Honorarberatung

Unabhängig und ohne Provisionen

In der Honorarberatung sind unabhängige Berater tätig, die keine Provisionen für die Vermittlung von Finanzprodukten erhalten. Ein Honorarberater verkauft Kunden das geeignete, nicht das teuerste Produkt. Die Honorarberatung ist jedoch nicht günstig. Berater werden für die Dienstleistung pauschal oder stundenweise bezahlt.

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Honorarberater sind in Deutschland (noch) nicht weit verbreitet. Die Zukunft dürfte jedoch der Honorarberatung gehören. Denn Banken und Versicherungen müssen ihre Provisionen offenlegen. Der Druck auf die Finanzbranche wird weiter steigen. Nachfolgend haben wird Informationen zu den Dienstleistungen der Honorarberater zusammengestellt.

Definition Honorarberatung

Unter einer Honorarberatung wird eine Finanzberatung verstanden, für die der Berater ein vorher vereinbartes Honorar des Kunden erhält. Die Vereinbarung des Honorars kann individuell erfolgen. Je nach Vereinbarung können zum Beispiel erfolgsabhängige Honorare für die Honorarberatung vereinbart werden, aber auch monatlich oder jährlich feste Pauschalsummen bzw. feste Stundensätze für die Beratung sind möglich. Durch die vorherige Vereinbarung sind diese Gebühren natürlich sehr transparent, versteckte Gebühren findet man bei der Honorarberatung in den meisten Fällen nicht.

Für das vom Kunden bezahlte Honorar nimmt der Finanzberater eine umfangreiche Analyse des Vermögensstatus vor und empfiehlt auf Basis der Vermögensstruktur, der finanziellen Ziele des Kunden sowie der Risikoneigung die jeweils passenden Produkte. Im Rahmen seiner Finanzberatung wird der Honorarberater den Kunden umfassend über die Chancen und Risiken der einzelnen Produkte informieren und so die vom Kunden gesteckten Ziele, wie etwa den Aufbau einer privaten Altersvorsorge oder den langfristige Vermögensaufbau, erreichen. Für den Kauf der Produkte werden dann grundsätzlich keine Provisionen an die Anbieter wie beispielsweise Versicherungen, Kapitalanlagegesellschaften oder Vermögensverwalter fällig.

Damit unterscheidet sich die Honorarberatung von der klassischen Finanzberatung, für die zwar kein Honorar bezahlt wird, bei der Anleger jedoch für die jeweiligen Produkte Provisionen an die Bank bezahlen müssen. Ein Teil dieser Provisionen steht dann den Beratern zu, die somit vor allem am Verkauf der Produkte verdienen. Bereits seit Jahren steht diese Praxis im Verruf, da einige Finanzberater aus diesem Grund in erster Linie provisionsträchtige Produkte verkaufen. Honorarberater hingegen sind in ihrer Empfehlung weitgehend frei, denn Einnahmen aus den Produktprovisionen erhalten sie nicht. Sofern der Berater dennoch Provisionen erhält, wird er diese dem Kunden nach Art und Höhe darlegen und unter bestimmten Voraussetzungen sogar rückvergüten.

Merkmale der Honorarberatung

Anleger, die sich für eine Honorarberatung entscheiden, suchen in erster Linie unabhängige Berater, die weder von einer Versicherung noch von einer Bank abhängig sind. Hierdurch haben die Berater die Möglichkeit, aus dem umfassenden Produktangebot für Geldanlagen und Krediten auszusuchen und das jeweils passende Produkt für den Kunden zu finden. Da bei der Honorarberatung keine zusätzlichen Provisionen bezahlt werden, spielt die Wahl des Produktes selbst keine entscheidende Rolle. Wichtiger ist, dass das jeweilige Produkt zur Anlagestruktur des Kunden passt und dieser hiermit seine Ziele erreichen kann.

Beim ersten Besuch eines Honorarberaters sollten Kunden in jedem Fall das Honorar für die Beratung vereinbaren, um nicht nach erfolgter Beratung von hohen Kosten überrascht zu werden.

