Hinzuverdienst und Rente

Informationen zur Mindesthinzuverdienstgrenze

Wer eine gesetzliche Rente bezieht, darf nicht immer unbegrenzt hinzuverdienen. Der Gesetzgeber ist bestrebt, die Mindesthinzuverdienstgrenzen für Frührentner aufzuheben. Wir haben die wesentlichen Fakten zum Thema Hinzuverdienst und Rente zusammengetragen.

Hinzuverdienstgrenze bei der Rente

Wer neben seiner gesetzlichen Rente einen Job ausübt, muss bestimmte Hinzuverdienstgrenzen beachten. Der Gesetzgeber hat genau festgelegt, welche Grenzwerte für Rentner gelten. Da zahlreiche Ruheständler auf einen Job im Alter angewiesen sind, ist die Bundesregierung bestrebt in 2011 eine Neureglung zu verabschieden. Denn bisher gilt: Wer zu viel hinzuverdient, muss Geld an den Staat zurückzahlen. Folgende Regelungen gelten derzeit:

  • Wer vor dem 65. Lebensjahr in Rente, darf bis zu 400 Euro im Monat hinzuverdienen.
  • Wer mehr als 401 Euro verdient, erhält lediglich zwei Drittel der Rente ausgezahlt.
  • Wer mehr als 1.000 Euro im Monat verdient, erhält nur noch 50 Prozent der Rente.
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Wer hingegen das 65. Lebensjahr überschritten hat und eine gesetzliche Altersrente bezieht, darf grundsätzlich unbegrenzt hinzuverdienen. Künftig ist geplant, den Hinzuverdienst bei der Rente beim vorzeitigen Renteneintritt anzupassen. Denn ein Großteil der Beschäftigten geht bereits vor dem gesetzlich vorgesehen Alter in den Ruhestand. Auf diese Weise möchte der Gesetzgeber die Ruhestandsregelungen flexibilisieren. Gleichzeitig könnte dies dem drohenden Fachkräftemangel entgegenwirken. Ein Rentner mit 700 Euro Rente und einem früheren Bruttoverdienst von 2.000 Euro könnte demnach 1.300 Euro pro Monat hinzuverdienen. Für die Rentner ab 65 soll hingegen alles beim alten bleiben.

Der Hinzuverdienst bei der Rente

Bis zum Jahr 2007 galt beim vorzeitigen Rentenbeginn eine einheitliche Hinzuverdienstgrenze von 350 Euro. Seit dem 1. Januar 2008 gilt ein Wert von 400 Euro. Somit gelten die gleichen Höhen wie beim Minijob. Wer eine vorzeitige Altersrente bezieht, kann bis zu 400 Euro im Monat zusätzlich verdienen, ohne dass die Rentenzahlung gekürzt wird.

Für den Personenkreis, der eine vorzeitige Altersrente als Teilrente bezieht, gelten hingegen andere Grenzwerte. Die Teilrente stellt eine Form der Altersteilzeit dar. Es handelt sich dabei um einen gleitenden Übergang in den Ruhestand mit der Möglichkeit, den gesetzlichen Rentenanspruch weiter zu erhöhen. Bisher nutzen jedoch nur wenige Menschen diese Möglichkeit. Grundsätzlich gilt: Je geringer die Teilrente, desto höher darf der monatliche Hinzuverdienst sein. Folgende monatliche Hinzuverdienstgrenzen gelten bei Teilrenten:

  • 1/3-Teilrente: Mindestens 931,88 Euro (West), 819,07 Euro (Ost),
  • 1/2-Teilrente: Mindestens 708,23 Euro (West), 622,49 Euro (Ost),
  • 2/3-Teilrente: Mindestens 484,55 Euro (West), 425,92 Euro (Ost).

Es ist auf jeden Fall ratsam, sich die genauen Werte vom Rentenversicherungsträger berechnen zu lassen.

Zu beachten ist, dass die Hinzuverdienstgrenze bei Voll- und Teilrenten zweimal im Kalenderjahr um das Doppelte überschritten werden darf. Das Gehalt unterliegt ganz normal der Sozialversicherungspflicht. Allerdings entfällt bei einer nicht zulässigen Überschreitung dieser Grenzen der Anspruch auf die bisher gezahlte Rentenhöhe. Je nach Hinzuverdienst wird die Rente nur noch als Teilrente, also in Höhe von einem Drittel, der Hälfte oder zwei Drittel der Vollrente, gezahlt. Auch ohne gesonderten Antrag erhält der Versicherte die geringere Rentenzahlung.

Wenn jedoch das Einkommen wieder sinkt und die Hinzuverdienstgrenze für eine höhere Rentenzahlung eingehalten wird, muss dies beim Rententräger beantragt werden. Dafür gilt eine Frist von drei Kalendermonaten nach Eintritt der geringeren Bezüge. Bei verspäteter Antragstellung besteht kein Anspruch auf Erstattung der zu wenig gezahlten Renten.

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