Hochzinsanleihen

High-Yield-Anleihen finanzieren feindliche Übernahmen

Die Anlage in Hochzinsanleihen ist in den meisten Fällen eine Anlage in Unternehmen mit geringer Eigenkapitaldecke. Wir zeigen Ihnen auf, wie kalkulierbar das Risiko ist.

Hochzinsanleihen, eine Erfindung aus den USA

Die mögliche Rendite von Kapitalanlagen steigt mit dem Risiko. Das ist eine alt bekannte Weisheit in der Finanzwelt. Anleger, die ein gewisses Risiko als spannend empfinden, haben die Möglichkeit, in Aktien, Fonds, Zertifikaten und anderen Konstrukten zu investieren, unter anderem in

High-Yield-Bonds ist die englischsprachige Bezeichnung für hochverzinsliche Anlagen in Unternehmen mit einer geringen Eigenkapitaldecke. Entwickelt wurde diese Finanzierungsform für Unternehmen in den USA, denn dort wurden in den 1980er Jahren auf diesem Wege erstmals Unternehmensübernahmen finanziert. Um Anleger zur Investition in derart riskante Geschäfte mit negativem Rating zu motivieren, werden die Schuldverschreibungen mit hohen Zinssätzen ausgestattet. In den USA hatten Hochzinsanleihen in den letzten zwanzig Jahren eine große Bedeutung bei der Finanzierung von Unternehmen mit schwacher Bonität. In den USA sind Anleger in High-Yield-Bonds genauso geschützt, wie Banken, die sich an der Finanzierung solcher Unternehmen beteiligen.

Hochzinsanleihen erfreuen sich steigender Beliebtheit

In Europa genießen Hochzinsanleihen ein anderes Ansehen und eine andere Absicherung, als in den USA. Traditionell übernahmen spezialisierte Investmentbanken den riskanteren Teil der Finanzierung von Unternehmen, das sogenannte Intermediate Capital, und nahmen eine nachrangige Absicherung in Kauf. Dieses hohe Risiko wurde durch eine entsprechend hohe Rendite ausgeglichen. Erst zum Ende der 1990er Jahre kam es zu einer breiteren Streuung der Investitionen in derartige Unternehmensanleihen.

Aufgrund eines starken Anstiegs von Insolvenzen der finanzierten Unternehmen und der nachrangigen Absicherung ging die Investition in die sogenannten Schrott-Anleihen erst einmal zurück. Letztendlich führten aber in den letzten zehn Jahren die hohen Renditeaussichten im Erfolgsfall sowie die in Europa typischen Anwendungsfälle der Hochzinsanleihen wieder zu einer steigenden Beliebtheit. Hier werden High-Yield-Bonds vorwiegend aufgelegt, um Emittenten mit einem schlechten Kreditrating zu stützen oder zur Unterstützung von Unternehmensübernahmen. Insbesondere dann, wenn finanzkräftige Muttergesellschaften die Investitionen absichern, erfreuen sich die Junk-Bonds steigender Beliebtheit.

Die Zukunft europäischer Hochzinsanleihen

Eine Absicherung von Hochzinsanleihen durch Muttergesellschaften ist nur unter Beachtung des Kapitalerhaltungsprinzips möglich. Das bedeutet, dass die Gewährung von Sicherheiten nur in einem Umfang möglich ist, der nicht zu einer Einbeziehung des Stammkapitals führt. Diese spezielle Absicherung erfahren High-Yield-Bonds durch zusätzliche vertragliche Vereinbarungen nicht nur mit den Emittenten selbst, sondern direkt mit den Muttergesellschaften. Erste Vereinbarungen in dieser Form in den letzten Jahren gelten als Beispiele für die zukünftige Gestaltung von Hochzinsanleihen in Europa.

Das mit den Anlagen verbundene Risiko kann auf diese Weise reduziert werden, sodass mit einer zunehmenden Akzeptanz der Junk Bonds zu rechnen ist. Die Finanzwelt geht davon aus, dass es in naher Zukunft zu einer weiteren Annäherung der Rechte von finanzierenden Banken und Investoren kommen wird, sodass die Absicherung in Europa ähnlich dem amerikanischen Vorbild verlaufen und sich das Risiko weiter reduzieren wird. Dennoch werden Junk Bonds immer mit einem größeren Verlustrisiko verbunden sein, als die meisten anderen Anlageformen.

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