Grundregeln der Geldanlage
Was Anleger beachten sollten
Um alle selbst gesteckten Ziele erreichen zu können, ist daher eine gut geplante Geldanlage, die auch auf persönliche und individuelle Belange eingeht, enorm wichtig. Schließlich verfolgen Anleger mit ihrer Geldanlage recht unterschiedliche Ziele, auch ist nicht jeder Sparer bereit, Risiken bei seiner Geldanlage einzugehen.
Grundsätzlich sollte bei einer Geldanlage immer eine Risikostreuung erfolgen, auch ist es wichtig, unterschiedliche Laufzeiten und Fälligkeiten zu beachten. Letztlich benötigt auch jeder Mensch eine kleine Barreserve für unvorhergesehene Ausgaben.
Grundregel 1: Halten einer Barreserve
Beim Thema Geldanlage denken viele Menschen zuerst an das Termingeld der Bank, den Aktienfonds im Depot oder die selbst genutzte Immobilie, die im Alter kostenfreies Wohnen ermöglicht. Diese Anlagen sind zwar werthaltig und erwirtschaften mitunter hohe Erträge, trotz dessen bieten sie nur wenig Flexibilität. So ist es kaum oder nur bedingt möglich, Gelder aus diesen Anlagen zu entnehmen, um beispielsweise ein neues Auto zu erwerben oder aber das defekte Dach am Haus zu reparieren. Um die vorhandenen Anlagen jetzt nicht mit Verlust verkaufen oder den teuren Dispositionskredit nutzen zu müssen, lohnt es sich, einen Teil des Vermögens in Liquidität zu investieren. Je nach individuellen Voraussetzungen sollten dabei zwei bis drei monatliche Nettoeinkommen angelegt werden.
Für die Geldanlageklasse Liquidität stehen Anlegern dabei verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Dies ist zum einen das klassische Sparbuch, das jedoch nur eine geringe Rendite bietet und zudem Kündigungsfristen bei Verfügungen aufweist. Zum können aber auch Geldmarktfonds und Tagesgelder abgeschlossen werden, deren Rendite zwar variabel ist, sich aber immer nahe am Geldmarktniveau orientiert und oft höher ist als bei Sparkonten.
Grundregel 2: Abbau von Schulden
Auf Kredite lässt sich leider nicht immer verzichten. Gerade dann, wenn eine Immobilie erworben oder ein Auto gekauft wird, bieten Darlehen eine gute Möglichkeit, diese Wünsche zu finanzieren. Allerdings sollte man auf kleinere Darlehen, etwa zum Kauf von Möbeln oder Elektronikartikeln sowie auf die Nutzung des Dispositionskredites besser verzichten. Diese Darlehen sind häufig sehr teuer und belasten das monatliche Budget, so dass kaum Geld zum Ansparen zur Verfügung steht. Diese kleineren Wünsche können besser aus Guthaben finanziert werden, welches beispielsweise auf einem Tagesgeldkonto angespart wird.
Sofern längerfristige Finanzierungen, etwa für das Eigenheim, vorhanden sind, sollte zudem geprüft werden, ob Sondertilgungsoptionen genutzt werden können. Gerade dann, wenn die Guthabenzinsen für Geldanlagen unter den Konditionen der Kredite liegen, ist die Nutzung des Sondertilgungsrechts sinnvoll. Zudem kann hiermit ein positiver Zinseszinseffekt generiert werden. Trotz der Möglichkeit der schnellen Entschuldung sollte jedoch die Notwendigkeit einer Barreserve nicht vernachlässigt werden.
Seit Januar 2009 besteht zudem die Möglichkeit, die staatliche Förderung für Wohneigentum, die so genannte Eigenheimrente, zu nutzen. Sofern derart zertifizierte Darlehen genutzt werden, können die Zulagen für die Sondertilgung genutzt werden.
Grundregel 3: Absicherung gegen Risiken
Im Rahmen einer umfassenden Geldanlage sollten Anleger nicht nur die Themen des Vermögensaufbaus sowie der Altersvorsorge besprechen, auch die Absicherung gegen Risiken ist enorm wichtig. Nur dann, wenn die eigene Arbeitskraft, das eigene Leben und die geschaffenen Vermögenswerte abgesichert sind, kann eine langfristige Planung erfolgen.
Wichtige Versicherungen, die in diesem Zusammenhang abgeschlossen werden sollten, sind zum einen die Sachversicherungen für Wohneigentum, zu denen die Wohngebäudeversicherung sowie die Hausratversicherungen gehören.
Daneben ist aber auch die persönliche Absicherung wichtig. Um Familie und Angehörige im Fall des eigenen Todes abzusichern, ist eine Lebensversicherung sinnvoll. Diese kann als Risikolebensversicherung oder Kapitallebensversicherung abgeschlossen werden. Die Kapitallebensversicherung ist zudem eine gute Möglichkeit der Altersvorsorge, denn sie verbindet neben der Risikoabsicherung auch eine Sparanlage.