Damit die Honorarberatung erfolgreich ist, muss der Finanz- und Vermögensberater umfassend über alle Produkte am Markt informiert sein. Nur ein angemessener Mix der verschiedenen Vermögensanlagen macht es möglich, Chancen und Risiken nach der Anlagementalität des Kunden auszurichten. Durch alternative Investments wie beispielsweise den Sachwertanlagen kann zusätzliche Stabilität für langfristig orientierte Anleger erreicht werden. Damit diese Voraussetzung der Honorarberatung erfüllt werden kann, sollten sich Interessenten umfassend informieren und vor allem Empfehlungen von Bekannten und Freunden nutzen.

Die Vergütung bei der Honorarberatung

Die Vergütung bei der Honorarberatung ist ausschließlich auf das zwischen dem Berater und den Kunden vereinbarte Honorar begrenzt. Provisionen für den Abschluss von Finanzprodukten werden grundsätzlich nicht fällig oder können bei entsprechender Vereinbarung später erstattet werden.

Die Höhe des Honorars können Berater und Kunden individuell vereinbaren. In den meisten Fällen wird dabei eine pauschale Beratungsgebühr vereinbart, die entweder einmalig oder monatlich bzw. jährlich bezahlt wird. Da die Kundenbindung bei der Honorarberatung ein wichtiger Bestandteil ist, wird in der Regel eine jährliche Gebühr vereinbart, die dem Honorarberater zusteht. Hierfür berät er den Kunden in regelmäßigen Abständen und informiert über Veränderungen der Vermögensstruktur, neue Produkte oder alternative Investments.

Alternativ ist es auch möglich, die Vergütung der Honorarberatung erfolgsabhängig zu vereinbaren. Der Berater erhält in diesem Fall lediglich einen Anteil an der erzielten Rendite. Sofern die von ihm empfohlenen Anlagen keine Rendite erwirtschaften konnten, wird das Honorar nur sehr gering ausfallen. Demnach sind diese Honorarberater natürlich vorrangig auf die Vermehrung der ihnen anvertrauten Vermögen ausgerichtet.
Letztlich besteht die Möglichkeit, das Honorar als Stundensatz zu vereinbaren. So wird der Berater nach dem für die Beratung notwendigen Zeitaufwand entlohnt.

Tendenzen in Deutschland

Bank- und Finanzberater haben in den letzten Jahren in Deutschland an Ansehen verloren. Der Grund hierfür ist die oft falsche Beratung, die lediglich darauf ausgerichtet ist, Provisionen zu erzielen und somit den Gewinn der Bank oder aber den eigenen Ertrag zu steigern. Ob die jeweiligen Produkte tatsächlich den Wünschen und Ansprüchen der Kunden genügen, wird nur in wenigen Fällen geprüft. Um die einzelnen Produkte verkaufen zu können, werden die Anleger nicht oder nur unzureichend über die Risiken informiert, auch die entstehenden Provisionen und Kosten werden nicht detailliert angegeben.

Viele Kunden erlitten daraufhin in den vergangenen Jahren Verluste, obwohl eigentlich sicherheitsorientierte Anlagen gesucht wurden.
Aus diesem Grund sind immer mehr Anleger und Bankkunden auf der Suche nach einer unabhängigen Beratung, die tatsächlich auf die individuellen Wünsche ausgerichtet ist. In den USA sowie in den skandinavischen Ländern wird die Honorarberatung bereits seit Jahren erfolgreich angeboten und von den Kunden gern genutzt.

Obwohl die Honorarberatung in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckt, steigt die Zahl der Honorarberater immer weiter an. Vor allem vermögende Privat- und Geschäftskunden nutzen diese Angebote und können hiervon profitieren. Selbst einige Großbanken prüfen derweil die Möglichkeiten der Honorarberatung, um diese auch Anlegern mit kleinen und mittleren Vermögen anbieten zu können. Somit wird sich die Honorarberatung auch in Deutschland immer weiter durchsetzen.

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