Halbwaisenrente

Wie viel Halbwaisenrente erhalten Kinder?

Die Halbwaisenrente dient als finanzielle Unterstützung für Kinder, die einen unterhaltspflichtigen Elternteil verloren haben. Individuelle Lebensumstände bestimmen über den Zeitraum der Rentenberechtigung.

Halbwaisenrente: Anwartschaft wird überprüft

Eine Halbwaisenrente wird immer dann gezahlt, wenn ein Kind einen unterhaltspflichtigen Elternteil verliert. Jedoch gelten, wie bei allen anderen Sozialleistungen und Rentenansprüchen auch Bedingungen, die erfüllt werden müssen. Grundsätzlichen haben nicht nur leibliche Kinder einen Rentenanspruch, sondern auch Adoptivkinder wie auch Pflege- und Stiefkinder, die zum Todeszeitpunkt des verstorbenen Elternteils zur Haushaltsgemeinschaft gehörten. In Ausnahmenfällen gehören auch Enkel des Verstorbenen dazu, sofern der Nachweis erbracht werden kann, dass sich diese auf Dauer im Haushalt des Verstorbenen aufgehalten haben.

Die Berechtigung zum Bezug einer Halbwaisenrente ist davon abhängig, dass der verstorbene Versicherte auch eine Berechtigung auf die Anwartschaft erworben hatte. Hierbei gilt ein Mindestversicherungszeitraum von fünf Jahren. Berücksichtigt werden Beitragszeiten aus freiwilligen Beiträgen oder Pflichtbeiträgen, anrechenbare Kindererziehungszeiten wie auch Beiträge aus einer geringfügigen Beschäftigung. Ausnahmen bei den Anwartschaftszeiten gelten jedoch, wenn es sich beim Verstorbenen um einen Berufsanfänger handelt oder der Tod die Folge eines Arbeitsunfalles ist. Gleiche Bedingungen gelten für Todesfälle, die während des Zivildienstes oder Kriegsdienstes eintreten.

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Halbwaisenrente: Bezugszeitraum ist festgelegt

Grundsätzlich wird die Halbwaisenrente bis zum 18. Lebensjahr gezahlt. Andere Bedingungen gelten, wenn nachgewiesen werden kann, dass ein Kind noch in der Ausbildung ist. Dann kann ein Antrag auf Weiterzahlung gestellt werden, wobei es keine Rolle spielt, ob es sich um eine berufliche oder schulische Ausbildung handelt. Darüber hinaus kann der Anspruchszeitraum für die Dauer eines Freiwilligen Sozialen Jahres oder eines Freiwilligen Ökologischen Jahres verlängert werden. Die Weiterzahlung einer Halbwaisenrente wird auch über die Vollendung des 18. Lebensjahres hinaus gewährt, wenn das bezugsberechtigte Kind nicht in der Lage ist, sich aufgrund einer Behinderung allein zu unterhalten.

Die Rentenansprüche enden jedoch mit der Vollendung des 27. Lebensjahres. Wer einen Anspruch auf Rentenzahlung geltend machen will, muss direkt nach dem Tode des Unterhaltspflichtigen einen Antrag stellen. Schließlich wird die Rente für höchstens ein Jahr rückwirkend gezahlt. Zu stellen ist ein Antrag beim jeweiligen Rentenversicherungsträger. Abweichend davon kann auch die Unfallkasse oder die Berufsgenossenschaft der Ansprechpartner sein.

Halbwaisenrente: Rentenkonto beeinflusst den Anspruch

Bevor einem Antrag auf eine Halbwaisenrente stattgegeben wird, muss das Konto des Verstorbenen überprüft werden. Sofern dies noch nie veranlasst wurde, müssen alle noch fehlenden Unterlagen beigebracht werden, um sich eine Anwartschaft auf Bezüge zu sichern. Darüber hinaus werden die Ausbildungsnachweise des Versicherten bei der Antragstellung für eine Halbwaisenrente erforderlich. Einige Ausbildungsgänge wirken sich positiv auf die Rentenhöhe aus. Verstirbt die Mutter, müssen auch Geburtsurkunden aller Kinder vorgelegt werden.

Die Höhe der Rentenansprüche berechnet sich auf der Grundlage der Rentenansprüche bis zum Tod. Halbwaisenrenten werden laut Sozialgesetzbuch mit 20 Prozent vom jährlichen Verdienst des Verstorbenen angesetzt, der bis zum Todeseintritt erwirtschaftet wurde. Hinterbliebenenrenten dürfen jedoch nicht 80 Prozent des Jahreseinkommens des Verstorbenen übersteigen. Einige Bezüge des Kindes werden beim Berechnen der Rente als monatliche Freibezüge berücksichtigt. Alle Teile, die den Freibetrag übersteigen, werden lediglich bis zu 40 Prozent auf Renten angerechnet. Unter anderem zählen zu den anrechenbaren Einkommensarten das monatliche Arbeitsentgelt, Krankengeld, Arbeitslosengeld, Übergangsgeld und Renten aus einem eigenen Anspruch.

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