Grundfreibetrag

Grundfreibetrag in der Einkommensteuer

Mit dem Grundfreibetrag werden niedrige Einkommen von der Einkommensteuer befreit. Wissenswertes zur Erhebung und Entwicklung des Grundfreibetrages für Steuerpflichtige in Deutschland.

Grundfreibetrag: Die Fakten

Der Grundfreibetrag ist ein Begriff aus der Einkommensteuer. Das Einkommen wird bis zum Grundfreibetrag nicht in die Berechnung der Einkommensteuer mit einbezogen. Der Grundfreibetrag gilt für alle steuerpflichtigen Paare und Singles in Deutschland.

Der Freibetrag in der Einkommensteuer wird zur Sicherung des Existenzminimums erhoben. Niedrige Einkommen werden somit nicht zusätzlich von der Einkommensteuer belastet. Im Jahr 2002 lag der Grundfreibetrag bei 7.235,- Euro und im Jahr 2010 bei 8.004,- Euro. Da der Freibetrag laufend an die Lebenshaltungskosten angepasst wird, steigt der Betrag tendenziell immer weiter an. Für 2014 ist eine Anhebung vorgesehen, und zwar auf auf 8.354 Euro steigen.

Die Berechnung des Steuerfreibetrages erfolgt auf Basis des gültigen Sozialhilferechts, das auch unter dem Begriff Hartz Vier bekannt ist. Der Grundfreibetrag ergibt auch aus den Hartz Vier-Leistungen wie dem Regelsatz, den Kosten für die Unterkunft und den Heizkosten. Der Steuerfreibetrag entspricht damit den ALG II-Leistungen eines Jahres. Nur Steuerpflichtige, die ein höheres Einkommen als ein Empfänger von ALG II-Leistungen haben, zahlen Einkommensteuer.

Grundfreibetrag und Einkommensteuer

Die Einkommensteuer wird in Deutschland auf alle Einkommen erhoben, die über dem Steuerfreibetrag liegen. Da die Steuern automatisch mit dem Lohn durch den Arbeitgeber abgeführt werden, sind nicht alle Arbeitnehmer zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet. Die Einkommensteuererklärung muss beispielsweise verpflichtend abgegeben werden, wenn weitere Einkünfte wie Mieteinnahmen im Bemessungszeitraum vorlagen oder der Arbeitnehmer bei mehreren Arbeitgebern Lohn bezogen hat. Wer nicht zur Abgabe der Einkommensteuererklärung verpflichtet ist, gibt sie in der Regel freiwillig bei seinem Finanzamt ab: Einkommensteuerpflichtige holen sich über verschiedene Steuerabzüge wie Sonderausgaben somit Geld vom Staat zurück.

Einkommensteuerpflichtige, deren jährliche Einnahmen unter dem Grundfreibetrag liegen, zahlen keine Einkommensteuer und können damit eine Nichtveranlagungsbescheinigung bei ihrem Finanzamt beantragen. Damit muss für den Zeitraum von drei Jahren nach Erteilung der Nichtveranlagungsbescheinigung keine Steuererklärung beim Finanzamt abgegeben werden. Dies gilt allerdings nur für Einkommen, die dauerhaft unter dem Grundfreibetrag von etwa 8.000,- Euro jährlich liegen.

Grundfreibetrag für Paare und Singles

Der Grundfreibetrag in Höhe von 7.834,- Euro im Jahr 2009 und 8.004,- Euro im Jahr 2010 gilt für alle Geringverdiener, die steuerlich allein veranlagt werden. Dies betrifft etwa die Steuerklasse Eins. Bei Paaren, die verheiratet sind und gemeinsam veranlagt werden, gilt der doppelte Grundfreibetrag als für einen Single. Ein Ehepaar wurde damit 2010 mit dem Steuerfreibetrag von 16.008,- Euro veranlagt. Diese Werte gelten auch für das Jahr 2012. Erst 2013 ist mit einer Anhebung zu rechnen.

Auch Kinder werden bei der Veranlagung der Einkommensteuer berücksichtigt. Für Kinder gilt der Kinderfreibetrag, der über das Kindergeld gewährt wird. Das Kindergeld wird monatlich an die Eltern minderjähriger oder in Ausbildung befindlicher Kinder ausbezahlt. Über die Einkommensteuer erfolgt wiederum eine steuerliche Freistellung des Existenzminiums: Haushalte mit niedrigem Einkommen erhalten mit dem Kindergeld eine echte Förderung während das Kindergeld bei höheren Einkommen vollständig in der Einkommensteuer aufgeht. Unterm Strich erhalten Eltern mit einem Kind, die mehr als 63.500,- Euro verdienen, damit kein Kindergeld in Form einer echten Förderung mehr.

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