Index-Zertifikate

Index-Zertifikate

Mit Index-Zertifikaten können Anleger im Vergleich zu anderen Formen der Kapitalanlage eine hohe Rendite erzielen, jedoch ist diese Anlageform teilweise mit höheren Risiken behaftet. Wir verraten Ihnen, worauf Sie achten müssen.

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Index-Zertifikate - Grundlagen

Die Grundlage für die Index-Zertifikate stellt ein bestimmter Aktienindex dar. Somit kann es sich bei dem Basiswert beispielsweise um den DAX, MDAX, TecDAX, DJ Euro Stoxx 50, Dow Jones Industrial Average, Nasdaq 100 oder den Nikkei 225 handeln.

Der Anleger profitiert bei dieser Form der Geldanlage von der gesamten Entwicklung eines Marktes. Der Vorteil dieser Zertifikate im Vergleich zu dem herkömmlichen Aktienhandel liegt in der Risikostreuung. Die einzelnen Kursrückgänge wirken sich nur gering aus und dies minimiert das Risiko des Anlegers. Im Unterschied zu Fonds ist die Zusammensetzung von Index-Zertifikaten vorgeschrieben, die Entscheidung ist somit nicht von dem Fondsmanager abhängig. Dies führt zu einer großen Transparenz. Die Anleger haben die Möglichkeit, täglich die Entwicklung des Index zu verfolgen.

Im Vergleich zu anderen Zertifikaten ist diese Anlageform risikobehafteter, da keine Sicherheitsmechanismen vorgesehen sind. Neben Gewinnen werden auch Verluste zu 100 Prozent realisiert. Je nach Anbieter werden die Zertifikate für eine feste oder unbestimmte Laufzeit angeboten.

Bei Index-Zertifikaten handelt es sich um börsennotierte Bank-Schuldverschreibungen. Somit erwirbt der Anleger bei dieser Form der Geldanlage im Gegensatz zu den Aktien keine Unternehmensanteile, sondern verleiht nur sein Geld an die Geld-Institute. Somit besteht für den Anleger das Risiko, dass er bei Zahlungsunfähigkeit des Geldinstituts sein eingesetztes Kapital verliert.

Vergleich Index-Zertifikate und Index-Fonds

Die Index-Zertifikate bieten auch Anlegern, mit einem kleinen Geldbetrag an der Wertentwicklung eines ganzen Marktes teilzunehmen. Je nach gewähltem Index kann es sich dabei um ein bestimmtes Land, eine Region oder eine Branche handeln. Anlegern mit einem relativ geringen Anlagebetrag ist dies bei der Anlageform Fonds hingegen nicht möglich.

Zwei weitere Vorteile des Zertifikats im Vergleich zu den Fonds liegen in der höheren Transparenz aufgrund des täglich abrufbaren Kurses und in der geringeren Abhängigkeit vom Fondsmanager. Nachteilig zu erwähnen ist jedoch, dass es sich bei den Index-Zertifikaten um eine Schuldverschreibung handelt. Im Fall der Insolvenz des Zertifikate-Emittenten verliert der Anleger als Gläubiger sein verliehenes Kapital. Dabei ist die Entwicklung des Index bis zu diesem Zeitpunkt bedeutungslos. Das bekannteste Beispiel für die Zahlungsunfähigkeit eines Zertifikate-Emittenten ist der Fall Lehman Brothers aus dem Jahr 2008. Damals erlitten viele Anleger aufgrund der Insolvenz des Anbieters einen Totalverlust.

Dies ist der größte Nachteil der Index-Zertifikate. Bei den Index-Fonds ist ein solcher Totalverlust hingegen nicht möglich, da diese im Insolvenzfall als Sondervermögen geschützt sind. Allerdings werden sie steuerlich schlechter behandelt und sind mit höheren Kosten der Verwaltung verbunden. Aufgrund des gesteigerten Kostenbewusstseins und der relativ hoch eingeschätzten Leistungsfähigkeit der Emittenten werden Zertifikate wieder zunehmend beliebter.

Arten von Index-Zertifikaten

Die Index-Zertifikate können sich hinsichtlich ihrer Art unterscheiden. Einige Zertifikate können täglich gehandelt werden, andere sind hingegen bezüglich ihrer Laufzeit festgelegt. Je nach Vertrag können sie aber auch eher verkauft werden.

Neben einem Euro-Index kann der Basiswert der Zertifikate auch auf einem Nicht-Euro-Index basieren. Bei der zweiten Variante besteht ein Währungsrisiko beziehungsweise eine Währungschance; als typisches Beispiel hierfür ist der Index Dow Jones zu nennen. Einige Emittenten bieten jedoch auch Modelle ohne ein Wechselkursrisiko an. Bei diesen Aktienzertifikaten ist der Umrechnungskurs festgelegt und wird als Quanto bezeichnet.

Ein weiteres wichtiges Kriterium zur Unterscheidung der Index-Zertifikate ist die Dividendenberücksichtigung. Hierbei wird grundsätzlich zwischen dem Performance-Index und dem Kurs-Index unterschieden. Bei dem Performance-Index werden die Dividenden und die Erlöse aus den Bezugsrechten berücksichtigt. Aus diesem Grund ist es sogar möglich, bei gleichbleibendem Kurs Gewinne zu erzielen. Dieses System ist bei dem Kursindex nicht vorgesehen.

Wie bereits erläutert, liegen den Index-Zertifikaten bestimmte Basiswerte zugrunde. Dieses Prinzip wird teilweise auch als Underlying bezeichnet und besagt, dass der Wert des Zertifikats parallel zu dem Index steigt beziehungsweise sinkt. Aber es gibt auch die sogenannten Reverse-Indexzertifikate; bei diesen werden sinkende Aktienkurse erwartet. Diese führen zu einer Steigerung des Zertifikatwertes.

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