  • 2. Stufe: Neben dem Best-in-class-Ansatz hat die KD-Bank Ausschlusskriterien festgelegt, die bestimmte Aktivitäten in Unternehmen oder Ländern zum Inhalt haben. Dazu zählen u. a.: Kinderarbeit oder die Verletzung von Menschenrechten. Beim Thema „Rüstung“ werden auch Produzenten ausgeschlossen, die keine Waffen sondern militärspezifische Güter herstellen, zum Beispiel besondere Radaranlagen. Die „Bewahrung der Schöpfung“ nimmt die KD-Bank ebenfalls ernst, Unternehmen der grünen Gentechnik eignen sich nicht für Investitionen. Genauso Firmen, die massiv gegen Umweltstandards verstoßen. Beispiel: Entsorgt ein Bergbauunternehmen zyankalihaltigen Abfall im nächstgelegenen Fluss, erwirbt die KD-Bank keine Aktien von diesem Anbieter. Für den Kauf von Staatsanleihen gelten zusätzliche Ausschlusskriterien, zum Beispiel: Atomwaffenbesitz, hoher Korruptionsgrad oder massive Einschränkung der Pressefreiheit.

Fazit

Trotz dieser Orientierung will die KD-Bank auch Kapitalmarktinstrumente nutzen, die nicht ethisch kontrolliert sind (Investmentfonds, Immobilien, Derivate und Rohstoffe). Allerdings sollen diese Instrumente nur einen Anteil von 10 Prozent haben. Und auf der Kreditseite spiegelt sich die kirchliche Ausrichtung der KD-Bank besonders wider. Sie vergibt Darlehen an soziale Projekte – Krankenhäuser, Altenheime, Kindergärten und Schulen.

Ein  Beitrag von Ingo Leipner

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