Hedge-Fonds
Risiken erhöhen Renditeerwartungen
Grundlegendes Ziel des Hedge-Fonds ist das Erwirtschaften einer positiven Rendite. Verbunden damit ist eine gewisse Risikobereitschaft des Kapitalanlegers, alle Möglichkeiten der Anlagestrategie durch den Fondsmanager zu nutzen, um von einem weitaus größeren Spielraum zu profitieren.
Wie funktioniert ein Hedge-Fonds?
Die Internationalisierung der Kapitalanlagen nimmt zu und verbunden damit ist auch das gestiegene Bedürfnis von Anlegern, verstärkt in renditestarken Anlagen zu investieren, selbst wenn erhöhte Risiken bestehen. Die Anlage in einen Hedge-Fonds ist damit verbunden, dass es für den Anlagerahmen kaum zwingende Regeln gibt. Aus diesem Grunde können Aufbau, Zusammensetzung wie auch das individuelle Anlagerisiko eines Hedge-Fonds unterschiedlich ausgerichtet sein.
Fonds dieser Art sind ein von einer Kapitalanlagegesellschaft aufgelegtes Finanzmarktprodukt, an dem Investoren Anteile erwerben können. Wertpapiere aus unterschiedlichen Anlagebereichen werden von einem solchen Fonds gekauft, um damit das Kapital der Investoren auf den internationalen Finanzmärkten zu vermehren. Bei dieser Fondsvariante sind risikoarme, aber auch riskante Anlagenstrategien zu finden, wie bei konventionellen Investmentfonds auch.
Im Gegensatz dazu kann der Fondsmanager eines Hedge-Fonds jedoch weitaus größere Spielräume nutzen. Dazu gehört in erster Linie auch eine Anlage in Fremdkapital. Auf diese Weise wird eine Hebelwirkung erzeugt, um größere Risiken einzugehen als das traditionelle Investment. Zur Finanzierung ihrer Geschäfte nehmen Fondsmanager oft hohe Kredite auf. Dieses kann dann zusätzlich zum Kapital der Investoren genutzt werden. Legt ein solcher Fonds überwiegend in Risikogeschäfte an, kann ein großer Teil des angelegten Kapitals verlorengehen und im schlimmsten Fall droht ein Totalverlust. Die individuelle Risikobereitschaft des Anlegers entscheidet somit über die Wahl des spezifischen Fonds.
Strategie des Hedge-Fonds ist entscheidend
Grundsätzlich orientieren sich Hedge-Fonds nicht an Benchmarks oder an Vergleichsindizes, sondern zielen in erster Linie auf eine risikoeffiziente und positive Wertentwicklung ab und dies in jedem Marktfeld. Hedge-Fonds unterscheiden sich grundsätzlich durch drei Faktoren von traditionellen Investmentanlagen.
So werden in erster Linie verschiedene Anlageinstrumente eingesetzt, um von einem Wertzuwachs zu profitieren. Möglichkeiten werden genutzt, auch Leerverkäufe zu tätigen und durch die Aufnahme fremder Mittel den Spielraum zu vergrößern. Investiert wird unter anderem in Anleihen, Rohstoffe, Aktien, Optionen oder Devisen. Ziel soll sein, nicht nur von steigenden Märkten, sondern auch von fallenden Aktien zu profitieren. Durch die breite Fächerung des Anlagespektrums können diese Fonds in Unabhängigkeit von Aktienmärkten agieren. Verbunden damit ist auch das Abkoppeln von Kapitalmärkten.
Hedge-Fonds wollen für ihre Anleger eine positive Rendite erwirtschaften und dies in Unabhängigkeit von Kursschwankungen an den Renten- und Aktienmärkten. Damit fallen Risiken und Chancen weitaus höher aus als bei anderen Investmentanlagen oder traditionellen Sparanlagen. Wer sich für diese Kapitalanlageform entscheidet, sollte sein persönliches Risikoprofil auf den Prüfstand stellen. Die wirtschaftliche Lage des Anlegers ist von einer ebenso großen Bedeutung, da in Verbindung mit spekulativen Anlageformen auch immer ein Verlustrisiko verbunden ist. Wer ein geeignetes Altersvorsorgeprodukt sucht, geht mit Anlagen dieser Art besondere Risiken ein.
Risiken von Hedge-Fonds reduzieren
Hohe Renditeerwartungen sind oft auch mit erhöhten Risiken verbunden. Da Hedge-Fonds alle nur erdenklichen Anlagestrategien einsetzen können, sollte der Kapitalanleger die vielfältigen Möglichkeiten nutzen, das Anlagespektrum breit zu streuen. Hedge-Fonds eignen sich, um die Risiken zu reduzieren, in erster Linie als Ergänzung in einem ausgewogenen Anlagedepot.
Sogenannte Single-Hedgefonds nutzen lediglich eine definierte Strategie. Als weniger verlustbehaftet erweisen sich Dach-Hedgefonds, die in unterschiedliche Hedge-Fonds investieren. Der Fondsmanager kann durch eine strategisch geschickte Wahl von Ziel-Hedgefonds die Risiken herabsetzen, ohne auf die Chancen zu verzichten, die unterschiedliche Märkte bieten.
Hierzulande unterliegen öffentlich vertriebene Hedge-Fonds gemäß des Investmentgesetzes einer Aufsicht. Vorgeschrieben für die Auswahl sind auch Grundsätze bezüglich der Risikomischung und weitere Streuungsvorschriften. Sollen in der Bundesrepublik ausländische Investmentanteile öffentlich vertrieben werden, ist grundsätzlich eine Anzeigepflicht notwendig. Zu den zwingenden Voraussetzungen gehört, dass die ausländische Investmentgesellschaft wie auch die Verwaltungsgesellschaft in ihrem Heimatland einer öffentlichen Aufsicht unterliegt, um die Anleger zu schützen.
Viele heimische Fonds zeichnen sich durch ein diszipliniertes Risikomanagement aus, um Verluste und Kursschwankungen gering zu halten und stattdessen kontinuierlich Gewinne zu erzielen. Ein professionelles Risikomanagement gehört somit zu den tragenden Säulen eines erfolgreich arbeitenden Fonds, wenn Renditen erwirtschaftet werden sollen.