Um die Ziele der persönlichen Geldanlage erreichen zu können, ist aber auch die eigene Arbeitskraft unerlässlich. Nur dann, wenn monatlich ausreichend Einkommen erzielt werden kann, können Sparpläne, Versicherungen und Altersvorsorge-Produkte bespart sowie Kreditraten bedient werden. Da die gesetzliche Absicherung im Fall der Berufsunfähigkeit stark gekürzt wurde, ist eine private Berufsunfähigkeitsversicherung unerlässlich. Im Berufsunfähigkeits-Fall überweist sie eine monatliche Rente an den Betroffenen, der hiermit seine regelmäßigen Ausgaben weiter tragen kann. Je nach Wunsch des Versicherten kann die Absicherung bis zur Höhe des Nettoeinkommens erfolgen.
Grundregel 4: Absicherung des Ruhstandes
Die Altersvorsorge wird beim Thema der umfassenden Geldanlage immer wichtiger. Die Gründe hierfür sind zum einen die gekürzten Rentenleistungen sowie das erhöhte Renteneintrittsalter, aber auch die zunehmende Veralterung der deutschen Bevölkerung und somit die Risiken weiterer Leistungskürzungen sind Ursachen. Es ist daher wichtig, sich schon frühzeitig um die eigene Altersvorsorge zu kümmern, denn in jungen Jahren sind bereits kleine monatliche Beiträge ausreichend, um eine vollständige Absicherung zu erreichen.
Um zu ermitteln, welche monatlichen Zahlungen für die Altersvorsorge geleistet werden sollten, ist die Berechnung der Rentenlücke notwendig. Hierfür stehen den Finanzberatern verschiedene Programme zur Verfügung, auch im Internet können Rentenrechner genutzt werden. Allerdings handelt es sich hierbei lediglich um überschlägige Berechnungen.
Ist die Höhe der Rentenlücke bekannt, können jetzt die verschiedenen Möglichkeiten der Absicherung des Ruhestandes besprochen werden. Welche Geldanlage explizit genutzt werden sollte, ist jedoch abhängig vom Zeitraum bis zum Renteneintrittsalter, der persönlichen Risikomentalität sowie der Möglichkeit, staatliche Förderungen in Anspruch zu nehmen.
Dabei haben sich insbesondere die Riester-Rente für Arbeitnehmer, die staatliche Zulagen und Steuervorteile bietet, sowie die Rürup-Rente für Besserverdiener, Selbstständige und Freiberufler, die ebenfalls hohe steuerliche Vorteile verspricht, etabliert. Alternativ können natürlich ebenso Kapitallebensversicherungen, Fonds- und Banksparpläne sowie Rentenversicherungen genutzt werden.
Grundregel 5: Kontrolle und Vergleich der Anlagen
Für die Geldanlage stehen den Kunden zahlreiche verschiedene Anlagen zur Verfügung, die von den Banken sowie von freien Finanzvermittlern angeboten werden. Diese Anlagen unterscheiden sich jedoch in Laufzeit, Kondition und dem jeweiligen Risiko, so dass sie nicht pauschal für alle Anleger gleichermaßen dienen können.
Damit jeder Anleger das für sich passende Produkt erhält, sollten Finanzberater daher vor der Erstellung des Angebots eine umfassende Beratung durchführen. Hierzu gehören Fragen zur Vermögenssituation, zum bisherigen Anlageverhalten sowie zum monatlichen Haushaltsüberschuss. Auch die jeweiligen Anlageziele, der Anlagehorizont sowie die Risikoeinstellung sollten erfragt werden. Fehlen diese Fragen, ist die Erstellung eines passenden Angebots in der Regel nicht notwendig.
Um das im jeweiligen Segment beste Angebot zu finden, sollten Anleger zudem in jedem Fall die angebotenen Produkte vergleichen. Diese unterscheiden sich zum einen in der Rendite, zum anderen aber auch in ihrer Kostenstruktur. Je nach Anlageklasse sind so mitunter Renditeunterschiede von einigen Prozentpunkten möglich. Sofern es sich um längerfristige Kapitalanlagen, etwa für die Altersvorsorge, handelt, kann dabei die Ablaufleistung um einige hundert, wenn nicht gar um einige tausend Euro differieren.
Weitere Informationen
- Grauer Kapitalmarkt(vorheriger Artikel)
- Honorarberatung(nächster Artikel)
Finanzielle Unabhängigkeit ist für viele Menschen enorm wichtig. Hierzu gehört zum einen die Möglichkeit, Wünsche und Träume jetzt und heute zu erfüllen, zum anderen rückt aber auch das Thema Altersvorsorge bei der Geldanlage immer weiter in den Vordergrund. Nur wer bestimmte Grundregeln der Geldanlage beachtet, wird seine Ziele auch erreichen.