Immobilienfond
Ohne umfassendes Vermögen in Immobilien investieren
Immobilienfond mit gesetzlich garantierter Sicherheit
Fonds werden allgemein aufgelegt, um vielen Anlegern die Möglichkeit zu geben, am geschäftlichen Erfolg der Fondsgesellschaft zu partizipieren. Sie sind in den verschiedensten Branchen und Anlagebereichen möglich, so dass ganz unterschiedliche Arten der Fondsbeteiligung in einem
- Aktienfonds,
- Mischfonds,
- Flugzeugfonds,
- Immobilienfond,
- Schiffsfonds
angeboten werden. Mit der Investition in einen Fond, der sich ausschließlich auf den Erwerb oder die Errichtung von Immobilien beschränkt, werden alle Inhaber von Fondsanteilen aber in gewisser Weise zu Immobilien-Besitzern und das übt auf manchen Investor einen großen Reiz aus.
Wie in allen offenen Fonds, so wird auch hier das Fondsvermögen relativ breit gestreut. Anders als beispielsweise bei einem Aktienfonds, wo es keine Vorschriften über die Streuung des Fondskapitals gibt, muss das Grundstücks-Sondervermögen im Immobilienfond aus mindestens 15 Grundstücken bestehen, meistens sind es jedoch mehr als hundert Immobilien. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass Verluste bei einzelnen Objekten den gesamten Fond nur unerheblich schädigen.
Die Grundstücke und alle darauf befindlichen Gebäude werden von einer Kapitalanlagegesellschaft betreut, die als Spezialkreditinstitut eingestuft wird, und als solches der Überwachung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen unterliegt. Darüber hinaus folgen die Ausgabe der Fondanteile sowie der Einsatz des Fondvermögens den Vorschriften des Investmentgesetzes. Anleger, die ihr Vermögen in offene Immobilienfonds investieren, sind also durch enge gesetzliche Regelungen und die Tätigkeit der Aufsichtsbehörde geschützt.
Immobilienfond auch für private Anleger geeignet
Die Rendite aus einem Immobilienfond setzt sich aus Gewinnen, die durch die Vermietung der Objekte erzielt werden, und Wertsteigerungen der Immobilien zusammen. Das Fondskapital wird meistens in gewerbliche Immobilien investiert, und zwar bevorzugt in große Bürogebäude und Einzelhandelsimmobilien.
Fondanteile können jederzeit gekauft und verkauft werden. Dadurch ist das Fondvermögen ständig in Bewegung und muss zu einem Anteil zwischen 5 und 49 Prozent in kurzfristig verfügbaren Anlagen gehalten werden. Kommt es dazu, dass ein Fond aufgrund starker Rückkäufe von Fondsanteilen illiquide wird, dann ist die Kapitalanlagegesellschaft berechtigt, die Finanzierung der zurückgenommenen Anteile bis zu einem Anteil von fünfzig Prozent des Immobilienvermögens durch Fremdkapital oder durch den Verkauf von Immobilien zu sichern.
Der Wert der Immobilien in einem Immobilienfond richtet sich nicht nach dem jeweiligen Marktpreis, sondern nach dem Verkehrswert, der von unabhängigen Sachverständigen nach den Vorschriften der deutschen Wertermittlungsverordnung festgestellt wird. Die Fondanteile werden in Form von Zertifikaten vergeben, die bereits ab einem Wert von fünfzig Euro erhältlich sind.
Daher ist es auch kleineren und privaten Anlegern möglich, ihr Kapital in Immobilien-Investments anzulegen. Anleger sind besonders dadurch abgesichert, dass die Anlagegesellschaften verpflichtet sind, Zertifikate jederzeit zurückzukaufen. Die Rücknahme-Preise sind transparent, da sie an jedem Börsentag veröffentlicht werden. Ihre Ermittlung obliegt einer Depotbank.
Ertragserzielung und Risiko beim Immobilienfond
Die Erträge aus einem Immobilienfond werden einmal jährlich an die Inhaber der Fond-Zertifikate ausgeschüttet. Dazu werden Mieteinnahmen und Erträge aus Kapitalanlagen um sämtliche Kosten der Grundstücke und Gebäude reduziert. Neben der Auszahlung der Gewinnanteile besteht die Möglichkeit, diese in neue Fond-Anteile und somit in neue Immobilien zu investieren.
Kommt es zum Verkauf von Fond-Anteilen, so kann sich dadurch ebenfalls eine hohe Rendite ergeben. Da die Rückkaufpreise der Fonds veröffentlicht werden, hat jeder Anteilseigner die Gelegenheit, börsentäglich den Wert seiner Zertifikate zu beobachten. Die Rendite kann sich indirekt durch Steuervorteile erhöhen, da zum Beispiel die Wertsteigerungen der Immobilien-Objekte steuerfrei sind. Investiert ein Fonds ausschließlich in ausländische Immobilien in Ländern, mit denen ein Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen wurde, können sogar sämtliche Ausschüttungen steuerfrei erfolgen.
Da ein offener Immobilienfond stark gesetzlich reglementiert ist, ist das Risiko der Anleger auf ein Mindestmaß reduziert. Jedoch gibt es auch in der Immobilienbranche Krisen, die dazu führen, dass es kaum zu einer Wertsteigerung der Fond-Anteile kommt und Ausschüttungen nur gering ausfallen oder sogar ganz ausbleiben. Um das Fond-Vermögen in einer solchen Situation zu schützen, kann der gesamte Fond vorübergehend geschlossen werden. Anleger sollten in einem solchen Fall Geduld zeigen, da sich die Entwicklung schnell wieder ändern kann.
Weitere Informationen
- Hedge-Fonds(vorheriger Artikel)
- Indexfonds(nächster Artikel)
Obwohl es sich beim Immobilienfond um eine Beteiligungsform handelt, die mit vielen anderen Fonds vergleichbar ist, besteht ein besonderer Reiz für Anleger, denn sie investieren nicht in anonyme Aktien oder andere Wertpapiere, sondern sie werden zumindest anteilig zu Immobilien-Eigentümern.