Grauer Kapitalmarkt

Die Gefahr für Ihr Geld

Grauer KapitalmarktFinanzberater versprechen den Anlegern auf dem Grauen Kapitalmarkt eine hohe Rendite. Doch nur in den seltensten Fällen ist es möglich, durch Unternehmensbeteiligungen und Immobilien das "große Geld" zu machen. Anbieter unterliegen nicht der staatlichen Finanzaufsicht, betreiben aber trotzdem eraubnispflichtige Geschäfte. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie bei Ihren Anlagen achten müssen.

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Grauer Kapitalmarkt - Einordnung

Der Begriff Grauer Kapitalmarkt bezeichnet alle Finanzmärkte, die nicht der Finanzaufsicht des Staates unterliegen. Dies ist ein Grund dafür, dass neben seriösen Anbietern ebenso dubiose Anlageberater auf dem Markt agieren. Die Vertriebsmethoden von diesen Finanzprodukten ähneln denen der staatlich beaufsichtigten Finanzmärkte. Die Anpreisung erfolgt beispielsweise durch Prospektwerbung, Anzeigenschaltung sowie persönliche Direktansprache. Die Produktpalette des Grauen Kapitalmarkts umfasst unter anderem:

  • Bereich Immobilen,
  • Unternehmensbeteiligungen,
  • Steuersparangebote.

Unseriöse Anbieter versprechen den Anlegern eine hohe Rendite, verkaufen jedoch Werte weit über dem Marktpreis. In der Regel sind Verluste vorprogrammiert.

In Deutschland darf jeder ein Gewerbe als Finanzberater anmelden. Dies führt gerade dazu, dass schlecht ausgebildete Berater als selbständige Handelsvertreter für dubiose Unternehmen agieren. Zumeist erfahren diese nur eine Ausbildung im Schnelldurchlauf. Häufig können und wollen diese die Anleger nicht richtig beraten.

Ein Grund hierfür ist die Provision. Da diese die einzige Einnahmequelle des Vertreters darstellt, steht für diesen häufig sein eigener wirtschaftlicher Vorteil im Vordergrund. Aus diesem Grund wird auf dem grauen Kapitalmarkt häufig versucht, nicht die kundengünstigste, sondern die provisionsträchtigste Anlage zu verkaufen. Der private Anleger kann als Laie jedoch nur selten die Gegebenheiten objektiv einschätzen. Dies führt dazu, dass vermehrt Anleger Fehlinvestitionen leisten und hohe Verluste erzielen. Im Internet sind diverse Listen von dubiosen Anbietern abrufbar.

Unternehmensbeteiligungen als Bestandteil des grauen Kapitalmarkts

Einer der wichtigsten Bereiche im grauen Kapitalmarkt stellt die Unternehmensbeteiligung dar. In diesem Bereich werden den Anlegern außerhalb der Börse gehandelte Aktien, Genossenschaftsbeteiligungen, Kommanditbeteiligungen sowie Stille Unternehmensbeteiligungen angeboten. Dabei werben die Anbieter mit einer hohen Rendite, der Vorsorge fürs Alter und teilweise mit günstigeren Einkaufskonditionen.

Jedoch beinhalten alle diese Unternehmensbeteiligungen hohe Verlustrisiken, teilweise ist auch ein Totalverlust denkbar. Das Mitspracherecht hingegen ist in der Regel nicht gegeben, ebenso ist ein Zweitmarkt für die Veräußerung der Beteiligungen nicht vorhanden. Dies sind die wesentlichen Nachteile dieser Form der Kapitalanlage. Jedoch kann ein Anleger durch eine Unternehmensbeteiligung an einem Start-up-Unternehmen auch eine hohe Rendite erreichen. Aus diesem Grund kann von einer solchen der Form der Beteiligung am grauen Kapitalmarkt nicht prinzipiell abgeraten werden. Um den Vorteil der hohen Rendite jedoch zu erzielen, ist eine genaue Prüfung der Konditionen sowie der Leistungsfähigkeit des Unternehmens unabdingbar. Der private Anleger kann als Laie jedoch nur selten die Gegebenheiten objektiv einschätzen und ist auf die Seriosität und Kompetenz des Finanzberaters angewiesen.

Aufgrund der eigenen wirtschaftlichen Interessen des Vermittlers sollte eine Unternehmensbeteiligung nicht ausschließlich auf deren Empfehlungen beruhen. Eigene Recherchen können ebenso wie die Investition in regionale Unternehmen sinnvoll sein. Von Beteiligungen an unbekannten Unternehmen sollte der Anleger absehen.

Immobilieninvestitionen als Fehlanlage

Häufig werden Anlegern am grauen Kapitalmarkt auch Immobilieninvestitionen angeboten. Grundsätzlich unrentabel sind in diesem Bereich laut Stiftung Warentest die Anlageformen Bruchteilseigentum, Eigenkapitalfonds, Grundschuldbriefbeleihung, Immobiliensparpläne, Liquidität durch Immobilienerwerb sowie Timesharing. Bei diesen Angeboten handelt es sich um überteuerte, schlecht veräußerbare, teilweise sogar unbestimmte und mit hohen Kosten verbundene Immobilienanlagen. In vielen Fällen sind sogar die Voraussetzungen für den Betrug gegeben.

Die wesentlichen Nachteile dieser Anlageform sind in den überteuerten Verkaufspreisen, zu hoch angesetzten Mieteinnahmen sowie zu niedrig angesetzten Kosten zu nennen. Die möglichen Vorteile der Vermögensbildung und des Inflationsschutzes werden dadurch nur selten erreicht. Laut Stiftung Warentest kann nur der Kauf einer vermieteten Eigentumswohnung sowie die Beteiligung an einem geschlossenen Immobilienfonds für Anleger am grauen Kapitalmarkt eine sinnvolle Form der Vermögensanlage darstellen. Mit diesen Anlageformen können Renditen erzielt werden, trotzdem ist das Risiko sehr groß.

Vor dem Kauf einer Eigentumswohnung sollte diese unbedingt besichtigt und möglichst von einem Gutachter bewertet werden. Häufig werden solche Immobilien zu überteuerten Preisen beziehungsweise zu unrealistisch hohen erwarteten Mieteinnahmen angeboten. Ähnlich verhält es sich bei den geschlossenen Immobilienfonds. Der einzige nennenswerte Vorteil dieser Anlage liegt in der Steuervergünstigung. Aus diesem Grund kann diese Anlageform für Personen mit einem hohen persönlichen Steuersatz interessant sein.

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